Lesung von Buchautorin Sabine Trinkaus

Lakritz vor Schnapspraline

Autorin Sabine Trinkaus aus Alfter liest im Rathausfoyer aus ihrem Krimi.

Autorin Sabine Trinkaus aus Alfter liest im Rathausfoyer aus ihrem Krimi.

BAD HONNEF. Schnapspraline oder Lakritz? Zunächst einmal machte Sabine Trinkaus einen Feldversuch. Die Autorin aus Alfter las im Rathausfoyer aus ihrem Krimi "Schnapspralinen". Und der beginnt mit dem Disput zwischen Kriminalhauptkommissar Christian Wörner und seiner Lebensgefährtin Britta Brandner über - Lakritz.

Dieser süßliche Duft zieht durchs Fenster ihrer Küche in Kessenich. "Ekelhaft", schimpft der Kommissar. Und Britta gerät ins Grübeln. Nicht, weil er Lakritz nicht mag, aber weil sie ihn vielleicht gar nicht so gut kennt.

Jedenfalls ließ Sabine Trinkaus eine Tüte Lakritz und eine Schachtel Schnapspralinen durch die Reihen gehen, um die Vorliebe ihrer Zuhörer zu testen. Bei der Auswertung am Schluss lag der Zuspruch für Lakritz leicht über dem der schokoladigen Verführung. Und für jeden Besucher dieser Veranstaltung des Fördervereins der Stadtbücherei gab's noch ein Tütchen mit drei feinen Schnapspralinen, die die Bad Honnefer Confiseri Coppeneur sponserte.

Aber was haben die Schnapspralinen mit dem Mord an dem unbeliebten Lehrer Lebrecht zu tun? Wurde er womöglich heimtückisch mit vergifteten Pralinen umgebracht? Nein, er lag erschlagen auf dem Friedhof. Die 93-jährige Agatha, Brittas Quasi-Großmutter, die aus einer alten Schnapsbrennerdynastie stammt, lockert mit Schnapspralinen so manche Zunge. Und sie hilft bei der Aufklärung des Falles, der neben Kommissar Wörner auch Britta Brandner und deren Freundin Margot Pütz auf den Plan ruft. "Kessenich hat tolle Friedhöfe. Ich brauchte einen Friedhof für meinen Roman", berichtete Sabine Trinkaus. So wählte sie den Bergfriedhof für ihre Romanszene aus. "Ein Drittel der Arbeit ist Planen und vor Ort recherchieren", sagt die gelernte Bibliothekarin, die seit acht Jahren schreibt. Trinkaus studierte in Bonn und wurde im Rheinland heimisch. Hier spielen auch ihre Krimis. Vier hat sie bisher neben Kurzgeschichten verfasst. "Beim Genre Krimi soll es auch bleiben."

Seit einigen Jahren ist das nicht mehr nur Hobby. Die Autorin beginnt morgens mit der Schriftstellerei wie andere mit einem Bürojob. "Wenn ich manchmal nicht weiterkomme, gehe ich ins Café. Da gibt es viele schöne Szenen, die mir Ideen verschaffen." Am nächsten Roman sitzt sie schon. Hat die 45-Jährige ein Vorbild? "Agatha Christi. Ich lese gerne Krimis, schon immer." An einem Stand der Bücherei Werber gab's dann noch "Schnapspralinen" in Papierform - zum Auflösen des Falls zu Hause beim Lesen.