Bahnhof Rhöndorf

Haltestelle ohne Barrieren - Politiker diskutieren Lösungen

Großer Bahnhof für den Petitionsausschuss: 2011 besuchten die Mitglieder den DB-Haltepunkt in Rhöndorf.

RHÖNDORF. Seit Jahren beschäftigt das Thema Barrierefreiheit am Bahnhof Rhöndorf Bürger und Politik. Wie eine Lösung aussehen könnte, das nimmt jetzt erstmals Formen an.

Zumindest auf dem Papier: In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Stadtentwicklung, Planen und Bauen sowie Umwelt, Wald, Verkehr, Feuerschutz und Rettungswesen morgen Abend wird eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Bis 2017 könnten beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland Fördermittel beantragt werden, so die Verwaltung.

Theoretisch möglich sei eine Bezuschussung von 90 Prozent. Kein Pappenstiel: Geschätzt bis zu 2,95 Millionen Euro würde der Komplettumbau inklusive aller Zusatzmodule kosten.

Wie berichtet, sorgt das Thema für Debatten, seit vor Jahren ein provisorischer, nicht zulässiger Gleisübergang entfernt wurde und der Mittelbahnsteig seither nur noch über eine steile Treppe erreichbar ist. 2011, nach Intervention nicht zuletzt der Ortsvereine und der Körperbehindertenschule in Haus Rheinfrieden, nahm der Petitionsausschuss des Landtages die Sache in Augenschein und pochte ebenfalls auf Änderungen.

Acht Möglichkeiten, wie Abhilfe geschaffen werden könnte, untersuchte die DB International GmbH nun im Auftrag der Stadt; fünf, so heißt es, wären theoretisch realisierbar. Nach den Kriterien Funktionalität, Umwelt, Beeinträchtigung während der Bauzeit und Kosten wurde eine Rangfolge aufgestellt.

Am schwersten fielen die Kosten ins Gewicht. Denn: Neben Arbeiten am Gleis 2 und 3, also dem hauptbetroffenen Mittelbahnsteig, ist daran gedacht, die Rampe am Gleis 1 zu verlängern und damit behindertengerechter zu machen. Alleine dafür würden 716 900 Euro fällig. Zudem stehen die Renovierung der Treppen und die Erhöhung der Bahnsteige in Rede. Auch diese Kosten wären zu denen für den Umbau am Mittelbahnsteig zu addieren.

Variante 1

Hier geht es um eine Fußgängerunterführung an Gleis 2 plus Aufzug und Rampe Him Bereich des Weges "Am Steinchen". Kosten: 1.128.400 Euro.

Variante 2

Hier wird auf eine Unterführung verzichtet. Stattdessen ist eine Brücke über Gleis 2 denkbar. Der barrierefreie Zugang soll über zwei Aufzüge geregelt werden. Kosten: 979.700 Euro

Variante 3

Hierbei wird die erste Variante dahingehend abgeändert, dass auf eine Rampe zum "Steinchen" verzichtet wird und stattdessen ein weiterer Aufzug für die Barrierefreiheit sorgt. Kosten: 1.464.500 Euro.

Variante 4

Hier geht es um eine Unterführung an den Gleisen 1 und 3 plus Aufzug und Rampe zum Außenbahnsteig. Ein Tunnel soll vom Außenbahnsteig zum Mittelbahnsteig führen. Von dort soll ein Aufzug für den Zugang sorgen. Kosten: 2.191.800 Euro.

Variante 5

Unterführung an Gleis 2 plus eine Rampe auf dem Mittelbahnsteig. Von einer Rampe auf dem Mittelbahnsteig sollen die Passanten zu einer Unterführung kommen, die wiederum zur möglichen Rampe "Am Steinchen" führt. Kosten: 2.563.700 Euro.

Info

Die Ausschüsse tagen morgen, Dienstag, 6. Mai, ab 18 Uhr im Kursaal, Hauptstraße 28.