Hockey-Club Bad Honnef

Honnefer Verein sieht ohne Platz keine Zukunft

Im Gespräch bleiben: Der Hockey-Club gibt seinen Platz noch nicht auf. Das Bild zeigt Wilhelm Strohmeier (v. l.) und Bürgermeister Otto Neuhoff bei einem Ortstermin im vergangenen Jahr.

Im Gespräch bleiben: Der Hockey-Club gibt seinen Platz noch nicht auf. Das Bild zeigt Wilhelm Strohmeier (v. l.) und Bürgermeister Otto Neuhoff bei einem Ortstermin im vergangenen Jahr.

BAD HONNEF. Im vergangenen Jahr feierte er noch das fünfzigjährige Bestehen, jetzt fürchtet der Hockey-Club Bad Honnef (HCH) eine ungewisse Zukunft.

„Wenn wir unseren Platz verlieren, ist der Verein in drei, vier Jahren am Ende“, sagte der zweite Vorsitzende Wilhelm Strohmeier. Auf der Mitgliederversammlung war der Plan der Stadt Thema, das vor 30 Jahren an den HCH verpachtete Sportgelände in Bauland umzuwandeln und zu verkaufen. Mit dem Erlös von angenommenen zwei Millionen Euro soll die gesamte Menzenberger Sportanlage saniert werden und im Zuge dessen auch ein Kombi-Kunstrasenplatz entstehen, den Fußball- und Hockeyspieler gemeinsam nutzen sollen.

HCH-Vorsitzender Harald Wegener bedauerte, der offene Brief des Clubs an die Politik habe leider keine Wirkung gezeigt. Im Stadtrat sei auch der Antrag der SPD, den Aufstellungsbeschluss so lange auf Eis zu legen, bis das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) abgeschlossen sei, abgelehnt worden.

Wegener: „Das Verfahren läuft weiter, es werden Daten gesammelt, irgendwann ist die Prüfung zu Ende – und wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir hätten nie gedacht, dass aus der Sportfläche Wohnbebauung werden könnte.“ Irgendwann werde die Stadt sagen, es passe alles. „Dann werden Wohnungen gebaut und wir verlieren unsere Heimat. Wenn wir kein Vereinsleben mehr haben, können wir den Verein vergessen.“

In den vergangenen 30 Jahren habe der HCH 250.000 Euro in den Platz investiert, die Eigenleistungen der Vereinsmitglieder nicht eingerechnet. Einzige Hilfeleistung der Stadt: Sie habe in all den Jahren den Grünschnitt abtransportiert. Als der Verein zuletzt beim Bauhof den Abtransport des Materials anmelden wollte, wurde das abgelehnt, weil der neue Vertrag noch nicht unterzeichnet sei. Der alte Vertrag sei Ende des Jahres abgelaufen, der neue liege dem Verein vor. Der HCH wird künftig das Grün selbst entsorgen lassen.

Unterdessen hat der Verein auch Akteneinsicht im Katasteramt in Siegburg wegen der befürchteten Altlasten auf dem Gelände, das früher eine Abfalldeponie war, genommen. Mit Belastungen unter der Erde sei vor allem auf dem Spielfeld zu rechnen, weniger im unteren Bereich, berichtete Wilhelm Strohmeier. Dass der Bürgermeister sechs Wochen vor ihnen ebenfalls Einsicht nahm, aber im Gespräch nicht darauf einging, irritierte die HCH-Vertreter. Strohmeier: „Spielt der Bürgermeister mit offenen Karten?“

Der HCH macht eine andere Rechnung auf als die Stadt. „In den angenommenen Kosten von zwei Millionen Euro für die Sanierung der gesamten Menzenberger Sportanlage wäre auch der Kunstrasen samt Flutlicht mit Kosten von rund einer Million enthalten“, so Strohmeier. Bliebe der Hockeyplatz erhalten, entstünden diese Kosten nicht, ebenso wenig Unterhaltungskosten für den Hockeyplatz. „Bedeutet, die eigentliche Sanierung der Menzenberger Anlage beläuft sich auf etwa eine Million Euro.“ Er erinnerte: Beim Anlegen des heutigen Hockeyplatzes sei die Stadt mit 15.000 von 310.000 Mark beteiligt gewesen.

Das Gespräch mit dem Bürgermeister soll gesucht werden, so Harald Wegener bei der Versammlung: „Wir bleiben am Ball. Noch ist nicht aller Tage Abend. Wir werden irgendwie weiterkommen! Seht positiv in die Zukunft!“

Trotz der Platzsorgen laufen die Planungen weiter. Am 18. Juni soll es wieder ein Sommerfest auf der Anlage geben. Der HCH steigt erneut in die Feriennaherholung (FNE) ein. 20 Kinder aus der FNE spielen seit der Naherholung im August 2015 beim Hockey-Club und einige Eltern auch. Ebenso trainieren einige Flüchtlingskinder beim HCH mit. Die gut aufgestellte Jugend lässt den Verein auf Nachwuchs für die erste Mannschaft hoffen, die es durch den Wegzug von Spielern schwer hat. Jetzt gelang ihr der Erhalt der Klasse.

Stadt darf Verkaufserlös mit einer Zweckbindung verknüpfen

Eine Zweckbindung des Verkaufserlöses für die Sanierung der Sportanlagen durch die Stadt Bad Honnef ist nach dem Haushaltsrecht grundsätzlich möglich. Das erklärte eine Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises auf GA-Anfrage. Grundsätzlich obliege es der Stadt, über die Verwendung des Geldes zu entscheiden, sollten Teile des Hockeyplatzes als Bauland ausgewiesen und verkauft werden.

Das gelte auch unter der Selbstverpflichtung des Haushaltssicherungkonzepts (HSK), in dem sich die Stadt ja derzeit befindet. Bedingung sei, dass „kein finanzieller Mehraufwand entstehen darf“, so Kreis-Sprecherin Katja Eschmann. Bedeutet: Wenn exakt der Betrag verwendet wird, der beim Verkauf auch erzielt wird, spreche nichts gegen eine Zweckbindung. Mehrausgaben könnten die Sachlage aber ändern.