Villa Schaaffhausen

Neues Leben in alten Mauern

Neue Überlegungen ranken sich um das Gelände der Villa Schaaffhausen in Rommersdorf.

ROMMERSDORF. Neue Pläne für das Areal der Villa Schaaffhausen beschäftigen am Mittwoch erstmals den Honnefer Bauausschuss. Die MBM Immobilien Treuhand GmbH beantragt die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan für einen Teilbereich mit dem Ziel, Wohnhäuser zu bauen.

Das denkmalgeschützte Ensemble samt Park soll saniert werden, bestätigte Mit-Gesellschafter Christian Boettcher dem GA. Für den Rommersdorf-Bondorfer Bürgerverein meldet Vorsitzender Manfred Limbach "erhebliche Bedenken" gegen die Wohnbebauung an. Grund: Verkehrsführung und Mehrbelastung des Ortes.

Schon mehrfach hat die Zukunft des Geländes, das dem Erzbistum Köln gehört und für das 1984 ein Erbbaurecht mit einer Laufzeit von 66 Jahren vergeben wurde, die Politik beschäftigt. 2009 wurde eine Veränderungssperre erlassen; Pläne eines Bonner Investors zerschlugen sich. 2011 erwarb der aktuelle Antragsteller das Erbbaurecht mit Laufzeit bis 2050, bestätigte Michael Kasiske, Pressereferent des Erzbistums. Damit verbunden seien alle Rechte an der Nutzung, "formal ist das Bistum hier nicht involviert", sagte Kasiske gestern. Nicht von diesen Planungen berührt ist das Areal des "alten" Marienhofs, das frühere Interessenten noch mit in den Blick genommen hatten.

Im ersten Schritt beantragen die neuen Erbbaurechtnehmer, das Planungsrecht für ihre Fläche dahingehend zu ändern, dass auf einer Grünfläche südlich des Finkenpfades Wohnbebauung möglich wird. Der Antrag: "Damit das bestehende Denkmalensemble einschließlich des denkmalgeschützten Parks saniert und erhalten werden kann, möchten wir nunmehr Teile des Geländes einer Wohnbebauung zuführen." Ein erster Vorentwurf sieht fünf zweigeschossige Häuser mit je fünf Wohneinheiten vor, ein Vorhaben, mit dem das Amt für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland leben könnte. Im dem Antrag beigefügten LVR-Brief heißt es, "zur Erhaltung, Nutzung, Entwicklung und Pflege des Denkmals können wir als Kompromiss aus fachlicher Sicht der im Entwurf dargestellten Planung einer Bebauung im historischen Nutzgartenbereich zustimmen". Beigefügt ist auch eine Verkehrsuntersuchung, die davon ausgeht, dass die Erschließung der Häuser unproblematisch wäre.

Das sieht der örtliche Bürgerverein ganz anders. "Der Ortsteil würde leiden. So gerne ich neue Familien im Ort hätte, ich sehe hier ein großes Problem. Schon jetzt ist Begegnungsverkehr in den engen Straßen nicht möglich", so Limbach. Bedenken gibt es auch in Verwaltung und Politik. Technischer Beigeordneter Jopa Vedders glaubt, dass über das "Maß der baulichen Nutzung" noch zu sprechen sein wird. Die FWG will laut Fraktionschef Manfred Rauw vorschlagen, das Thema als erstes im Verkehrsausschuss zu beraten. Zusätzlich zu Verkehrsfragen seien vordringlich solche zum Landschaftsschutz zu beantworten, "so ist das nicht entscheidungsreif". Auch CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff und FDP-Kollege Rainer Quink tun sich schwer mit dem Vorentwurf, schließlich gehe es um ein "besonderes Ensemble".

Das wertet auch Boettcher so, verweist aber darauf, dass eine Sanierung des heruntergekommenen Denkmals ökonomisch dargestellt werden müsse. Die Kosten dafür seien sicher siebenstellig, "das kriegt man nur dargestellt, wenn man moderate Wohnbebauung realisiert". Zudem sei man erst ganz am Anfang des Verfahrens.