Neuer Rektor der Internationen Hochschule Bad Honnef

Ingo Dahm: "Ausbildung ist das Kapital der Zukunft"

Ingo Dahm ist neuer Rektor der Fachhochschule Bad Honnef.

Ingo Dahm ist neuer Rektor der Fachhochschule Bad Honnef.

Bad Honnef. Seit Dezember steht Ingo Dahm, Jahrgang 1974, an der Spitze der Internationalen Fachhochschule auf dem Sankt Anno-Campus.

Wie lange kennen Sie die Hochschule Bad Honnef?
Ingo Dahm: Grundsätzlich kenne ich die Hochschule seit drei, vier Jahren. Wenn sie beruflich in der Verantwortung stehen, umfassende Screenings des Bildungsmarktes durchzuführen, dann kommen sie an den innovativen Hochschulen nicht vorbei. Und genau das ist die IUBH, eine sehr innovative Hochschule.

Das bedeutet, Bildung begleitet Sie schon länger auf Ihrem Berufsweg?
Dahm: Ja. Bildung ist, wenn Sie so wollen, schon immer mein Ding. Das liegt sogar in der Familie, in der Bildung auch beruflich immer eine große Rolle gespielt hat. Ich selbst habe seit Start ins Berufsleben immer wieder mit Hochschulen kooperiert oder für diese gearbeitet. Meine letzte Station vor der IUBH war bei der Deutschen Telekom. Dort war ich verantwortlich für die Hochschul- beziehungsweise Bildungsstrategie.

Die Aufgaben an der IUBH sind so etwas wie die lineare Fortführung?
Dahm: Als ich die Stellenanzeige las, war mein erster Gedanke: Das ist ein Glückstreffer, sechs Richtige mit Zusatzzahl. Ich wusste sofort, dass es das ist, was ich will: weiter gestaltend auf dem Bildungssektor tätig sein und als Unternehmer. Bereits während des Studiums habe ich meine erste Firma gegründet. Bei der IUBH sind beide Aspekte ideal verbunden.

Die IUBH als private Hochschule geht einher mit hohen Studiengebühren. Ist das ein Hemmnis für junge Talente?
Dahm: Das glaube ich nicht, zumal es auch bei uns viele Möglichkeiten der Studienfinanzierung gibt. Nehmen Sie nur die Stipendien, die Kooperationen mit der Wirtschaft und mehr. Wir sind es in Deutschland nicht gewohnt, dass Hochschulen Geld kosten. Dabei wird oft vergessen: Auch öffentliche Hochschulen kosten Geld. Ein Medizinstudium beläuft sich nach einschlägigen Erhebungen auf 250 000 Euro, ein Ingenieurstudium auf 65.000 Euro. Nur: Das zahlt die Solidargemeinschaft.

Trotz der Gebühren hat die IUBH Zulauf, hat die Zahl der aktuellen Studierenden die 5000er-Marke geknackt. Mit Berlin gibt es bald den sechsten Campus neben Bad Honnef, München, Bad Reichenhall, Erfurt und Düsseldorf. Worauf führen Sie das zurück?
Dahm: Eltern, aber auch Stiftungen etwa sind sehr interessiert daran, den jungen Leuten eine exzellente Ausbildung zu ermöglichen. Das ist das Kapital für die Zukunft. Einer der Treiber an der IUBH ist sicher deren Internationalität, andere sind der hervorragende Service, die individuellen Bildungskonzepte mit den drei Säulen Präsenzstudium, berufsbegleitendes und duales Studium. Wir stehen im internationalen Wettbewerb sehr gut da. Zur Studienfinanzierung: Beim dualen Studium übernehmen die Betriebe die Gebühren, investieren in den eigenen Nachwuchs, und ein Teil der Ausbildung findet in den Betrieben statt. Darunter sind, darauf sind wir stolz, auch viele lokale Mittelständler wie Hotelbetriebe oder Steuerbüros. Die große Bandbreite der Betriebe ist ein Stimulus auch für das Studium.

Das heißt, die Angebote goutiert auch die Wirtschaft?
Dahm: Eine gemeinsame Frage Bildungsschaffender und der Wirtschaft ist doch: Wie schaffen wir es, dass unsere Wirtschaft auf soliden Füßen steht? Dafür braucht es gut ausgebildete Mitarbeiter. Außerdem gibt es viele junge Menschen, die verstanden haben, dass Deutschland einen Fachkräftemangel hat. Wenn es nicht genug eigene Kräfte gibt, müssen wir dafür sorgen, dass Menschen aus anderen Nationen unsere Kultur kennenlernen und sich integrieren wollen.

Die Unterrichtssprache ist Englisch.
Dahm: Hier greift eines in andere. Denn der Vorteil ist doch: Unsere Studierenden bewegen sich in einer Sprache, die überall, von Menschen unterschiedlichster Herkunft und nationaler Zugehörigkeit, verstanden wird.

Als Wirtschaftsbetrieb braucht es aber sicher auch Wachstum?
Dahm: Die Größe einer Hochschule allein ist sicher kein Qualitätskriterium. Die Frage ist vielmehr: Warum wächst man? Weil der Bedarf da ist, weil die Nachfrage nach exzellenter Ausbildung besteht. Eine gewisse Größe ist aber natürlich auch gut für die Studierenden, für das Curriculum, ebenso für die Professoren, die so eine breitere Reflektion bekommen. Somit ist die Größe auch, sagen wir, ein Hilfsmittel, damit wir die Qualität unseres Studiums immer weiter verbessern können.

Immer wieder tauchen Gerüchte auf, dass die IUBH in finanzielle Schieflage geraten sei. Ist da etwas dran?
Dahm: Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wo das herkommt. Und nein, da ist natürlich nichts dran. Im Gegenteil, wir stehen sehr gut da. Alle drei Säulen - das Präsenzsstudium, das berufsbegleitende Studium und das duale Studium - sind rentabel, jede für sich. Es gibt in der Tat private Hochschulen, die angesichts der Niedrigzinsphase Probleme haben, nämlich dann, wenn sie sich aus Stiftungen speisen. Das ist bei der IUBH aber nicht der Fall.

Wenn Sie über die IUBH sprechen, sagen Sie 'wir' und 'uns'. Sie sind in Bad Honnef angekommen?
Dahm: Ich bin noch kein halbes Jahr hier, aber es ist schon eine großartige Gemeinschaft. Ich bin mit offenen Armen empfangen worden. Man merkt sofort: Alle hier und auch an den anderen Standorten sind sehr stark darin, die Dinge gemeinsam, als Team anzugehen. Man fühlt sich sofort wohl und ich glaube, das ist es, was auch die Studierenden spüren. Die Lernumgebung auf dem Campus ist ungeheuer inspirierend, überall wird in den verschiedensten Sprachen gesprochen. Dabei lernen auch wir jeden Tag dazu, nämlich von unseren Studierenden.

Zur Person

Ingo Dahm (* 18.11.1974 in Berlin) hat Elektrotechnik an der TU Dortmund studiert und 2005 promoviert. Er gilt als Experte für Lerntechnologie. Zuletzt leitete er die Strategie- und Geschäftsentwicklung der T-Systems im Geschäftsfeld Education und verantwortete die Hochschulstrategie der Deutschen Telekom AG. Seit September ist Dahm Dekan der IUBH School of Business and Management, seit Dezember auch IUBH-Rektor. Er übernimmt die akademische Gesamtleitung als Nachfolger von Gründungsrektor Prof. Peter Thuy, der in die IUBH-Geschäftsführung gewechselt ist.