Ferienprogramm an der Löwenburgschule

Mobiles Planetarium macht Station in Bad Honnef

Auf Matten liegend verfolgen die Kinder im „Mobilen Planetarium“ die Geschichte des Universums.

Auf Matten liegend verfolgen die Kinder im „Mobilen Planetarium“ die Geschichte des Universums.

Bad Honnef. Das „Mobile Planetarium“ hat Station bei der Ferienbetreuung der OGS der Löwenburgschule in Bad Honnef gemacht. Eigene Ideen für den Schulhof und ein Besuch in der Bundeskunsthalle Bonn sind weitere Programmpunkte.

Von außen erinnert das blaue, aufblasbare Kuppelzelt ein wenig an ein Iglu. Hinein kommt man nur auf allen Vieren kriechend durch die Luftschleuse – ganz schön eng. Drinnen ist es jedoch erstaunlich geräumig, etwa 30 Personen finden im „Mobilen Planetarium“ der Sternwarte Sessenbach Platz. So auch die Kinder der Ferienbetreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Löwenburgschule in Rommersdorf, die bei der angebotenen Führung mittels Licht- und Bildprojektionen den Sternen zum Greifen nahe kamen.

Seit etwa 15 Jahren tourt Klaus Völkel, Betreiber der Sternwarte im Westerwald, mit dem Planetarium durch Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen; spielerisch versucht er, seine Leidenschaft für die Himmelskunde an die Kinder weiterzugeben, auf die das Thema „Weltraum“ eine sehr hohe Anziehungskraft ausübt.

Eine Reise durch den Kosmos

Die Idee hinter dem Projekt war es darüber hinaus, Kindergärten und Schulen kostengünstig die Wunder des Universums näherzubringen: Da der Hobbyastronom mitsamt Sack und Pack zu ihnen kommt, entfallen teure Fahrtkosten. Und es lohnt sich allemal: „Die Kinder sind sehr offen und begeistert, oft wissen sie auch schon viele Dinge. So macht es großen Spaß, sie mit auf eine Reise durch den Kosmos zu nehmen“, so Völkel.

Auch die Resonanz bei den Schülern des Ferienprogramms der OGS war durchweg positiv. Die Sechs- bis Zehnjährigen zeigten sich äußerst lernbegierig und konnten mit bereits vorhandenen Kenntnissen, beispielsweise über die Venus, glänzen. Lydia (acht Jahre) wusste: „Die Sterne sind auch tagsüber da, man kann sie nur nicht sehen“. Als schließlich alle im in der Turnhalle aufgestellten „Mobilen Planetarium“ versammelt waren, staunten sie mit großen Augen über die auf das Kuppeldach projizierten schönen Bilder von Planeten, Tierkreiszeichen und Sternschnuppen.

Informationen über die Mondfinsternis

Gebannte „Ohs“ und „Ahs“ ertönten, als im Halbdunkel des Zelts auf einmal ein riesiger Mond über ihren Köpfen aufging. Einprägsam und leicht verständlich erklärte Völkel bei einer kurzen Einführung die Größenverhältnisse und Abstände der Himmelskörper und die Himmelsrichtungen („Nie Ohne Seife Waschen“) und veranschaulichte, was bei einer Mondfinsternis, wie der am kommenden Freitag, 27. Juli, passiert, wenn der Erdtrabant tiefrot erstrahlt.

Videobilder von Stürmen auf der Oberfläche des Jupiter, die er selbst mit dem Teleskop aufgenommen hatte, faszinierten ebenso wie die griechische Legende der Sternbilder von Andromeda, Kassiopeia und Perseus, die Völkel zur Auflockerung erzählte.

"Wie heißt der Planet mit den Ringen?"

Nicht nur stellte er den Kindern immer wieder Fragen („Wie heißt denn der große Planet mit den Ringen? Denkt an das Kaufhaus!“), auch sie wollten jede Menge wissen: Wenngleich er leider kein Bild von einem schwarzen Loch zeigen konnte (die geben nämlich kein Licht ab), beantwortete er beispielsweise ausführlich die Frage nach dem Begriff des „Urknalls“. Am Ende konnten sich einige gut vorstellen, später auch einmal Astrologe oder Astronaut zu werden.

Der achtjährige Robin interessierte sich am meisten für die Sternzeichen, die in der Antike zur Bestimmung der Jahreszeit dienten, und hat sich gemerkt, dass sie aus dem Glauben heraus entstanden, dass die Sonne zirkulär um die Erde und dabei einmal durch den gesamten, in zwölf Zonen aufgeteilten, Tierkreis wandert.

Mitnehmen werden die Grundschüler wohl außerdem ohne Zweifel den Merksatz „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen“, den sie viele Male zusammen begeistert skandierten. Sichtlich angetan von Völkels Besuch, der in diesem Jahr erstmalig auf dem Programm der Ferienbetreuung stand, zeigte sich auch Birgit Rink-Nebeling, Mitarbeiterin der OGS. Bei der Auswahl an passenden Aktivitäten achten sie und ihre Kolleginnen immer darauf, „einen bunten Mix aus allem zu machen: Spiel und Spaß, Kreatives, Sport und eben auch Naturwissenschaft, da wir als OGS ja auch einen gewissen Bildungsauftrag haben.“

Zwei Wochen lang Ferienspaß

In den ersten beiden Ferienwochen werden den Kindern von 8 bis 16 Uhr so neben Aktionen wie der Neugestaltung des Schulhofs oder einer Poollandschaft auch verschiedene Ausflüge – beispielsweise ins Bubenheimer Spieleland oder ein Workshop im Bundeskunsthalle in Bonn – geboten. Träger der OGS ist der Stadtjugendring Bad Honnef, der in den letzten beiden Wochen der Sommerferien wieder eine Feriennaherholung veranstaltet.