Preiswerte Wohnungen

Neue Wohnsiedlung auf Aegidienberger Straße eingeweiht

Das Flatterband hat ausgedient (v.l.): Mathias Ortner, Thomas Lorenz (beide GWG), Anna Gambino, Otto Neuhoff, Nadine Batzella und Fabiano Pinto (alle Stadt Bad Honnef) bei der Einweihung des Quartiers.

Das Flatterband hat ausgedient (v.l.): Mathias Ortner, Thomas Lorenz (beide GWG), Anna Gambino, Otto Neuhoff, Nadine Batzella und Fabiano Pinto (alle Stadt Bad Honnef) bei der Einweihung des Quartiers.

Aegidienberg. Die Mehrfamilienhäuser in Aegidienberg sind fertig, alle 42 Wohnungen vermietet. Am Freitag haben die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft des Rhein-Sieg-Kreises und die Stadt Bad Honnef die neue Siedlung eingeweiht.

Die Biergarnituren im Zentrum des kleinen Kreisverkehrs waren auf den ersten Blick durchaus eine Zweckentfremdung. Doch das Rondell am Ende der Zufahrt zu den Häusern Aegidienberger Straße 24 bis 28 a mit beeindruckender Aussicht bietet sich an für Zusammenkünfte im neuen Quartier. „Wir hoffen, dass dies der Grundstock ist für eine kleine Gemeinschaft“, sagte Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Städtebau im Bad Honnefer Rathaus.

„Wir wünschen allen Bewohnern, dass sie hier zufrieden leben können“, so Bürgermeister Otto Neuhoff. Am Freitag wurden die sechs von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) für den Rhein-Sieg-Kreis realisierten Wohnhäuser eingeweiht.

Die meisten Bewohner haben die Umzugskartons freilich schon ausgepackt. Lediglich drei der 42 Wohnungen stehen noch leer, sind aber schon vermietet, so Thomas Lorenz, Teamleiter Wohnungsverwaltung der GWG.

Preiswerter Wohnraum wird dringend gebraucht

Mit der Zusammenarbeit von Stadt und GWG ende gewissermaßen eine Durststrecke beim öffentlich geförderten Wohnungsbau in Bad Honnef, so Neuhoff. Zuletzt vor 25 beziehungsweise 15 Jahren hätten Stadt und GWG hier preisgedämpften Wohnraum zur Verfügung gestellt.

Neuhoff: „Bad Honnef muss etwas tun.“ Das gelte für bezahlbaren Wohnraum wie in diesem Fall sowie generell für Wohnraum für Familien. „Bei den Kindergärten erfüllen wir in Bad Honnef eine Quote von 100 Prozent. Wir könnten also Plätze anbieten – aber wir haben keine Wohnungen.“ Zugleich gebe es bei der Preisentwicklung eine „Dynamik, die nicht gesund ist. Und wir brauchen eine gesunde Durchmischung der Bevölkerung, hier in Aegidienberg wie auch im Tal“, so Neuhoff.

Schon der Bedarf an öffentlich-geförderten Wohnungen für Inhaber von Wohnberechtigungsscheinen spreche eine deutliche Sprache. „Wir hatten 90 Bewerbungen auf 42 Wohnungen, und 100 Personen stehen nach wie vor auf der Warteliste.“ Dass es keineswegs darum gehe, „Mietkasernen wie in den 70er Jahren“ zu errichten, zeige das Projekt ebenfalls.

Häuser passen sich in die Umgebung ein

Das Grundstück umfasst 5500 Quadratmeter. Aber nur die Hälfte des Areals ist laut Pinto bebaut beziehungsweise versiegelt worden. „Das zeigt auch, dass man 42 Wohnungen auch im Respekt vor der Landschaft realisieren kann.“ Zudem passten sich die Häuser gut ein in die Umgebung, die den Bewohnern Infrastruktur unter anderem mit der Busanbindung und nahen Einkaufsmöglichkeiten biete.

Ihren Anfang genommen hatte die Planung laut Neuhoff damit, dass – mit Hilfe auch der örtlichen Politik – potenzielle Grundstücke identifiziert worden seien. Als Glücksfall erwiesen habe sich, dass die privaten Eigentümer bereit gewesen seien, ihr Areal zu verkaufen.

Nach Start der Planungen 2016 durch Architekt Mathias Ortner begannen im Juni 2017 die Bauarbeiten. Nach rund 20 Monaten Bauzeit waren die Häuser fertig. Sobald es die Witterung zulasse, würden noch die Außenanlagen fertiggestellt, so Ortner.

Barrierefreiheit für 5,75 Euro pro Quadratmeter

Alle Wohnungen sind barrierefrei. Ein Aufzug führt vom Keller in die oberste Etage. Helle Böden und moderne Bäder sind weitere Details. Die Fußbodenheizung wird durch Erdwärme gespeist; auf fossile Energieträger werde verzichtet, erklärt Ortner. Auch bei der Beleuchtung der Gemeinschaftseinrichtungen wurde auf Energieeffizienz geachtet.

Die Häuser bleiben im Eigentum der GWG. Die Stadt hat das Belegungsrecht und – so Lorenz mit Dank an die Adresse von Nadine Batzella und Anna Gambino – eine gute Mischung erzielt für ein ausgewogenes Quartier. Für die Bewohner bestehe dank öffentlicher Förderung Mietsicherheit für 25 Jahre.

Die Kaltmiete liege bei 5,75 Euro pro Quadratmeter, bei einer minimalen Steigerung pro Jahr. Wort gehalten hat die Stadt zudem, was den Wochenendplatz Rottbitze angeht: Auch einige Alt-Pächter gehören zu den Mietern.