Elternbefragung zur Schulwahl

Honnefer Eltern schätzen soziales Lernen

Welche Schule für mein Kind? Honnefer Eltern nahmen dazu in einer Umfrage Stellung.

Welche Schule für mein Kind? Honnefer Eltern nahmen dazu in einer Umfrage Stellung.

Bad Honnef. Wie suchen Bad Honnefer die Schule für ihr Kind aus? Das Bündnis Familie hat an Kitas und Grundschulen nachgefragt. Ein Ergebnis: Bei weiterführenden Schulen ist das Konzept am wichtigsten. Die Befragung kann auch im Internet nachgelesen werden.

Was ist Eltern wichtig bei der Schulwahl für ihre Kinder? Das wollte die Initiative „Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef“ bei einer Umfrage wissen. Wenig überraschend, rangiert für Eltern von Vorschulkindern etwa die örtliche Nähe ganz vorn. Beim Übergang in die weiterführende Schule sind gute Klassen- und Fachräume oder interessante Wahlfächer wichtig. G 8 hingegen fiel bei den Befragten eher durch. Die Auswertung der Ergebnisse stellte das Bündnis dem städtischen Schulausschuss vor.

Beate Schaaf und Ursula Maur, auf deren Expertise das Bündnis zum zweiten Mal bei einer Umfrage zurückgreifen konnte, erläuterten die Hintergründe. Ausgelöst worden war die Befragung durch die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für Bad Honnef. „Wir halten es für entscheidend: Eltern sollen die Chance haben, sich zur Schulwahl zu äußern“, sagte Schaaf dem GA. Und das, betont sie, niederschwellig in Form einer Umfrage, „ohne vor 100 Leuten aufstehen und reden zu müssen“.

Rhöndorfer Eltern waren besonders motiviert

Dabei war für das Kernteam, zu dem auch Hermann-Josef Hinsenkamp und Klaus Wegner gehörten, zunächst Grundlagenarbeit nötig. Verschiedene Umfragen, Studien und Empfehlungen zum Thema „gute Schule“ wurden gesichtet und zur Grundlage der eigenen Erhebung gemacht. Das Ergebnis war ein umfangreicher Online-Fragenkatalog, dem nun eine 30-seitige Auswertung folgte.

Angesichts der zum Umfragezeitpunkt geführten Diskussion um die Zukunft des Grundschulstandortes Rhöndorf seien die Eltern dort besonders motiviert gewesen zu antworten, analysierte Schaaf. Während der Rücklauf aus der Grundschule in Aegidienberg bei 25 Prozent, an der Löwenburgschule/Standort Rommersdorf bei 29 Prozent, in der GS Am Reichenberg bei 47 Prozent und der GS Sankt Martinus bei 40 Prozent lag, beteiligten sich 61 Prozent der angesprochenen Rhöndorfer Grundschuleltern.

Das Gros der Befragten gab als höchsten Abschluss den einer Hochschule oder Universität an – Mütter und Väter gleichermaßen. Während die meisten Väter voll erwerbstätig sind – Spitzenwert an einer Grundschule: 90 Prozent – , liegt der Wert der in Vollzeit berufstätigen Mütter sowohl von Kita-, als auch von Grundschulkindern bei jeweils 21 Prozent. Jeweils um die 60 Prozent der befragten Mütter gaben an, in Teilzeit zu arbeiten. Der Anteil der Alleinerziehenden unter den Befragten lag bei fünf Prozent im Kitabereich sowie bei 13 Prozent im Grundschulbereich – ein Beleg auch für die Validität der Umfrage, so Schaaf. Der Anteil der alleinerziehenden Eltern in Bad Honnef liege nur knapp darüber.

Grundschulen sollen Ganztag anbieten

Unter den Top-Ten-Auswahlkriterien für eine Grundschule sind den Befragten „sehr wichtig“ ein gefahrloser, selbstständiger Schulweg (63 Prozent), verlässliche Hausaufgabenbetreuung (56 Prozent), verlässlicher Ganztag (52 Prozent), ein Betreuungsangebot auch in den Schulferien (51 Prozent) oder auch der gute Ruf der Schule (46 Prozent). Weniger wichtig eingeschätzt wurden jahrgangsübergreifender Unterricht, bilingualer Unterricht oder die Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen.

Für die Auswahl der weiterführenden Schule ist für die Befragten zu 98 Prozent ein überzeugendes Schulkonzept sehr wichtig oder wichtig – „für mich ein überraschend hoher Wert“, sagte Wegner. Ähnlich schnitt die Förderung der Sozialkompetenz ab: Insgesamt 92 Prozent der befragten Grundschuleltern fanden diese wichtig oder sehr wichtig.

Nur vier Prozent der Eltern hängen G8 nach

Unter den Top Ten der Erwartungen an weiterführende Schulen finden sich zudem professionelle Unterstützung bei Lernproblemen, kleine Klassen und das Abitur nach neun Jahren. Gerade einmal vier Prozent fanden G 8 sehr wichtig, sechs Prozent wichtig. Und: Anders als in den Grundschulen wurde der verlässliche Ganztag als weniger wichtig erachtet.

Allesamt Ergebnisse, die sowohl für Schulen, als auch für Weichenstellungen in der Schullandschaft der Stadt wichtige Rückschlüsse zuließen, so die Initiatoren. Maur: „Man kann die Schullandschaft nicht ohne die Eltern planen.“

Die Grünen beantragten im Schulausschuss, die Umfrageergebnisse bei der Schulentwicklungsplanung zu berücksichtigen, doch die Mehrheit (acht zu sieben Stimmen) lehnte das ab. Es gab zwar Lob für die ehrenamtliche Arbeit, doch auch formale Bedenken, in die gutachterliche Schulentwicklungsplanung einzugreifen.