Gutachten schließt Vorkommen aus

Kein Uhu auf Mesenholl in Bad Honnef

Bad Honnef. Die Hohenhonnef GmbH kann ihre Planungen für das Gelände der ehemaligen Wäscherei Mesenholl weiter vorantreiben. Ein Gutachten belegt: Ein Uhu blockiert das Bauprojekt nicht.

Die Planungen der Hohenhonnef GmbH für das Gelände der ehemaligen Wäscherei Mesenholl können weitergehen. Das vermutete Vorkommen eines Uhus hatte die Pläne infrage gestellt. Das faunistische Gutachten aber belegt: Der Uhu hat in der alten Wäscherei, wenn überhaupt, allenfalls ein Päuschen eingelegt.

„Da ist kein Uhu. Das haben wir jetzt schwarz auf weiß“, so Johannes Brings, stellvertretender Leiter der Einrichtung der Hohenhonnef GmbH, auf GA-Anfrage.

Die ehemalige Großwäscherei, die zur einstigen Lungenheilanstalt Hohenhonnef gehörte und mit dieser durch eine Lorenbahn im Wald verbunden war, steht bekanntermaßen seit mindestens drei Jahrzehnten leer. Eigentümerin ist eben die Hohenhonnef GmbH, gemeinnützige Einrichtung der Cornelius-Helferich-Stiftung für Menschen mit Behinderung, die oberhalb ihr zentrales Haus betreibt. Und die nach unzähligen Fehlversuchen, das Mesenholl-Gelände an einen Investor zu verkaufen, das Areal nun selbst entwickeln will.

Die Gesellschaft plant dazu Wohnnutzung auf der Industriebrache. Eine Bauvoranfrage ist bereits gestellt. Gedacht ist laut Brings an Sanierung und Umbau im Bestand. Das prägende Gebäude, an dem der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, soll so weit als möglich erhalten bleiben und in seinem Inneren der neuen Nutzung angepasst werden.

Viele Pläne in den vergangenen Jahren

Die Idee, die ehemalige Wäscherei in Eigenregie zu sanieren, reiht sich ein in eine Vielzahl von vergeblichen Verkaufsversuchen und Plänen aus den vergangenen Jahren. Für das rund 4.000 Quadratmeter große Areal samt der architektonisch interessanten Immobilie waren unter anderem Wohnungen, eine Diskothek, ein Kunst- und Kulturzentrum sowie eine Kletterhalle angedacht. Auch für die Verwaltung des möglichen Nationalparks, der nach dem Bürgerentscheid 2009 ad acta gelegt wurde, war die Wäscherei Mesenholl durchaus schon im Gespräch.

In Summe gab es fünf positive Bauvoranfragen; umgesetzt wurden sie alle nicht. Die Pläne zerschlugen sich, nicht zuletzt aufgrund der Lage des Areals. Denn das Landschaftsschutzgebiet umschließt das bröckelnde Gebäude wie ein Saum, die Auflagen sind entsprechend. Außerdem pochte der Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen darauf, dass je nach Nutzung – wie eben durch ein Kulturzentrum mit entsprechendem Besucheraufkommen – an der Landesstraße am Beginn des Schmelztals eine Abbiegespur eingerichtet werden müsste.

Die Hohenhonnef GmbH plante schließlich selbst – bis im Februar ein angebliches Uhu-Vorkommen die Runde machte. Immerhin handelt es sich bei dem majestätischen Vogel um eine erheblich gefährdete Art. Ein Projekt gleich welcher Art wäre damit hinfällig, wie das Beispiel Windpark am Asberg zeigt: Dort kam das seltene Tier den Windrädern in die Quere.

Mit Drohne abgesucht

Für Mesenholl ergab das faunistische Gutachten allerdings nun: Die ehemalige Wäscherei ist Uhu-freie Zone. Brings: „Das hat das Gutachten, das eine wichtige Auflage war, eindeutig ergeben.“ Um ganz sicher zu gehen, sei das Gelände sogar eigens mit einer Drohne abgesucht worden. Was den Fortgang der Dinge angeht, ist Brings damit „vorsichtig optimistisch“. „Die Stadt unterstützt uns nach Kräften. Und auch wir als Eigentümer sind hoch motiviert.“

Eine Baufirma habe das Gebäude in den vergangenen Wochen „komplett verbrettert“, als „doppelte Sicherung“ sozusagen. Denn einerseits habe das Gebäude trotz Verbots und Bauzaunabsicherung immer wieder Unbefugte angezogen, die bei ihrem Treiben sogar „die Kabel aus der Wand schälten“. Andererseits kann sich damit kein noch so interessierter Uhu mehr in der ehemaligen Wäscherei häuslich niederlassen.