Hontes in Bad Honnef

Karnevalsgesellschaft Halt Pol kauft das alte Gefängnis

Zeughaus mit mittelalterlichen Mauern: Das Hontes gehört bald der KG Halt Pol.

BAD HONNEF. Eine schöne Bescherung mitten in der Session. Quasi zwischen Mädchen- und Prunksitzung erhielt die KG Halt Pol 5000 Euro von der Sparkassenstiftung der Stadtsparkasse Bad Honnef für den Ankauf des Hontes.

Der Notar-Termin ist bereits absolviert. "Jetzt warten wir noch auf die Umschreibung, dann ist es endlich uns", sagte Halt-Pol-Präsident Jörg Pütz bei der Übergabe des Schecks durch Mathias Alfs, den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung und Vorstand der Stadtsparkasse Bad Honnef, sowie den Verwaltungsratsvorsitzenden Christian Kunze.

Da schien auch das Halt-Pol-Männchen aus Stein, das sich am Laternenpfahl neben dem Hontes festhält, zu strahlen. Mathias Alfs wünschte den Halt Pölern, dass ihnen dieses Gebäude eine gute Heimstatt sei. Und Christian Kunze regte an, dieses Haus auch einmal der Volkshochschule zur Verfügung zu stellen. "Vielleicht zu einem Rhetorikkursus für Büttenredner", fügte er schmunzelnd an.

Auch in Zukunft werde die KG das Hontes der Öffentlichkeit zugänglich machen, etwa beim Tag des offenen Denkmals, meinte Jörg Pütz. Seit 1986 ist das Gebäude denkmalgeschützt. "Wir wollen das Haus so wie es ist der Nachwelt erhalten, es hegen und pflegen, so wie bisher", versprach der KG-Präsident feierlich. Seit 1997 hatte die Gesellschaft es bereits von der Stadt gepachtet und als Zeughaus genutzt, es renoviert und herausgeputzt.

Bürgermeisterin Wally Feiden sagte: "Ich weiß, dass das Hontes in gute, zuverlässige Hände gelangt." Andererseits sei es schwer, sich von Eigentum zu trennen. Aber der Stadtrat habe so entschieden. "Ich wünsche der KG Halt Pol alles Gute, weiter eine so gute Entwicklung. Sie haben das Hontes wirklich super unterhalten, da tut der Abschied nur noch halb so weh." Aber es ist doch der Abschied von einem ganz besonderen Haus.

Geschichte trifft hier Geschichte: Die älteste Bad Honnefer Karnevalsgesellschaft - vor 140 Jahren wurde die KG Halt Pol aus der Taufe gehoben - ist nun Eigentümerin des ältesten zivilen Gebäudes der Stadt. Die Grundmauern des Hontes stammen aus dem Mittelalter. Und was sich hier abspielte, lässt erschauern. Eine erste Erwähnung von 1627 weist das Haus nämlich als Gefängnis aus. Zuvor diente es als Zwinger für die Jagdmeute der Herren von Löwenburg. In einer Rechnung des Amtes Löwenberg wurde es auch als "Hundthaußgen" bezeichnet.

Im Jahr 1722 wurde das Gebäude umgebaut. Immerhin bis Anfang des 19. Jahrhunderts war das Hontes Gewahrsam und gleichzeitig Gerichtsort und Gemeindehaus von Honnef. Was mag sich hinter seinen Mauern abgespielt haben? Ein Schicksalshaus. 1898 - Halt Pol gab es seit 24 Jahren - wurde dann im Hontes eine Höhere Städtische Knabenschule eingerichtet. Der Kreis schließt sich: Einer der ersten Schüler war Heimatdichter Franzjosef Schneider, "et Freudeblömche", und er war der Karnevalsgesellschaft Halt Pol eng verbunden.

Lochgefängnis mit Luke

Das Hontes ist ein barocker Steinbau mit Krüppelwalmdach. Das Obergeschoss besteht aus Fachwerk und ist über eine überdachte Freitreppe zu erreichen. Das Untergeschoss hat ein Tonnengewölbe. Durch eine Bodenluke geht es ins Lochgefängnis. Zwei Schießscharten wurden bei der letzten Renovierung freigelegt. Der Kaufvertrag regelt die Nutzung durch Halt Pol; anderenfalls fällt das Gebäude an die Stadt zurück.