Ausstellung im Haus Hedwig

Kunstsammlerin Andra Lauffs-Wegner zeigt ausgewählte Werke

RHÖNDORF. Dieses Kunstwerk ist ein wirklich schwerer Brocken. Stattliche 1600 Kilo wiegt die Arbeit der italienischen Bildhauerin Tatiana Trouvé. Dafür musste eigens eine Stützwand im Keller unter der Kapelle von Haus Hedwig errichtet werden.

Denn dort sowie im Erdgeschoss dieser Gründerzeitvilla und im Park vom Haus im Turm zeigt Andra Lauffs-Wegner zeitgenössische Kunst aus ihrer Sammlung.

Neben Ólafur Eliasson, Jeppe Hein, Anna K.E., Alicja Kwade und Michael Sailstorfer ist eben auch Tatiana Trouvé vertreten, die - bis auf die Lampe mit Farb-Effekt des dänisch-isländischen Künstlers Eliasson über dem Altar - die Kapelle für sich allein hat. Über einer ebenfalls extra errichteten Wand in dem einstigen Betsaal des früheren Müttergenesungsheims hängt eine Matratze, zwei weitere Bettauflagen sind zusammengerollt.

So täuschend echt aussehend, dass erst auf den zweiten Blick klar ist, dass es sich um Beton handelt. Die in Paris lebende Künstlerin hat den Anspruch, mit ihren Installationen Konstruktionen der Wirklichkeit zu schaffen, in denen "Gedanken zu plastischen Wesen" werden.

Im Erdgeschoss, in dem Andra Lauffs-Wegner als Clou die Wände nach den Renovierungsmaßnahmen in der Villa unbehandelt ließ, gibt es lediglich ein Wandbild. Auch eine Uhr ohne Zifferblatt hängt dort, die als Spiegel erscheint und minütlich einen Ton abgibt. Alicja Kwades Arbeiten kreisen auch um die Themen Zeit und Wahrnehmung, Fiktion und Wahrheit. Die polnische Künstlerin zeigt noch weitere Arbeiten. "Restgeld" heißt etwa der einem Brunnen ähnelnde Ring aus ausgestanzten Metallplatten, die beim Herstellen von Münzen entstehen.

Eine alte Holztür hat sie zu einer Säulen-Skulptur verbogen, die dem Raum etwas Majestätisches gibt. Architektonische Strukturen zeigt Anna K.E. in ihren Werken. Von Michael Sailstorfer stammt ein Baumhaus aus einem Flugzeug, Ebenso im Park stehen Ruhebänke von Jeppe Hein, die auch nicht gerade alltäglich sind.

Diesen Arbeiten auf die Spur gekommen ist Andra Lauffs-Wegner, die sich entschlossen hat, die gediegenen Räume im Haus Hedwig zu nutzen, um die Werke allen Kunstliebhabern zugänglich zu machen. Die Rhöndorfer Diplomkauffrau und Kunsthistorikerin, die ihre Diplomarbeit einst zum Titel "Moderne Kunst als Kapitalanlage" schrieb, engagiert sich in vielfältigen Gremien und Kunstvereinen. Jetzt schenkt sie Rhöndorf ganz besondere Einblicke. In einem Jahr sollen Fotografien die jetzigen Werke ablösen.

Wer die Ausstellung besichtigen möchte, wendet sich an Andra Lauffs-Wegner: www.kat-a.de