Gedenken am Rhöndorfer Friedhof

Kränze zu Ehren Konrad Adenauers niedergelegt

Es hat Tradition: Die Rhöndorfer Hubertus-Schützen stellen sich zu Ehren Adenauers an dessen Grab auf.

Es hat Tradition: Die Rhöndorfer Hubertus-Schützen stellen sich zu Ehren Adenauers an dessen Grab auf.

Rhöndorf. Politiker, Gäste und Familienmitglieder haben am 142. Geburtstag Kränze für Konrad Adenauer niedergelegt. Die Polizei sperrte die Zufahrt für Autos zum Waldfriedhof schon am Ziepchensplatz ab.

Das Bild ist jedes Jahr am 5. Januar ein ähnliches: Die Zufahrt am Rhöndorfer Ziepchensplatz bergauf in die Löwenburgstraße ist von der Polizei gesperrt, nur bestimmte Fahrzeuge lassen die Beamten durch. Nach und nach passieren schwarze Wagen die Absperrung, um sich den schmalen Weg zum Waldfriedhof zu bahnen. Drinnen sitzen Politiker und Mitglieder der Familie Adenauer, um mit einer Kranzniederlegung am Grab auf dem Waldfriedhof des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland zu gedenken.

Oben am Eingang zum Friedhof steht bereits Horst Voßmann von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf. Voßmann, der sonst Besucher durch das Wohnhaus Adenauers führt und Vorträge hält, ist heute als Ersthelfer hier. Für den Notfall, sagt er. „Ich muss im Prinzip der Erste und der Letzte sein“, begründet er sein frühes Erscheinen.

Rund 50 Personen bei der Kranzniederlegung

Nach und nach kommen dann auch die insgesamt rund 50 Menschen an, die in diesem Jahr der Kranzniederlegung beiwohnen. Neben lokalen und überregionalen Politikern wie Ministerpräsident Armin Laschet, Bundestagsabgeordneter Norbert Röttgen und Landrat Sebastian Schuster ist auch wieder Yasuo Inadome mit dabei. Seit elf Jahren kommt der Japaner, der im Kreis Viersen lebt und „wegen Adenauer“ deutsche Geschichte studierte, mit einem Blumenstrauß zur Kranzniederlegung.

„Ich bin ein großer Verehrer Adenauers“, sagt Inadome und fügt an: „Den Glanz, die Demokratie und die Freiheit in Deutschland verdanken wir Adenauer.“ Oben am Grab legt er die Blumen in eine bereits platzierte Vase. „Ich bin gut verbunden mit der Stiftung“, erklärt der Politologe, der mehrmals im Jahr nach Rhöndorf kommt.

Anschließender Empfang auf dem Petersberg

Jedes Jahr mit dabei sind auch Mitglieder der Rhöndorfer Sankt-Hubertus-Schützengesellschaft. Gemeinsam ziehen sie vom Friedhofseingang in Richtung des Grabes. „Das ist die Tradition“, so Bernd Humpert und Hans Maier kurz und knapp. 1967 gaben die Schützen dem „Alten von Rhöndorf“ nach Beendigung des Staatsaktes das letzte Geleit. Auch an diesem Nachmittag stellen sie sich am Grab auf und ziehen ihre Degen.

Enkel Konrad Adenauer spricht ein Gebet, dankt den Anwesenden für ihr Kommen und sagt einige Worte. „Zum ersten Mal ist kein Kind von Adenauer dabei“, sagt er. Als die Gäste das Grab wieder verlassen, zum Empfang auf den Petersberg und hinab ins Tal aufbrechen, ist auch für Voßmann der Einsatz als Ersthelfer vorbei. Eingreifen musste er glücklicherweise nicht.