Festival der Rhein-Sieg-Musikschulen in Bad Honnef

Mit Durchhaltevermögen und jeder Menge Pizza

Von Folk bis Filmmusik reichte das Programm des Festivalkonzerts. Am Vormittag hatten die Musiker erstmals gemeinsam geprobt.

Von Folk bis Filmmusik reichte das Programm des Festivalkonzerts. Am Vormittag hatten die Musiker erstmals gemeinsam geprobt.

BAD HONNEF. Vorsicht ist noch immer besser als Nachsicht, und am Ende war die geplante Open-Air-Session am Vogelbrunnen der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft der Musikschulen im Rhein-Sieg-Kreis doch zu heikel.

Die Entscheidung, das kreisweite Musikschulfestival, ursprünglich als entspannte Sonnenschein-Musikgala fürs Laufpublikum des Bad Honnefer Rosenfestes angedacht, in den Saal des Rathauses zu verlegen, sei alles andere als leicht gefallen, sagte Antonia Schwager, Leiterin der Honnefer Musikschule. Doch angesichts des Niederschlagsrisikos und der hohen Luftfeuchtigkeit wollte niemand den guten Zustand der Instrumente leichtfertig aufs Spiel setzen.

Und so war es lediglich eine kleine, aber feine musikalische Vorhut in Form der Samba-Gruppe um Ulrich Poth, die am Brunnen mit heißen brasilianischen Rhythmen auf Snare Drums, Cowbells, Tamborims, Shaker und Agogô auf das Festival einstimmte. So angestachelt, strömten die Besucher scharenweise herbei: Rappelvoll war es im Ratssaal. Immerhin stand ein kreatives Zusammentreffen aller zwölf Musikschulen des Kreises auf dem Programm, das so nur alle zwei Jahre zustande kommt – diesmal ausgerichtet von der Musikschule Bad Honnef.

Das Konzept: 130 Musiker quer durch alle Musikschulen – die Jüngsten sieben Jahre alt, die Ältesten über 70 – setzten sich einen Tag lang in fünf Workshops zusammen und musizierten.

Der Clou daran: Die allerersten gemeinsamen Proben der kleinen Projektorchester hatten erst am selben Morgen stattgefunden. Damit wenige Stunden später beim großen Auftritt alles perfekt klingen konnte, war Eile geboten, Durchhaltevermögen und eine Menge Talent. Eine Herausforderung, die alle Beteiligten jedoch, mit Bergen von Pizza gestärkt, bravourös meisterten. Durchs Programm führte neben Antonia Schwager auch Stefan Küsche, Leiter der Hennefer Musikschule und Sprecher der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft.

Einen „Rheinländer“, so hieß der schwungvolle Exportschlager aus Norwegen, brachten Martina Kölle und Ingmar Meissner mit ihrem Folk-Ensemble direkt zu Beginn zu Gehör. Dazu noch eine lockerleichte Lachquadrille und einen bulgarischen Kamenopolsko, gekrönt von einem beschwingten Circassian aus Schottland – ein Genuss für Folklore-Fans. Und während im Anschluss die Holzbläser unter der Leitung von Hans Werner auf der Bühne verzauberten, zog die Honnefer Rosenkönigin Nina Neumann, die dem Festival einen Ehrenbesuch abstattete, mit ihren Prinzessinnen Annalena Borkes und Nele Krupp zu Händels Wassermusik durch die Reihen und verteilte duftende Rosen unter den Besuchern.

„Eine ganz besondere Suite“ kündigte dann Gerhard Anders an, der das Streichorchester – übrigens das jüngste Ensemble der Veranstaltung – anleitete. Mitgebracht hatten die Nachwuchs-Streicher drei Sätze der „Suite of the Day“, die musikalische Nacherzählung eines betriebsamen Tagesablaufs aus der Feder der britischen Komponistin Hilary Burgoyne.

Und als furioses Finale trieb Alexander Hense seine Bigband beim Filmmusik-Medley zu Höchstleistungen: Pharrell Williams' „Happy“ aus dem Minions-Animationsfilm „Despicable Me 2“ gab es ebenso zu genießen wie das Beste aus „Fluch der Karibik“. Und beim „Final Countdown“ der Band Europe, der letzten Feel-Good-Zugabe des Nachmittags, konnte dann wirklich jeder mitsummen.