Afrika-Woche in Bad Honnef

Hilfsverein berichtet über Fortschritte in Uganda

BAD HONNEF. Der Honnefer Peter Hurrelmann hält an diesem Donnerstagabend in der Parkresidenz einen Vortrag über Kasambya. In dem Dorf hat der Verein durch Hilfe zur Selbsthilfe viel bewirkt. Unter anderem hat er eine Schule gebaut.

Das Ziel ist zum Greifen nah: „Für acht bis zehn Kinder müssen noch Paten vermittelt werden, dann können alle zur Schule gehen, und es gibt keinen Analphabetismus mehr im Dorf.“ Peter Hurrelmann ist zuversichtlich, dass das klappt – mit Unterstützung der Menschen aus dem Siebengebirge.

Hurrelmann ist Vorsitzender der „Father Charles Convention“, und sein Verein hat in dem 800-Seelen-Dorf Kasambya in Uganda schon viel Gutes erreichen können. 2007 ist die Hilfe zur Selbsthilfe dort angerollt, seitdem wurden Brunnen gebohrt, die medizinische Versorgung verbessert, eine Landwirtschaftsgenossenschaft gegründet und eine Schule gebaut.

Hurrelmann reiste im April mit einer kleinen Delegation aus Bad Honnef nach Uganda. An diesem Donnerstag, 23. Mai, ab 15.30 Uhr berichten er und Mitstreiterin Cornelia Lutz im Rahmen der „Afrika-Woche“ in der Parkresidenz vom Leben der Menschen in Afrika.

2017 ist die mit Spenden aus Deutschland finanzierte Schule fertiggestellt worden. „Zurzeit sind 350 Kinder an der Schule. Bis zu 500 Kinder können hier unterrichtet werden“, so Hurrelmann. In den vergangenen Monaten sind nun noch zwei Übernachtungshäuser für 150 Internatskinder sowie eine große Mensa und eine Küche gebaut worden.

Sportabzeichen-Tag und Ostereier-Färben

Zur Einweihungsfeier hatten sich die Vereinsvertreter aus Bad Honnef etwas Besonderes einfallen lassen: Sie machten mit den Schulkindern das Sportabzeichen. Stoppuhren, Maßbänder und Schlagbälle hatten sie mitgebracht. „Das war ein Tag, den ich nie vergessen werde. Es herrschte eine unglaubliche Euphorie auf dem Platz“, erinnert sich Hurrelmann.

Die Kinder brachten alle zum Staunen: „Im Laufen sind sie einfach unschlagbar. Auch die Mädchen rennen wie Gazellen.“ Am Ende gab es für alle Urkunden. „Zu Ostern haben die Frauen unseres Teams mit den Frauen Kasambyas Hunderte Ostereier gefärbt und nach der Ostermesse versteckt“, berichtet Hurrelmann.

„Ich habe selten beim Ostereiersuchen so aufgeregte Kinder erlebt. Diesen Brauch kennt man in Afrika nicht. Das war für alle ein Riesenspaß, wie auch die Seifenblasen, Luftballons und Papierschwalben an unserem letzten Tag.“ Die Ostereieraktion war aber auch ein Versuch, mit den Dorffrauen ins Gespräch zu kommen. „Die Annäherung hat zumindest ein bisschen funktioniert. Die ersten Kontakte sind da.“

Bewohner Kasambyas müssen nicht mehr hungern

Viel hat sich verändert in Kasambya, seit die „Father Charles Convention“ dort Hilfe zur Selbsthilfe leistet: Die Menschen sind zwar arm, aber leiden keinen Hunger mehr. Lebten sie früher von der Hand in den Mund, haben sie nun gelernt, Überschüsse zu produzieren und Geld zu verdienen.

„80 bis 90 Prozent der Dorfbewohner sind mittlerweile Mitglied der Genossenschaft“, so Hurrelmann. Einige haben gelernt, aus organischem Müll Holzkohle herzustellen. „Daraus kann dann auch wieder ein kleines Business entstehen.“

Auch hat der Verein eine Maismühle gebaut, die bis zu 30 Arbeitsplätze schafft. Dank der bescheidenen Einkünfte können die Dorfbewohner ihren Kindern den Schulbesuch finanzieren. Für Kinder, deren Eltern das Geld nicht aufbringen können, springen Paten aus Deutschland ein.

Hurrelmanns Dank gilt den vielen Spendern, insbesondere der Aktion Weltkinderhilfe aus Bad Honnef, für ihre große Unterstützung, „ohne die es nicht gegangen wäre“. Es wurde schon viel erreicht, doch „wir sind noch lange nicht am Ende“.

Im Fokus stehen jetzt unter anderem die Optimierung der Gesundheit und das Schaffen weiterer Arbeitsplätze, die Bewältigung des Müllproblems, die Stärkung von Mädchen und Frauen sowie Familienplanung. Außerdem startet bei dem Schulbau der dritte Bauabschnitt: „Es entstehen noch Lehrerwohnungen und ein Verwaltungsgebäude mit Bibliothek.“