Diskussion um Südtangente

Initiative: Schluss mit der Debatte

Stau auf der A59: Der Bund prüft derzeit die Aufnahme der Südtangente in den Bundesverkehrswegeplan.

SIEBENGEBIRGE. "Welche Seilschaften stehen eigentlich hinter den Bemühungen des Bundesverkehrsministeriums um die erneute Prüfung der Wiederaufnahme dieses Projekts in den Bundesverkehrswegeplans?", fragt sich Jürgen Maier vom Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion.

Alle Argumente seien hinlänglich bekannt, ein neues Gutachten bringe also gar nichts. Das Land NRW habe sich gegen die erneute Aufnahme der Südtangente in den Verkehrswegeplan gestellt. Die Bürgervereine der betroffenen Ortschaften hätten sich gegen das Projekt ausgesprochen, selbst die CDU-Kandidaten in Bonn verträten im Wahlkampf eine ablehnende Haltung.

"Nur einige, wie der vor der Pensionierung stehende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, wollen die Südtangente noch durchdrücken", glaubt die Initiative. Mit ihm im Boot sei die Industrie- und Handelskammer (IHK), deren Funktionäre schon immer wirtschaftlichen Wohlstand mit immer mehr Autoverkehr verwechselt hätten. Auch dieser Südtangenten-Vorstoß werde wie alle anderen ohne Erfolg bleiben, glaubt Maier. Die Bürger der Region wollten keine weiteren Eingriffe in die Umwelt, so der Verein, "nur damit dann noch mehr Autos im Stau auf der Südbrücke stehen".

Die Entscheidung über die Aufnahme in den Plan liege beim Bundestag und nicht beim CDU/CSU-geführten Verkehrsministerium. Daher hat der Verein in einem Brief den SPD-Fraktionschef im Bundestag, Thomas Oppermann, um Unterstützung gebeten: "Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn die SPD-Fraktion im Bundestag für die Öffentlichkeit vor der NRW-Kommunalwahl ein klares Signal gegen die Aufnahme des Projekts Südtangente aussenden würde." Es führe kein Weg daran vorbei, den Vorrang des motorisierten Individualverkehrs infrage zu stellen. "Wir brauchen ein neues politisches Denken und eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik, die die Umwelt und die Geldbeutel der Steuerzahler schont", so Maier.