Bahnhofstraße in Bad Honnef

Neue Ausstellung in der Honnefer Ladenzeile

Experimentiert mit virtuellen Räumen: Helmut Reinelt vor einem seiner Werke in der Ladenzeile.

Experimentiert mit virtuellen Räumen: Helmut Reinelt vor einem seiner Werke in der Ladenzeile.

Bad Honnef. Die Künstler der Gruppe Antiform sind immer für kreative Überraschungen gut. Jetzt zeigt der Vorsitzende Helmut Reinelt in den leerstehenden Ladenlokalen an der Bahnhofstraße in Bad Honnef „Räume im Rahmen“.

Wer einmal in eine andere Welt eintauchen möchte, ist in der Bad Honnefer Ladenzeile „galerie.2“ an der Bahnhofstraße bestens aufgehoben. Mit dem Schritt über die Schwelle der früheren Ladenlokale und derzeitigen Räume des Kunstvereins Antiform betritt der Besucher bereits ein kreatives Paralleluniversum. Und die zurzeit dort ausgestellten Werke von Helmut Reinelt, dem Kopf von Antiform, ziehen hinein in „Räume in Rahmen“, so der Titel der Schau.

Zunächst ist es ein Kontrast zwischen dem belebten Draußen und dem meditativen Drinnen. Von einem geräumigen, hellen Entree führt der Weg in einen langen, dämmrigen Gang. Dieser mündet wiederum in einen ehemaligen, weitgehend unbeleuchteten Schutzraum, der einst für Mitarbeiter der Geschäfte eingerichtet wurde.

Reinelt hat für seine Ausstellung Werke zusammengestellt, die zwischen 2005 und 2019 entstanden. Es handelt sich um Fotografien, digitale Kompositionen, Videos oder nachträglich animierte Bilder. „Ich habe Bilderfragmente gesammelt und die Räume damit bevölkert“, beschreibt Reinelt die Entstehung.

Zwischen Waldbildern und dem Niemandsland

Im hellen Eingangsraum faszinieren gespiegelte Waldbilder in warmem Licht. Die Bilder im Gang wirken wie Traumtheater, die die Blicke der Betrachter magisch anziehen. Thematisch geht es etwa um „Beziehung“, „Zuneigung“ und „Liebe“, die Bildfragmente bringen Gefühle zusammen. Reinelt nennt sie „green rooms“, „red rooms“ und „black rooms“.

Den ehemaligen Bunker sieht Reinelt auch heute noch als Schutzraum. Er hat darin Sitzmöbel so angeordnet, dass die Betrachter verweilen und schauen können. Ihnen offenbart sich das in Fotografien festgehaltene „Niemandsland“. „Ich habe mich gefragt: Was wäre, wenn wir nicht da wären?“, erklärt der Künstler dazu. Alle Spuren der Zivilisation habe er optisch entfernt, übrig geblieben sei die reine Natur.

Auf den Fotos sind Landschaften aus der Region zu sehen. Der Rhein umfließt die Insel Grafenwerth und wirkt wie ein riesiger Strom. Der Drachenfels zeigt, ohne Burgruine und die übrigen Bauten, seine sonst kaum wahrgenommene spitze Kuppe und wirkt gemeinsam mit der Wolkenburg wie ein liegender Riese.

Von einem Sofa aus lassen sich in nachträglich animierte Fotos die langsamen Bewegungen von Wolken und Wasser beobachten. Die Moderation zu den Fotografien hat Künstlerkollege Gregor Bendel übernommen.

Die Ausstellung in der Ladenzeile, Bahnhofstraße 1 in Bad Honnef, ist bis zum 9. Juni zu sehen. Geöffnet ist sie jeden Sonntag sowie auf Anfrage unter 0 22 24/9 01 23 87 und 01 72/ 6 00 04 58. Weitere Informationen: www.antiform.eu