Deutsche Bahn

Politik in Bad Honnef fordert Barrierefreiheit des Bahnhofs Rhöndorf

Großer Bahnhof für den Petitionsausschuss: Bei der Ortsbesichtigung im Juli 2011 wurde es voll auf dem Bahnsteig.

RHÖNDORF. Prioritäten setzen. So lautet das Signal der Allianz aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, wenn es um die Barrierefreiheit der Bahnhöfe im Stadtgebiet geht.

Sie beantragt in der Ratssitzung am Mittwoch, 19. Juni, sich beim Auftreten gegenüber der Deutschen Bahn AG künftig auf einen barrierefreien Umbau, und zwar den in Rhöndorf, zu konzentrieren - in der Hoffnung, dass damit wenigstens ein Haltepunkt in der Stadt Chancen hat, bald entsprechend ausgebaut zu werden. Zugleich bezweifelte eine Sprecherin der Bahn AG auf Anfrage, dass daraus so schnell etwas wird.

Der barrierefreie Ausbau des rheinseitigen Gleises in Rhöndorf steht schon lange auf der Wunschliste. Nicht zuletzt die Nähe zum Nell-Breuning-Berufskolleg für Körperbehinderte im Haus Rheinfrieden hatte dem Thema große Aufmerksamkeit zuteil werden lassen; wie berichtet, wurde zwischenzeitlich für die Schüler ein Buspendelverkehr eingerichtet, da ihnen der Zugang zum rheinseitigen Bahnsteig nach wie vor verwehrt ist. Vereine und Institutionen wendeten sich 2011 an den Petitionsausschuss des Landtages, der sich dem Anliegen im September 2011 anschloss.

Passiert ist trotzdem nichts. "Mit der Priorisierung eines Bahnhofes könnte ein erneuter Vorstoß gegenüber der Deutschen Bahn vorgenommen werden, zumal die Stadt dieser bereits ein Grundstück am Bahnhof Rhöndorf zur Verfügung gestellt hat", erinnert die Allianz an ihren Antrag, dem der Stadtrat gefolgt war. Für eine Priorisierung des Bahnhofes Rhöndorf spreche unter anderem die ÖPNV-Anbindung - Stadtbahn und Bus -, ein Plus für Übernachtungsgäste und Wanderer, sowie eben die Nähe zu Haus Rheinfrieden. Die Bahn AG erwarte "offensichtlich eine Priorisierung", so die Allianz, die zugleich "zweifelsfrei die Notwendigkeit erforderlicher Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen am Bahnhof Bad Honnef" sieht.

Wenig Hoffnung macht derweil Andrea Brandt, DB-Sprecherin Nordrhein-Westfalen. Die "vorhandenen Gelder" seien gebunden, in der aktuellen Modernisierungsoffensive sei Rhöndorf "im ersten Zugriff" nicht geplant gewesen. Zwar rangiere der Haltepunkt jetzt auf einem Nachrückerplatz. Es wäre aber bei 700 Bahnhöfen alleine in NRW "nicht seriös", daraus auf eine zügige Lösung zu schließen. "Wir haben der Stadt geraten, einen Förderantrag beim Zweckverband zu stellen", so Brandt. Auch andernorts gebe es Beispiele für Lösungen auf der kommunalen Schiene. Doch selbst dann müssten drei bis vier Jahre bis zum Bau gerechnet werden, sagte Brandt.