Tanzen, Musizieren und Videoproduktion

Konrad-Adenauer-Schule macht bei "Bad Honnef tanzt" mit

Den Schulhof zum Drehort umfunktioniert: Gemeinsam entwickeln die Schüler eine Choreographie und filmen sich dabei.

Den Schulhof zum Drehort umfunktioniert: Gemeinsam entwickeln die Schüler eine Choreographie und filmen sich dabei.

Bad Honnef. Die Schüler der Konrad-Adenauer-Schule in Bad Honnef haben an der Projektwoche „Bad Honnef tanzt“ teilgenommen. In mehrfacher Hinsicht ein Abschlussprojekt: Ende des Schuljahrs schließt die Schule für immer die Türen.

Über den Schulhof der Konrad-Adenauer-Schule (Kasch) in Bad Honnef dröhnt der Bass. Dort, wo die Schüler sonst ihre Pausen verbringen, ist an diesem Tag ein roter Teppich ausgerollt. Eine Gruppe nähert sich tanzend der dekorierten Schulhofsecke, wieder andere filmen das Geschehen. Den Blick über alle behält Anna-Lu Masch. Die Leiterin von „Bad Honnef tanzt“ hat das an der Hauptschule stattfindende Projekt ins Leben gerufen.

500 Schüler aus zehn Schulen in Bad Honnef und Königswinter haben seit September vergangenen Jahres an den jeweils siebentägigen Projektwochen teilgenommen. Nun ist die Kasch mit 45 Schülerinnen und Schülern an der Reihe. Fünf Tage hatten sie Zeit, mit einem Tänzer, einem Musiker, einem Produzenten und einer Künstlerin an ihrem Projekt zu Arbeiten. Diesmal ist das Ergebnis jedoch kein gemeinsamer Auftritt, sondern ein Kurzfilm, der die Woche und das gemeinsame Arbeiten dokumentiert.

Für die Kasch ist die Woche in mehrfacher Hinsicht ein Abschlussprojekt. Wie berichtet, schließt die Sekundarschule nach mehr als 50 Jahren im Sommer dieses Jahres für immer ihre Türen. „Für mich ist das eine echte Herzenssache. Ich habe hier sieben Jahre lang als Tanzpädagogin gearbeitet, und in dieser Woche ist das gemeinschaftliche Arbeiten besonders intensiv“, sagt Masch.

Die 30-Jährige ist selbst Tänzerin und Choreographin und freut sich darüber, das Stadtmotto Bad Honnefs, „Lebensfreude verbürgt“, auf so kreative Weise aufarbeiten zu können. Laut Masch wurde mit dem Kulturprojekt der Spruch mit Leben gefüllt, dargestellt und kritisch hinterfragt. „Es war wirklich spannend zu sehen, was den Kindern und Jugendlichen alles dazu eingefallen ist“, sagt die 30-Jährige.

Tanz, Musik oder doch lieber bildende Kunst?

Die Schüler konnten sich aussuchen, mit welcher der vier Kunstformen sie sich eine Woche lang intensiv auseinandersetzen möchten: Tanz und Choreographie, bildende Kunst und plastisches Gestalten, Musizieren und Komponieren oder Video- und Filmproduktion.

Jenny Lorenz war in der Gruppe für bildende Kunst und plastisches Gestalten. „Ich habe beim Bühnenbild mitgeholfen und vor allem die Arbeit mit Graffiti hat mir viel Spaß gemacht“, erzählt die 16-Jährige. Das tragbare Bühnenbild besteht aus vielen Elementen auf denen die Schüler in 20 verschiedenen Sprachen „Tschüss“ geschrieben haben.

„Die Schülerschaft hier ist international und heterogen“, sagt die Tanzlehrerin. Die Schüler aus der Tanzgruppe tragen während ihrer Performance silberfarbene Accessoires. Das Silber soll für einen Spiegel stehen, der sowohl sie selbst, als auch die Welt reflektiert. „Die Schüler haben sich intensiv mit den Bedeutungen auseinandergesetzt. Aber jeder wird am Ende etwas anderes aus dem Film ziehen und deuten“, denkt Anna-Lu Masch.

Schüler schrieben eigenen Rap

Sürmeli Orakci ist einer der Tänzer: „Die Proben haben viel Spaß gemacht. Ich habe einiges ausprobiert, was ich vorher noch nie gemacht habe.“ Gemeinschaftlich hatten sich die Schüler für die Stilrichtung Hip-Hop entschieden und eigens dafür Rap-Passagen geschrieben.

Der Musiker Florian Walter hat gemeinsam mit den Schülern erarbeitet, wie sie eine Geschichte in Reimform erzählen und das Ganze in eine Songstruktur bringen: „Es hat wirklich alles fantastisch geklappt, alle waren total diszipliniert und fokussiert.“ Besonders der Umgang untereinander und der Zusammenhalt hätten ihm imponiert. „Wir haben Texte geschrieben, die wir anschließend gerappt haben und dann geprobt, dass wir den Takt treffen, auf den wir uns vorher geeinigt haben“, erzählt Schüler Muhammed Cendek.

In den Texten geht es unter anderem um Familie, Freunde und Gott – all das, womit die Schüler Lebensfreude verbinden. Auch Bürgermeister Otto Neuhoff haben sie zum Stadtmotto befragt. Teile des Interviews werden ebenfalls in ihrem Abschlussfilm zu sehen sein.

Gefilmt wurden die Passagen von den Schülern. Berkan Demirarslan war in der Videogruppe aktiv: „Wir haben gelernt wie man mit dem Handy und einer Kamera richtig umgeht und was man beachten muss.“

Die Schulglocke war egal

Anna-Lu Masch blickt auf jeden Fall positiv auf die Projektwoche an der Kasch: „Wir haben intensiv zusammengearbeitet und für eine Woche lang war die Schulglocke gänzlich egal – so wie das sein soll in so einer Zeit.“

In Bad Honnef hat die 30-Jährige selbst eine zweite Heimat gefunden: „In meinen Projekten beschäftige ich mich gerne mit den Themen, die Bezug zur Stadt haben.“

Die Resultate der insgesamt zehn Projektwochen können sich die Schüler gemeinsam bei der Premiere am Sonntag, 24. März, um 18 Uhr in der Sporthalle Menzenberger Straße anschauen. „Das Event soll noch einmal eine Wertschätzung für alle Teilnehmer sein“, sagt die Organisatorin.

Weitere Infos unter www.badhonneftanzt.de