Open-Air-Festival auf Insel Grafenwerth R(h)einspaziert begeistert Besucher in Bad Honnef

Mit bluesgefärbtem Rock begeistern die Musiker von „Red County Jail“ das Publikum in Bad Honnef.

BAD HONNEF. Bei bestem Festivalwetter feierten die Besucher auf der Insel Grafenwerth die zahlreichen Musikbands auf der Bühne. Topact war in diesem Jahr "Heldmaschine".

Einfach heldenhaft. Kurz vor Mitternacht schafften es die Fans der Koblenzer Band „Heldmaschine“ doch tatsächlich noch, den Refrain „Auf allen Vieren“ a cappella zu singen. Der charismatische Frontmann René Anlauff dirigierte den Pulk.

Das Publikum, das bereits zwei Stunden beim Topact von „R(h)einspaziert 2018“ auf der Insel Grafenwerth außer Rand und Band war, sang mit, stampfte im Takt, schwenkte begeistert die Arme, geriet mächtig ins Schwitzen und war hin und weg von dieser Truppe auf der Bühne, die mit einer Wahnsinns-Show mit vielen Lichteffekten, Industrial-Riffs, scharfkantigen Elektro-Sounds und der typischen Wucht der Musikrichtung Neue Deutsche Härte die Herzen ihres Publikums eroberte und damit unter einen perfekt organisierten Insel-Tag ohne Pannen einen tollen Schlusspunkt setzte.

Den Rekordumsatz vom vergangenen Jahr konnte der Stadtjugendring als Veranstalter von „R(h)einspaziert“ jedoch nicht toppen – trotz des herrlichen Wetters. „Gegen Pützchens Markt können wir nicht konkurrieren. Ein anderer Termin war für uns aber diesmal nicht möglich“, sagte „R(h)einspaziert“-Erfinder Marcelo Peerenboom, Kassenwart des Stadtjugendrings. „Dennoch sind wir sehr zufrieden. Wir schreiben eine schwarze Null.“

120 Helfer sorgen für reibungslosen Ablauf

Vorsitzender Marius Nisslmüller freute sich über das Engagement seiner Mitstreiter. 120 Helfer sorgten für den reibungslosen Ablauf, nicht mitgerechnet die Akteure verschiedener Vereine, die zum bunten Familienprogramm am Nachmittag beitrugen oder mit Imbiss und Getränken die Besucher bei Laune hielten. So waren erstmals die KG Halt Pol und der Hockey-Club mit einem Getränkestand neben dem Circus Comicus, dem Damenkomitee Ziepches und der DLRG dabei.

Die KJG Bad Honnef und der Dragons-Fanclub hatten einen Verpflegungsstand. Der Stadtelternrat verkaufte Kuchen zugunsten des Stadtjugendrings. Computerclub, Kanu-Club und Amnesty waren aktiv. Bei einer Fotoaktion von Haus der Jugend und Jugendtreff konnten Kinder mit Emojis-Masken kundtun, was für sie Bad Honnef ist. Gut belegt war auch der Flohmarkt.

Erstmals präsentierten sich der Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr, des THW und des Roten Kreuzes bei diesem Inselfest gemeinsam. Und die Pänz konnten hier löschen, Verletzte verbinden oder beim THW schwere Fahrzeuge besichtigen und Geschicklichkeitsaufgaben absolvieren. Blaulicht-Popcorn gab es auch. Die Betreuer der Feriennaherholung leiteten die Jüngsten an Spielgeräten auf der Inselwiese an. Und während auf der Bühne eine Band nach der anderen antrat, eroberten die Pänz die Hüpfburg.

Fans verlangten immer wieder Zugaben

„Red County Jail“ mit bluesgefärbtem Hardrock, Solist Amin Afify mit Superstimme, bekannt aus der TV-Sendung „The Voice of Germany“, die Gruppen „16 Tage“ mit den beiden Honnefer Bandmitgliedern Martin Nachtsheim und Maximilian Derkum sowie „Into this“ und die „Rhein Refugee Youngstars“ aus Bad Honnef traten an. Der Siegertitel von „Ein Song für Honnef“ wurde präsentiert. Und die Fans verlangten immer wieder Zugaben.

So richtig heiß wurde es dann eben am Abend, als die „Heldmaschine“ auflief und einfach alles gab. Vor einigen Jahren waren die Bandmitglieder schon einmal in ihrer zweiten Mission als „Rammstein“-Coverband „Völkerball“ auf der Insel. Damals hatte ihnen das Ordnungsamt um Mitternacht den Strom abgedreht, dennoch waren ihre Erinnerungen an „R(h)einspaziert“ gut – und so kamen sie nun mit ihren eigenen Liedern gerne zurück.

Mit neuem Tourbus, denn nach Honnef geht es auf Europa-Tournee. Diesmal achtete „Heldmaschine“ akribisch auf die Zeit, um auch noch genug Luft zu haben für Zugaben bis 24 Uhr. „Radio – aktiv“ sang Anlauff – und sandte grüne Laserstrahlen aus. Und: „Höher, schneller, weiter ...“, hieß es in einer weiteren Story. Zum Schluss schwenkte der Bandchef die „Heldmaschine“-Fahne – das Publikum feierte seine Helden.

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