Afrika-Projekt in Bad Honnef

Honnefer bauen eine Schule in Uganda

Bad Honnef. Die „Father Charles Convention“ leistet im 600-Einwohner-Dorf Kasambya in Unganda Hilfe zur Selbsthilfe: Seit 2007 wurden Brunnen gebohrt, die medizinische Vorsorge ausgebaut und eine Landwirtschaftsgenossenschaft gegründet.

Schnieke sehen sie aus, die vier Jungs in ihren Schuluniformen. Für die Kamera testen sie ihre neue Schulbank, auf der ein Name steht: Andre Schmitz ist einer der Spender, die den Kauf von insgesamt 100 solchen Schulbänken ermöglicht haben. Die Möbel sind nur das Sahnehäubchen auf einem Projekt, das mit Hilfe von Bad Honnefern realisiert wurde: der Bau einer Schule in der 600-Seelen-Gemeinde Kasambya in Uganda. Ermöglicht wurde er durch das Engagement des Vereins „Father Charles Convention“.

„Hand in Hand for a better life – Hand in Hand für ein besseres Leben“: Dieses Motto steht über allem, so Projektleiter Peter Hurrelmann. Seinen Anfang nahm der Einsatz 2007. Im Gespräch berichtete der damalige Hausgeistliche des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI), Father Charles, über Missstände in seinem Heimatdorf Kasambya.

Da muss man etwas tun, dachte sich Hurrelmann. Gemeinsam mit Ulrich Schmitz, Hans-Jürgen Dengel, Melanie Eimermacher, Gabor Pribil, Manuela Bertram, Christian Bertram, Steffen Klinzmann, Katja Hurrelmann, Brigitte Harder-Krawietz, Jens Terboven und Father Charles' Nachfolger, Father John Paul Jjumba, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, den Ort aus der Armut in die ökonomische Unabhängigkeit zu begleiten – dank vieler Einzelspender sowie der Bad Honnefer Aktion Weltkinderhilfe, die jüngst mit einer Spende in Höhe von 17 000 Euro zum Schulbau beitrug.

Verein fördert Schul- und Berufsausbildung

Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, ist ein Leitgedanke. In enger Partnerschaft mit dem „Hand in Hand“-Team und den Menschen vor Ort, „denn sie wissen am besten, was gebraucht wird, so Hurrelmann. Ein anderer Leitgedanke: Eins greift ins andere. „Es macht keinen Sinn, einfach eine Schule zu bauen. Man muss auch schauen, wie es weitergeht. Wie kommen die jungen Leute in Ausbildung und Beruf, wie können sie später für ihre Familien sorgen?“ Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Dafür flossen aus Spenden bisher 200 000 Euro nach Kasambya.

Hinzu kommen Mittel aus dem Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, für die der Verein stets akribisch Nachweise liefern muss, wie eben für den Schulbau. Geschätzte Gesamtkosten für den Komplex: 250 000 Euro. 75 Prozent davon kommen aus Bundesmitteln. Das bedeutet im Umkehrschluss: Mehr als 60 000 Euro werden an Spenden gebraucht – Einrichtungsgegenstände wie die Schulbänke noch gar nicht eingerechnet.

Ab 2007 standen für die Helfer zunächst Fragen wie die Wasser- oder die Gesundheitsversorgung im Fokus. Brunnen für sauberes Wasser wurden gebohrt, Gesundheitshelfer ausgebildet, regelmäßige Arztbesuche ermöglicht. Hurrelmann: „Es ist toll zu sehen, was allein Beratung bewirkt. In drei Jahren konnte die Sterblichkeit von Müttern und Kindern auf Null gebracht werden.“ Ein wichtiger Pfeiler sei es, den Menschen ein Auskommen zu ermöglichen, etwa in der Landwirtschaft. Die Dorfbewohner lernten, nicht nur für den Eigenbedarf, sondern systematisch mehr zu produzieren.

Dorfbewohner gründeten eine Bank

Ein Mais-Lager wurde gebaut. Der Mais wird von der neu gegründeten Genossenschaft verkauft, wenn gute Preise zu erzielen sind. Dasselbe gilt für die Ferkel, die im Lehrschweinestall geboren werden. Die Bewohner haben zudem eine kleine Genossenschaftsbank gegründet. Hier sparen sie auch und können Kredite nehmen. „20 Familien haben sich schon Solaranlagen ermöglicht und können auf die schädlichen Kerosinlampen verzichten.“ Das Wichtigste aber ist Bildung.

Hurrelmann berichtet: „Uganda ist das jüngste Land der Welt. Das Durchschnittsalter liegt bei 14 Jahren, in Deutschland liegt es bei 44 Jahren. Überall laufen Kinder umher, und Bildung ist für ihre Zukunft so extrem wichtig.“ Ein Meilenstein ist geschafft: Ende Januar wurde der erste Bauabschnitt der Schule eingeweiht, in dem die Klassenräume untergebracht sind; zwei Bauabschnitte mit Internat, Mensa und anderem folgen.

„Die größte Herausforderung war es, ein Grundstück zu kaufen. Die Besitzverhältnisse sind oft nur unzulänglich geregelt. Allein das hat dreieinhalb Jahre gedauert“, so Hurrelmann, der mit Pribil auf eigene Kosten zur Einweihung nach Uganda reiste. Durch die verbesserten Einkommen können die Eltern ein geringes Schulgeld zahlen – und sollen es auch. Denn wichtig ist: Was die Menschen selbst können, sollen sie auch tun. „Ich sage immer: Wenn ihr nicht mitmacht, funktioniert es nicht.“ Hand in Hand.