Neue Verordnung für das Naturschutzgebiet Siebengebirge

Historische Wanderwege fallen weg

SIEBENGEBIRGE. Am Freitag, 1. März, tritt die neue Verordnung für das Naturschutzgebiet Siebengebirge in Kraft. Rund 50 Kilometer Wanderwege im Siebengebirge fallen weg. Die entsprechende Beschilderung folgt jedoch erst im Laufe des Jahres.

Für große Enttäuschung sorgt der Wegeplan weiter zum Beispiel beim Bürgerverein Aegidienberg, dessen Vorschläge allesamt seitens der zuständigen Bezirksregierung keine Berücksichtigung fanden. "Unsere zwölf Änderungsanträge sind komplett abgelehnt worden", sagte Vorstandsmitglied Gert Bellinghausen am Montag.

Mit dem Vorsitzenden Bernhard Fiebig war er für den Schriftverkehr mit der Behörde zuständig. Was den Bürgerverein besonders schmerzt, ist der Wegfall von zwei historischen Wegen. Über den Butterweg von der Frühmesseiche nach Aegidienberg brachten die Bergbewohner einst die Butter nach Bad Honnef.

In Krisenzeiten kamen die Honnefer, um in Aegidienberg Butter zu holen. Gestrichen wird auch der Höveler Steig, über den einst die Separatisten von Bad Honnef nach Aegidienberg kamen. Gleichzeitig wurde der Wunsch des Vereins ignoriert, eine neue Wegeverbindung entlang der L 83 zu schaffen, damit die Wanderer im Logebachtal nicht 900 Meter an der Straße entlanglaufen müssen, um von einem auf den anderen Wanderweg zu gelangen.

"Man hätte ja auf den einen oder anderen Weg verzichten können, wenn man uns dafür eine Alternative genehmigt hätte", sagt Bellinghausen. Er hält den neuen Wegeplan in vielen Fällen für "planlos", wenn zum Beispiel Wanderwege ihre Fortsetzung in Reitwegen finden. "Da muss man schon ein Pferd mitnehmen", sagt er.

Auch sei es nie zu dem erhofften Gespräch mit der Bezirksregierung gekommen. Mehr Unterstützung hätte man sich auch von der Stadt Bad Honnef und vom Kreis gewünscht. Kreisplanungsdezernent Christoph Schwarz verweist auf die Zuständigkeit der Bezirksregierung für den neuen Wegeplan.

Mehr Erfolg mit seinen Änderungsanträgen hatte der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS). So bleiben der Weg auf die Jungfernhardt oder der Pfad auf die Löwenburg erhalten. Dafür fallen die Wege auf den Lohrberg, zu den Ofenkaulen oder vom Erpelntalskopf zum Tränkeberg weg.

Andere Ziele wie der Römersteinbruch unterhalb vom Drachenfels, die Ringwallanlage auf der Kitzenhardt oder die Basaltrose am Petersberg sind nur noch im Rahmen von Führungen zu erreichen. Beschildert werden die Wege erst im Laufe des Jahres. Die bereits vorhandenen Wegesteine sollen dazu mit Platten versehen werden, in denen die Schriftzüge mit Zielen und Entfernungen eingefräst werden.

Wanderwege sollen zudem mit einer roten Raute, Radwege mit einer gelben Raute und Reitwege mit der bekannten Reitplakette markiert werden. "Das Konzept, wo die Steine künftig stehen sollen, gibt es bereits. Die Markierungen sollen im Laufe dieses Jahres angebracht werden", sagt Christoph Schwarz. Auch die Wandertafeln an den Parkplätzen werden nach und nach ausgetauscht. Die Hauptwege sollen auf ihnen dargestellt werden.

Die wegfallenden Wanderwege werden nicht mehr unterhalten und zum Teil auch aktiv mit natürlichen Hindernissen versperrt. Die Beachtung des Wegeplans zum Beispiel durch Mountainbiker wird wie bisher von Landschaftswarten kontrolliert. "Möglicherweise werden wir im Sommer auch Schwerpunktaktionen im Siebengebirge durchführen, um die Leute über den neuen Wegeplan zu informieren", sagt Schwarz.