Landrats-Wette mit Honnefer Bürgermeister

Otto Neuhoff gewinnt beim CD-Verkauf

Unter den Augen der Konkurrenz: Landrat Sebastian Schuster (hinten) passt genau auf, wie Bürgermeister Otto Neuhoff Sylvia Brabänder in ein Verkaufsgespräch verwickelt.

Wette Landrat vs Bürgermeister

Bad Honnef. Zum 50-jährigen Bestehen des Rhein-Sieg-Kreises fordert Landrat Sebastian Schuster nacheinander alle Bürgermeister heraus. Am Donnerstag machte er Station in Bad Honnef. Wer die meisten CDs in einer halben Stunde verkaufte, hatte gewonnen. Am Ende stand es 24 zu 14 für Neuhoff.

Na gut, den Heimvorteil nutzte Otto Neuhoff schamlos aus. Aber allein damit ist der Vorsprung des Bürgermeisters vor dem Landrat sicherlich nicht zu erklären. Zumal Sebastian Schuster mit seiner Charmeoffensive als Straßenhändler auf Zeit hinter der von Neuhoff nicht zurückstand.

Am Ende aber ging der Sieg am Donnerstag klar an den „Hausherrn“: Bei der Aktion „Wir sehen uns“ zum 50. Geburtstag des Rhein-Sieg-Kreises, in deren Verlauf Schuster durch alle 19 Kreiskommunen tourt und dabei gegen die jeweiligen Stadt- und Gemeindechefs wettet, hatte der Bürgermeister 24 CDs „Der Sound von Honnef“ verkauft, der Landrat 14.

Darum ging es: In 30 Minuten sollte jeder der Wettgegner am Vogelbrunnen so viele CDs wie möglich verkaufen. „Das wollte ich immer mal sagen: Topp, die Wette gilt“, gab am Mittag City-Managerin Miriam Brackelsberg den Startschuss zu der Aktion, bei der es eigentlich nur einen Gewinner gibt: den guten Zweck.

Verkaufserlös geht zur Hälfte an einen guten Zweck

Denn 50 Prozent des eingenommenen Geldes – exakt 190 Euro – kommen direkt der Casa-Alianza-Kinderhilfe zugute. Klar, dass Schuster seinen eigenen Wetteinsatz von 50 Euro am Ende gerne zusätzlich in die Spendenbox steckte.

Daran, dass Neuhoff nach zeitweiligem Kopf-an-Kopf-Rennen die Nase schließlich vorne hatte, konnte auch die tatkräftige Unterstützung Schusters durch Vizelandrätin Notburga Kunert nichts ändern.

Schließlich trumpfte auch Neuhoff mit Wirtschaftsförderin Johanna Högner als weiblichem Joker auf. Patt! Für Bad Honnefs Ersten Beigeordneten Holger Heuser blieb da freilich nur die Zuschauerrolle.

Bis Anfang Juli dauert Schusters ungewöhnliche Kreis-Bereisung. Er fordert „seine“ Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bei den unterschiedlichsten Wetten heraus – immer mit einem Augenzwinkern, und vor allem immer für einen guten Zweck.

Das Geld, das aktuell zusammenkam, geht an die in Honnef beheimatete Kinderhilfsorganisation, die sich für den Schutz und die Wiedereingliederung von Straßenkindern in Guatemala engagiert.

In Bad Honnef bestritt Schuster seine siebte Wette

Sechs Wetten hatte Schuster bis Donnerstag bereits absolviert – drei gewonnen, drei verloren, „wobei ich nicht das Gefühl habe, dass die Bürgermeister immer fair mit dem Landrat umgehen“, wie Schuster mit einem Augenzwinkern bemerkte.

Dennoch zeigte er sich in Bad Honnef anfangs sehr zuversichtlich, „dass ich am Ende dieses Tages mit 4:3 in Führung gegangen sein werde“. Wäre da nicht sein Gegenspieler gewesen.

Auch für die Passanten blieb der Spaß nicht auf der Strecke. „Da fehlt ja nur noch der rote Teppich“, kommentierte etwa Sylvia Brabänder den ungewohnten medialen Auflauf. Und kaufte gerne eine der CDs mit allen Liedern, die es im vergangenen Jahr beim Wettbewerb „Ein Song für Honnef“ ins Finale geschafft hatten, plus zusätzlichem Bonustrack aller Finalisten.

Auch Hildegard Wiese zeigte sich überzeugt von der guten Sache, ebenso Jochen Girke, der gleich zwei CDs kaufte – und zwar von Schuster, der sich, ganz Sportsmann wie auch sein Konterpart Neuhoff, natürlich als fairer Verlierer präsentierte.