Kabarettistin Jutta Lindner

Mit Oma Frieda schnippen alle im Takt

Auch ohne echte Zähne eine Frau mit Biss: Oma Frieda, alias Jutta Lindner, unterhält ihr Publikum bei den Johannitern.

BAD HONNEF. Oma Frieda nahm ihrem Publikum in Bad Honnef die Angst vorm Alter. "Turne bis zur Urne" ist das Motto ihres Kabaretts für Senioren.

Und Oma Frieda, alias Jutta Lindner, sprach bei der Veranstaltung, zu der die Johanniter eingeladen hatten, alle an: die Backfisch-Senioren (das ist die Kategorie unter 50), die Junior-Senioren und die Senioritas, die über 80. Die ganz junge Dame, die den Auftritt besuchte, wurde von Oma Frieda ganz besonders begrüßt: "Du bist noch eine Rosine." Und: "Von der Traube zur Rosine, das ist der Weg."

Dass Falten und Runzeln der Fitness der 89-jährigen Oma Frieda nichts anhaben können, bewies sie in ihrem bunten Programm, mit dem sie auf "Kabarettistische Rhein-Wanderung von der Schweiz bis nach Holland" gegangen ist. Am Etappenort Bad Honnef trug sie auch die Senioren-Hymne "Fidele Rosinen" und andere Lieder vor. "Wache Ohren wie ein Luchs, scharfe Augen wie ein Fuchs", sang sie und animierte das Publikum, im Takt mit den Fingern zu schnippen - als Senioren-Gymnastik gewissermaßen.

"Wann fängt eine Frau zu leben an?", fragte die Kabarettistin. Ihre Antwort: "Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Mann auf dem Friedhof liegt." Bissig, aber mit jeder Menge teils derbem Humor nahm sie sich und ihre Altersgenossinnen auf die Schippe. "Oma", das steht schließlich für "Original mit Anspruch".

Schaukelstuhl war gestern, jetzt sind Seniorinnen superaktiv und multitasking. Und so zeigte sich Oma Frieda bei ihrem Auftritt als Chefin des Seniorenclubs "Fidele Rosinen", als Managerin der Seniorendisco und des Festivals "Rock am Stock" in Bestform. Sie ging dem Jugendwahn und der Schönheitschirurgie auf den Grund. Und meinte: "Wenn auch die Zähne nicht mehr echt sind, Frau hat immer noch Biss!"

Oma Frieda alias Jutta Lindner kommt aus dem Saarland. 24 Jahre lang war sie als Krankenschwester und in der Pflege tätig. Genau so lange spielt sie bereits Theater und tritt als Kabarettistin auf - zunächst in Amateurgruppen, dann wurde die Bühne ihre Profession. Ihr erstes abendfüllendes Solo hatte sie 2003 mit "Blein Däit". Mit dem Krankenschwester-Kabarett "Nachtschwester Lackmeier" und dem Mehrgenerationen-Kabarett "Turne bis zur Urne - Oma Frieda" trat sie bereits 400 Mal auf. Wie sagte Oma Frieda doch? "Niveau ist keine Handcreme!"