Interview mit der Autorin Angela Breitkopf

Praxistipps aus der Nachtschicht einer Mutter

Was tun, wenn mein Kind nicht durchschläft? Tipps gibt die Mutter und Autorin Angela Breitkopf.

Was tun, wenn mein Kind nicht durchschläft? Tipps gibt die Mutter und Autorin Angela Breitkopf.

Bad Honnef. Die Bad Honneferin Angela Breitkopf hat ein Buch zum Thema Durchschlafen geschrieben und beschreibt ihre Erfahrungen und Tricks als Mutter. Vor der Lesung in Honnef spricht die Journalistin im Interview.

Babys schlafen etwa 16 Stunden pro Tag - nur leider nicht am Stück und erst recht nicht dann, wenn der Rest der Familie sich zur Ruhe legen möchte. "Wann kann ich endlich wieder durchschlafen?", ist die Frage, die sich jede Mutter nach den ersten durchwachten Nächten zwangsläufig stellt.

Der Journalistin Angela Breitkopf ging es da nicht anders, als sie in vier Jahren drei Kinder bekam. Ihre Erfahrungen und zahlreiche Tricks erfahrener Mehrfachmütter hat die Bad Honneferin in ihrem Buch "Mama schläft jetzt durch" zusammengetragen, das sie am Donnerstag, 17. November, bei einer Autorenlesung im Familienzentrum "Villa Kunterbunt" vorstellen wird. Mit der Autorin sprach Gabriela Quarg.

Haben Sie letzte Nacht gut geschlafen?

Angela Breitkopf: Danke für die Frage, ja, ich habe toll geschlafen letzte Nacht. Wie ein Stein, ohne dass mich eines meiner Kinder oder das Fiepsen unserer Hündin aufgeweckt hat. Das ist immer noch nicht selbstverständlich und für so eine Nacht bin ich sehr dankbar.

Als Mama eines Babys tröstet man sich ja gerne damit, dass es irgendwann „besser“ wird. Wann haben Sie denn das erste Mal wieder durchgeschlafen?

Breitkopf: Es hat bei jedem Kind knapp anderthalb Jahre gedauert, bis ich selbst wieder die Chance hatte, eine Nacht durchzuschlafen. Weil ich aber drei Kinder in vier Jahren bekommen habe, brachte mir das nicht viel – das nächste Baby ging dann schon an den Start.

Sie sind Mutter von drei Kindern – gewöhnt man sich eigentlich mit der Zeit an das Schlafdefizit?

Breitkopf: Nein, das erlebe ich nicht so. Einerseits wachsen natürlich die Erfahrung und das Bewusstsein, wie schnell die erste Zeit ohne Schlaf vorbei sind. Andererseits summieren sich die Jahre ja doch irgendwie auf und wir Mütter werden älter, und müder, und mit jedem weiteren Kind auch ein wenig mürber.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihre Erfahrungen in einem Buch zu verarbeiten?

Breitkopf: Ich wollte mit „Mama schläft jetzt durch“ etwas zurückgeben. Als ich meine älteste Tochter bekam, hat mir das Wissen und der Humor der erfahreneren Mütter oft den Tag gerettet. Ich habe für das Buch also auch eine ganze Reihe gestandener Mehrfachmütter interviewt – alle aus dem Bonner Raum – und deren beste Praxistipps „aus der Nachtschicht“ zusammengetragen.

Bücher über das Thema Babyschlaf gibt es viele. Wie unterscheidet sich Ihres von den üblichen Ratgebern?

Breitkopf: Mein Verlag nennt das Buch „das erste mütterfreundliche Baby-Schlafbuch“. Damit kann ich gut leben, denn um die Mütter geht es mir. Und weil glückliche, ausgeruhte Mamas meist auch glückliche Babys haben, profitieren am Ende alle.

Glauben Sie wirklich, dass ein Buch jungen Müttern helfen kann, mehr Schlaf zu bekommen?

Breitkopf: Hätte ich das Buch sonst geschrieben? Im Ernst: Jedes Kind, jede Familie ist einzigartig, deshalb gilt auch für den tollsten Baby-Schlaftipp: Kann klappen, muss aber nicht. Aber mir war wichtig, das mein Buch handfeste Tipps und Strategien bietet, nicht nur Wellness-Blabla wie „Tu dir gut: Nimm ein Bad und zünd' eine Duftkerze an“.

Was hat Ihnen in der schlaflosen Zeit am meisten geholfen?

Breitkopf: Bei den beiden jüngeren Kindern hat mir meine „Mama-Trickkiste“ geholfen, mein Plan B, C, D, E...Da kommt schon was zusammen mit den Jahren. Und beim ersten Kind? Schlafen, wenn das Baby schläft – und delegieren, delegieren, delegieren.

Ist das Buch eigentlich auch für Väter geeignet? Oder leiden die nicht so an Schlafmangel?

Breitkopf: Väter, die nachts für ihr Kind aufstehen, profitieren natürlich genauso von den Tipps im Buch. Meinen Recherchen zufolge sind diese echten 'Traummänner' aber rar. Laut einer Studie dauert es zum Beispiel knapp 13 Minuten, bis auch ein Vater sein Baby nachts weinen hört. Da ist die Mutter längst im Einsatz. Und leider bleibt das oft so, auch wenn die Stillzeit längst vorbei ist, ja, selbst nach dem Wiedereinstieg in den Beruf: Mama hat Nachtdienst. Machen wir uns auf, das zu ändern!

Was ist das Wichtigste, was Sie Ihren Lesern mit Ihrem Buch vermitteln möchten?

Breitkopf: Ich wäre glücklich, wenn mein Buch dazu beiträgt, dass Mütter ausgeruhter sind – und dass sie an die ersten 500 Nächte mit ihrem Baby möglichst viele schöne Erinnerungen haben. Das wäre toll!