Größere Wohncontainer

In Rottbitze ist bald Platz für 296 Flüchtlinge

Auf dem Gelände am Rederscheider Weg laufen derzeit die Vorbereitungen, um 37 Mobilwohnheime für Flüchtlinge aufzustellen. FOTO: FRANK HOMANN

Auf dem Gelände am Rederscheider Weg laufen derzeit die Vorbereitungen, um 37 Mobilwohnheime für Flüchtlinge aufzustellen. Frank Homann

Aegidienberg. Weil die Stadt größere Wohncontainer angeschafft hat, kann sich die Zahl der Flüchtlinge, die auf dem Wochenendplatz am Rederscheider Weg in Rottbitze unterbracht werden können, erhöhen. Statt wie bisher geplant 240, könnten dort künftig bis zu 296 Menschen eine Unterkunft finden.

Derzeit leben rund 450 Flüchtlinge in Honnef, 100 davon in Aegidienberg. Gleichzeitig sicherte die Verwaltung in der Bezirksausschusssitzung zu, dass man weiterhin auch in anderen Teilen der Stadt nach Unterkünften suche. Sie trat damit auch der Sorge der Politiker vor einer "Ghettoisierung" entgegen, die die "positive Stimmung der Bürgerinformation" kippen lassen könnte, wie es Michael Lingenthal von der CDU formulierte. Es gelte, die Bürger auch weiterhin mitzunehmen.

Wie viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen kämpft auch Bad Honnef mit den Unwägbarkeiten bei der Zuweisung von Flüchtlingen. "In den letzten Monaten haben wir 80 Personen im Monat zugewiesen bekommen, in diesem waren es erst acht", so Richard Thomas, Leiter des Ordnungsamtes. "Wir brauchen einen Puffer." Daher habe man sich entschieden, am Rederscheider Weg, wo die Vorbereitungen für die Erschließungsstraße laufen, 37 Mobilheime aufzustellen, in denen jeweils bis zu acht Personen untergebracht werden können. Hinzu kommen drei Container für Sanitär- und Waschräume sowie Hausmeister und Sicherheitsdienst.

Dass die Container soweit wie möglich im Bedarfsfall auch voll belegt werden, daran ließ die Verwaltung keinen Zweifel. Thomas: "Wenn uns die Menschen zugewiesen werden, müssen wir ihnen ein Dach über dem Kopf geben." Dass diese Situation unbefriedigend ist, machte auch der neue Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Infrastruktur, Fabiano Pinto, deutlich. "Bisher haben wir nur reagieren können. Aus dieser Falle wollen wir raus."

Suche nach anderen Unterkünften wird nicht eingestellt

Doch nur weil nun in Aegidienberg Räume zur Verfügung stünden, werde man nicht die Suche nach anderen Unterkünften einstellen. "Wir versuchen ganz bewusst, eine Mischung zu erreichen, das ist eine langfristige Strategie." Eine, die die Zuwanderung als Chance sieht, da Bad Honnef im Gegensatz zu anderen Kreiskommunen bei den Einwohnerzahlen stagniere. Geprüft würden, so Thomas ergänzend, zum Beispiel Häuser in Leichtbauweise an anderer Stelle. Langfristig setze man auf sozialen Wohnungsbau.

Auch weitere Sorgen der Lokalpolitiker bemühte sich die Verwaltung auszuräumen. So hatte die SPD in einem Antrag unter anderem gefragt, welche Vorkehrungen für die Sicherheit geplant seien - eine halbstündige Anfahrt der Polizei aus Ramersdorf sei auf jeden Fall zu lang. Thomas versuchte zu beruhigen. "Wir haben in Bad Honnef mit keinem Flüchtling ein Problem strafrechtlicher Art." Ein Grund dafür sei die hervorragende Arbeit  der Paten. Außerdem werde mit dem Einzug der Flüchtlinge ein Sicherheitsdienst installiert, der je nach Bedarf personell aufgestockt oder reduziert werden könne. Und: "Es ist ja nicht so, dass die Polizei aus dem Präsidium anrücken muss." Vielmehr seien stets Streifenwagen "in der Umgebung unterwegs" und könnten daher schneller vor Ort sein.

Thema Paten: Ausreichend Ehrenamtliche Helfer zu finden, sei sicherlich keine leichte Aufgabe, so Thomas. Es seien verschiedene Aktionen geplant. Zum einen stünden Flüchtlinge, die bereits länger in Bad Honnef sind, als Paten bereit; auch sei ein Aufruf in den Medien geplant. Die Politiker plädierten dafür, den Paten die Arbeit zu erleichtern, indem der öffentliche Nahverkehr verbessert und die Möglichkeit eröffnet wird, notwenige Anträge direkt in Aegidienberg abgeben zu können.

Noch kein Problem ist es, die Flüchtlingskinder in Kindergärten und Schule unterzubringen. Derzeit gibt es in Bad Honnef drei Vorbereitungsklassen, eine davon in Aegidienberg. Nun soll eine zweite hinzukommen, das Personal dafür steht zur Verfügung. "Aber auch wir stoßen an unsere Grenzen", so Schulleiterin Rita Bachmann im Ausschuss.

Die geringen Klassenstärken ließen sich schon jetzt nicht mehr halten. Besonders schwierig sei die Situation in der offenen Ganztagsschule. Zwar sei es wünschenswert, dass die Flüchtlingskinder diese besuchen, aber die Küchenkapazität lasse mehr Kinder nicht zu, ein Problem, das die Verwaltung aus der ganzen Stadt kennt. Auf jeden Fall, so Thomas, solle sichergestellt werden, dass Honnefer Kinder bei der Platzvergabe  nicht unter der neuen Situation zu leiden hätten.