Bad Honnef

Pläne für Selhof Süd in der Kritik

Eine ungewöhnliche Optik: Für eine Freifläche zwischen Floßweg und B42 gibt es Neubauplanungen.

BAD HONNEF. Ob rund um das Selhofer Feld oder am Floßweg: Wo immer ein Baugebiet geplant ist, bereitet den Bürgern vor allem die Frage, wie viel Autoverkehr die Straßen aufnehmen können und wie der Verkehr abgewickelt werden kann, Bauchschmerzen.

Beleg dafür ist auch die Statistik aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren Selhof Süd, die die Honnefer Stadtverwaltung am Mittwoch dem Bauausschuss vorstellte. Um die Frage der Erschließung rankte sich auch die Erörterung zum geplanten Baugebiet am Floßweg.

  • Selhofer Feld: Wie berichtet, soll im Selhofer Feld ein Baugebiet mit maximal 50 Häusern entstehen. Zuletzt war das bei einer Bürgerversammlung kontrovers diskutiert worden. Danach hatten die Bürger zwei Wochen Gelegenheit, sich zu den Plänen zu äußern. Auf Antrag der FWG stand hierzu ein Zwischenbericht auf der Tagesordnung. Laut Dirk Wiehe vom Stadtplanungsamt gingen 63 Stellungnahmen ein. Hinter den Schreiben, die teils mit Unterschriftenlisten versehen waren, verbergen sich 126 Personen.

    Nur vier der Eingaben bewerten das Vorhaben positiv. 59 Eingaben mit 122 Unterzeichnern waren kritischer Natur. Die Mehrheit (88 Anwohner) sieht ein Problem vor allem in der Belastung für die Zufahrtstraßen; in 27 Fällen wären die Petenten vom Ausbau bestehender Straßen betroffen. Die Eingaben sollen nach Vorstellung der Verwaltung zunächst in einer Fraktionsrunde vorberaten und dann im Ausschuss diskutiert werden. "Das könnte in einer Sondersitzung sein", so Technischer Beigeordneter Jopa Vedders. Immerhin gehe es um 120 Seiten.
     
  • Floßweg: Ebenfalls auf Antrag der FWG wurde über den Floßweg beraten. Bekanntlich ist auch dort ein Baugebiet in Planung. Laut FWG sei hier zu lange nichts passiert, trotz Eilbedürftigkeit, da es um "dringend benötigten Wohnbau" gehe. Ein Verkehrsgutachten, das dem Ausschuss vorlag, geht davon aus, dass die bestehenden Straßen eine errechnete Mehrbelastung von 281 Autofahrten pro Tag aufnehmen können. Voraussetzung: Der Floßweg wird ausgebaut.

    Dies, so Gutachter und Verwaltung, sei aber heute schon nötig. CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff erinnerte daran, dass die Politik auch den Zusammenhang mit dem Ausbau der Linzer Straße sehe, um den Floßweg sinnvoll anzubinden. Vedders sagte, er hoffe, dass Honnef auch 2014 von einer Landesförderung profitieren werde; damit könnte der Ausbau der Linzer Straße vorangebracht werden. Zum Floßweg sagte er: "Wir bekommen sicher einen vernünftigen Kompromiss mit den Bürgern hin." Wie von der FWG gewünscht, soll das Thema im nächsten Ausschuss im Februar eingehender behandelt werden.

Initiative: Pläne für Selhofer Feld nicht zu verantworten

Vertreter der Bürgerinitiative für ein lebenswertes Bad Honnef haben ihre Kritik an den Plänen fürs Selhofer Feld erneuert. Die Initiative habe erfolgreich dazu beitragen, dass "die Pläne für eine komplette Bebauung aufgegeben wurden". Doch auch der Kompromiss mit 50 Wohneinheiten sei "aus gutem Grunde bei den Bürgern nicht willkommen", so Martin Kickartz.

Vor allem die "neuen und neu auszubauenden Straßen mit bis zu 10,50 Metern Breite für den Durchgangs- und Busverkehr" seien Gegenstand der Kritik. In einem Gebiet mit gewachsenen Strukturen sei das "weder zu verantworten noch sinnvoll realisierbar". Zudem, so Brigitte Meyer auf der Heide, widersprächen sie den Aussagen des Leitbilds der Stadt aus 2003. Dort heiße es: "Jede andere Bebauung darf die Qualität vorhandener Bebauung nicht mindern."