150 Jugendliche im Pfingstlager

Malteser-Jugend zeltet auf der Insel Grafenwerth

Siebengebirge. Vermüllte Schrebergärten am Rhöndorfer Rheinufer hatten sich die rund 150 Jugendlichen aus der Erzdiözese Köln vorgenommen, die am Wochenende am Pfingstzeltlager der Malteser teilnahmen.

„Und Feierabend!“ Die T-Shirts verstaubt und die Haare zerzaust, sammelten sich die Helferinnen und Helfer der Malteser-Jugend inmitten vollbeladener Container und zentnerschwerer Steinhaufen zum Stehkreis. Denn für die kräftezehrende Arbeit in der Nachmittagssonne – die Ältesten schufteten sogar knapp sieben Stunden am Stück – hatten sie sich einen Segenswunsch redlich verdient: Drei der Schrebergärten an der Rheinpromenade, die noch am Morgen einer Müllhalde geglichen hatten, waren wie blank gefegt.

Weihwasser und Palmzweig in der Hand, dankten die beiden Diözesan-Jugendseelsorger José Pérez Pérez und Marco Limberger den Jugendlichen: „Die Menschheit geht viel zu oft nicht gut mit Natur und Umwelt um. Umso wichtiger war es, dass ihr heute gemeinsam angepackt und einen ersten Schritt getan habt.“ Immerhin sei es auch das Credo Franziskus' von Assisi gewesen, „die Schöpfung zu bewahren“ – und ein Malteser helfe ohnehin, wo er helfen könne.

Aufräumarbeiten für den guten Zweck standen in diesem Jahr beim Malteser-Pfingstzeltlager im Mittelpunkt: Rund 150 Kinder und Jugendliche aus allen Malteser-Ortsgliederungen in der Erzdiözese Köln campten von Freitag bis Montag im Freibad auf der Insel Grafenwerth. Benannt in Anlehnung an das Musikfestival „Tomorrowland“ stand die Veranstaltung diesmal unter dem Motto „Tomorrow Island“. Ein ganzes Wochenende lang setzten sich die Teilnehmer zwischen acht und 21 Jahren mit ihrer individueller Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft auseinander, trainierten spielerisch ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Fairness und Gesundheit.

Entrümpeln statt Lager-Olympiade

Statt einer traditionellen Lager-Olympiade folgten die Jugendlichen samt ihren Betreuern dabei einem regionalen Aufruf des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ): In Vorbereitung auf seine bundesweite 72-Stunden-Aktion im Mai 2019 hatte der BDKJ in der Erzdiözese Köln bistumsweit dazu aufgerufen, an einem ausgewählten Tag etwas Gutes zu tun. Die Malteser-Jugend entschied sich dazu, in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bau- und Betriebshof und dem BDKJ-Stadtverband Bad Honnef die längst überfällige Entrümpelung von drei einstigen Schrebergärten am Rhöndorfer Rheinufer anzugehen.

Am Morgen noch hatte die Szenerie einem Schrottplatz geglichen. Holzplanken und Wellbleche stapelten sich in wildem Durcheinander, dazwischen ausrangierte Fässer, löchrige Plastikplanen, kaputte weiße Plastikstühle, asbesthaltige Eternitplatten. Und mittendrin marode Holzhütten, eine davon längst abgebrannt, und alles eingezäunt mit rostendem Maschendraht. Die Kleingartenkolonie an der Mühlenwegbrücke – seit Jahren bereits heillos verwahrlost – war vielen lange ein Dorn im Auge gewesen.

Der Anweisung der Stadt, die Flächen zu räumen, waren jedoch nur etwa die Hälfte der Pächter und Eigentümer nachgekommen. Nun schuf die Verwaltung Tatsachen und erteilte den Maltesern die Entrümpelungs-Erlaubnis für die drei Anlagen im wohl desolatesten Zustand. Langfristiges Ziel ist die Wiederherstellung einer naturnahen, öffentlich nutzbaren Auenfläche.

Die Aufgabe der Malteser lautete: aufräumen, Müll trennen, ein schlüssiges Landschaftsbild hinterlassen. Die Container und Müllberge wurden später vom Bauhof abtransportiert. Während die ältesten unter den Maltesern als „Ü-18-Kolonne“ unter der Anleitung des BDKJ-Stadtverbandsvorsitzenden und Malteser-Jugendleiters Rainer Stens von morgens früh an für das Grobe zuständig waren, halfen die Teenager im Alter von 14 bis 18 Jahren nachmittags beim Müllsammeln in den Gartenanlagen und weiter unten am Rheinufer.

Nistkästen und Insektenhotels

Die Jüngsten werkelten derweil im Zeltlager auf Grafenwerth an Nistkästen und Insektenhotels, um heimischen Vögeln und Insekten einen Unterschlupf zu bieten. Und die konnten sofort auf unkonventionelle Weise zum Einsatz kommen: Denn beim Entmisten war eine Gruppe im dichten Gestrüpp unterhalb der Bahngleise auf ein Mäusenest gestoßen. Zum Schutz vor Fressfeinden durften die hilflosen Mäusejunge ins Luxushotel umziehen.

Lobende Worte fand BDKJ-Diözesanpräses René Fanta für das Engagement der Malteser-Jugend: Es zeige sich, „dass die Jugendlichen für die Schöpfung eintreten und diese bewahren wollen, dass sie eigenhändig anpacken und etwas in Gang setzen möchten“. Ferner beweise die Aktion, dass die Jugendlichen sich tatsächlich Gedanken um die Zukunft machten und ein Bewusstsein für die Folgen einer vernachlässigten und geschädigten Umwelt entwickelten, meinte Carsten Möbus, stellvertretender Diözesan-Jugendsprecher. Die vier Schlagworte der Malteser-Jugend – glauben, lachen, lernen, helfen – ließen sich, so Möbus, kaum besser in die Tat umsetzen.