Theodor Waechter

Nachfahren schenken der Stadt Gemälde des ehemaligen Stadtoberhaupts

Übergabe: Helmut und Anne LangHeinrich vermachen das Ölgemälde der Stadt. Bürgermeisterin Wally Feiden (l.) freut sich.

BAD HONNEF. Einst war er Honnefer Bürgermeister, nun ist er gewissermaßen in den Rheinort zurückgekehrt: Die Familie LangHeinrich übergab jetzt eine Schenkung rund um ihren Vorfahren Theodor Waechter an Bürgermeisterin Wally Feiden.

Gegenstand der Schenkung sind neben einem großen Porträt aus der Zeit um die Jahrhundertwende 1899/1900 auch eine Ausgabe des "Extrablatts der Honnefer Volkszeitung" zu Waechters Wahl zum Bürgermeister sowie zwei private Briefe. Auch ein Straßennamenschild der Kölner Theodor-Waechter-Straße wechselte in den Besitz der Stadt.

Vertreten wurde die Familie der Waechter-Nachfahren durch Helmut und Anne LangHeinrich. Erstgenannter ist Enkelsohn von Clara Werber, der Tochter des ehemaligen Bürgermeisters Waechter. Das große Ölgemälde seines Urgroßvaters habe stets einen Ehrenplatz bei seiner Mutter gehabt, erinnert sich Helmut LangHeinrich.

Nach deren Tod im vergangenen Sommer habe sich die Familie dazu entschlossen, das Porträt der Stadt Bad Honnef zu vermachen. Feiden begrüßte die Entscheidung und die Großzügigkeit der LangHeinrichs: "Es wird der Stadt und ihm selbst am ehesten gerecht, wenn er bei uns in Honnef gewürdigt wird. Immerhin ist er hier in die Annalen eingegangen."

Die Schenkung sei eine große lokalgeschichtliche Bereicherung für das Stadtarchiv. Das Extrablatt sowie das Schreiben von "Tante Cilla" an "Clärchen Waechter" und Claras Kommunionbrief aus dem Jahr 1904 brachten Feidens Augen ebenfalls zum Leuchten. Sie hoffe, nach ihrem Amtsabtritt wieder mehr Zeit zu haben, um sich der Honnefer Lokalgeschichte widmen zu können, so die Noch-Bürgermeisterin. Das Gemälde soll fortan einen Ehrenplatz im Sitzungssaal des Rathauses bekommen. Die Papierdokumente werden dagegen professionell im Archiv untergebracht.

Hubert Franz Theodor Waechter, geboren am 27. November 1858, war nach Clemens Adams und Aloys Schumacher der dritte Bürgermeister Bad Honnefs. Über sein Leben vor dem Amtsantritt ist nur wenig bekannt. Einen Hinweis liefert die damalige Extrablatt-Sonderausgabe: "Zum Bürgermeister gewählt wurde Regierungs-Civil-Supernumerar Waechter in Cöln", steht dort Ende Dezember 1888 geschrieben.

Theodor Waechter war eine prägende Persönlichkeit für Bad Honnef: Seinem Engagement ist es maßgeblich zu verdanken, dass mit der Erbohrung der Drachenfelsquelle die Entwicklung des Ortes als Heilbad seinen Anfang nahm. Nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 1907 schreibt die HVZ: "Unter ihm erlebte Honnef einen großen Aufschwung. Es heißt, (...) der Trauerzug sei unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von der Pfarrkirche durch die Honnefer Innenstadt zum Friedhof gegangen."

Nun ist einer von Honnefs größten Söhnen also wieder dort, wo er einmal zu Hause war.