Bad Honnefer Siebengebirgsgymnasium

NRW-Schulministerin besucht Schulradio des Sibis

Am Dienstag besuchte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer das Bad Honnefer Siebengebirgsgymnasium.

Am Dienstag besuchte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer das Bad Honnefer Siebengebirgsgymnasium.

Bad Honnef. Ministerbesuch hat das Bad Honnefer Siebengebirgsgymnasium nicht alle Tage. Am Dienstag stand NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer beim Schulradio des Sibis den Jungmoderatoren Rede und Antwort.

Nach ziemlich genau 71 Minuten geht das rote Licht aus und die Tür zum Sendestudio auf. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer und Lucas Philipp Reindl, an diesem Morgen Moderator des Radiosenders AntenneSIBI, kommen locker plauschend aus dem kleinen Raum unter dem Dach des Feuerschlösschens. „Wir haben etwas überzogen“, sagt der Zehntklässler. Was ihm aber offenkundig niemand übel nimmt, auch nicht die FDP-Politikerin. „Das war ein nettes Gespräch“, sagt sie. „Es hat Spaß gemacht.“

Ministerbesuch hat das Bad Honnefer Siebengebirgsgymnasium, kurz Sibi, nicht alle Tage. Es sei denn, man feiert 100-jähriges Schuljubiläum und wird erstmals Bundessieger des Wirtschaftswettbewerbs Business@school mit der Idee, umweltfreundliches Toilettenpapier aus Gras herzustellen. Wenige Wochen zuvor, als das fünfköpfige Sibi-Projektteam im Mai mit seiner Geschäftsidee „GrasSwipe“ zunächst den Regionalentscheid hatte gewinnen können, hatte Gebauer in Köln den Bad Honnefer Schülern ihre Urkunden überreicht. Sibi-Lehrer Gregor Pallast ergriff bei diesem Termin die Gelegenheit, die Ministerin zu einem Interview mit dem schuleigenen Radiosender einzuladen – auch dieses Projekt betreut der Lehrer für Bio und Sozialwissenschaften. „Wir haben kurz die Termine abgestimmt, dann hat die Ministerin ganz unkompliziert zugesagt“, sagt Pallast. „Wir waren selbst etwas überrascht.“

Fast pünktlich um 8 Uhr am Dienstagmorgen fährt der Wagen Gebauers am Gymnasium vor. Da hatten Max und Finja vom Radioteam bereits die erste Stunde Live-Sendung hinter sich, zu empfangen wahlweise und in Schulnähe über eine eigene UKW-Frequenz oder aber als Livestream über die Internetseite der Schule. „Wir haben die Hörer schon mal auf die Themen des Interviews eingestimmt“, sagt Finja. Und das hatte vor allem zwei Schwerpunke: Die Umstellung von G 8 auf G 9 und die ökonomische Bildung an Schulen. Insgesamt zwölf Seiten Skript hatten Moderator Reindl und Pallast für den Termin mit der Ministerin erarbeitet, einige Stellungnahmen und O-Töne der Lehrer, des Schulleiters Joachim Nowak und Vertretern der Schulkonferenz zusammengetragen. „Wir haben bewusst ein bisschen Kuschelatmosphäre geschaffen“, sagt Pallast mit einem Augenzwinkern. „Wir überlassen Lehrern und Schulleiter die kontroversen Statements, dann ist das Gespräch im Studio ganz locker.“

Wäre es wahrscheinlich auch ohne den Kunstgriff geworden. „Frau Ministerin, würden Sie Toilettenpapier aus Gras kaufen?“, fragt der 16-Jährige zu Beginn. „Klar, wenn die Rollen in Produktion gehen, würde ich sie sofort kaufen“, sagt Gebauer. „Wenn ich richtig informiert bin, ist ja auch der Preis völlig akzeptabel.“ Deutlich spricht sich die FDP-Politikerin für die Einführung des Faches Wirtschaft an Gymnasien aus, wie es beispielsweise in Baden-Württemberg bereits der Fall ist. „Wirtschaftskenntnisse sind extrem wichtig für die Vorbereitung auf das Leben nach der Schule“, sagt sie.

Ein Statement, das Anna, Julia und Gina vom Nachrichtenteam umgehend für die lokalen Radionachrichten zur halben Stunde aufbereiten. In die fließen dann auch Gebauers Antworten auf Fragen in Sachen Umstellung von G 8 auf G 9 ein. Ein Thema, das die Schüler bewusst aufgegriffen hatten, da am Abend die Schulkonferenz die Beibehaltung oder Verlängerung der Schulzeit auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Gebauer befürwortet die Rückkehr zu G 9, wie sie im Interview sagt. Aber: „Wir unterstützen jede Entscheidung der Schulen, egal, ob G 8 oder G 9.“ Am Mittwoch steht das „Gesetz zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge im Gymnasium“ in zweiter Lesung auf der Tagesordnung im Düsseldorfer Landtag. Gebauer ist sich sicher, dass dann die Leitentscheidung getroffen wird. „Morgen Mittag wissen wir mehr“, sagt sie, verabschiedet sich mit freundlichem Lächeln in die Runde und tritt die Weiterfahrt zum Landtag nach Düsseldorf an.

Moderator Reindl indes hat an diesem Tag Feierabend. Vor allem die vergangene Woche sei „ziemlich intensiv“ gewesen mit den Vorbereitungen auf das Interview. „Etwas angespannt“ sei er dann vor dem Termin gewesen. „Aber die Ministerin war sehr professionell und sehr nett.“ Und wenn das Ergebnis dann gut sei, habe sich auch die ganze Arbeit gelohnt. „Und mal ehrlich: Die Chance, einer Ministerin Fragen zu stellen, hat man nicht alle Tage.“