Straßenbau in Bad Honnef

Großbaustelle an Linzer Straße bleibt bis Jahresende

Bad Honnef. Die halbseitige Sperrung der Linzer Straße in Bad Honnef und die Umleitung bereiten weiter Probleme. Kindergarten- und Schulleitung appellieren an die Autofahrer. Bis mindestens Ende des Jahres wird noch gebaut.

An diesem Dienstagmorgen brauchen Autofahrer auf der Linzer Straße noch ein bisschen mehr Zeit als sonst: Die Müllabfuhr ist unterwegs. Der Rückstau reicht zeitweise fast bis zum Saynschen Hof. Aber auch sonst benötigen Verkehrsteilnehmer zurzeit Geduld. Zwar liegen die Umbauarbeiten Linzer Straße mehr als nur im Zeitplan, lässt die Stadt auf GA-Anfrage wissen. Ein paar Monate wird es trotzdem noch dauern. Veranschlagt war die Fertigstellung ursprünglich für Februar 2019. Spielt das Wetter mit, hofft man, Ende 2018 fertig zu sein.

Projekt kostet 1,3 Millionen Euro

Nachdem in den Vorjahren die Abschnitte vom Honnefer Graben bis zum Minikreisel am Floßweg umgestaltet wurden, ist aktuell das Teilstück vom Floßweg bis vor die Kreuzung an der Menzenberger Straße dran. Kostenpunkt für die rund 480 Meter: rund 1,3 Millionen Euro. Erneuert wird zum einen der Kanal. Zudem entstehen rheinzugewandt ein 3,50 Meter breiter Fußweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“, eine 6,50 Meter breite Fahrbahn sowie ein 1,50 Meter breiter Fußweg auf der Bergseite. Am Weiher wird eine Querungshilfe gebaut. Zwei Bushaltestellen verschieben sich leicht. Sie werden barrierefrei ausgebaut.

Anlieger zahlen ebenfalls

Das Land fördert den Umbau mit rund 60 Prozent; für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen gibt es eine gesonderte Finanzspritze. Aber auch auf die Anlieger, die vor allem den Wegfall von Parkplätzen kritisieren, kommen Kosten nach dem Kommunalabgabengesetz zu. Die Stadt geht nach wie vor von15 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche aus. 80 Prozent Vorausleistung, also zwölf Euro pro Quadratmeter, würden im Herbst 2018 erhoben, hieß es jetzt. Der endgültige Betrag werde nach Abschluss aller Arbeiten und vorliegender Endabrechnung feststehen.

Eine Vollsperrung, die den Charme gehabt hätte, dass die Arbeiten zügiger als die veranschlagten 14 Monate hätten vonstatten gehen können, kam bei der Hauptverkehrsader nicht infrage. Der Umleitung über Feilweg, Krachsnußbaumweg, Kucksteinstraße und Menzenberger Straße Richtung Stadt werden allen voran die Anlieger keine Träne nachweinen, zumal in Selhof auch sonst an Baustellen kein Mangel herrscht.

Sorge um die Sicherheit auf dem Schulweg

„Das ist wirklich brenzlig“, sagt etwa Barbara Bohnen, Leiterin des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ am Feilweg. Feilweg und Krachsnußbaumweg, dessen unterer Teil zudem als Schleichweg genutzt werde, seien „zu Hauptverkehrsstraßen geworden“. Bohnen: „Kaum einer hält sich an Tempo 30. Und die Ausbuchtung vor dem Kindergarten ist sogar kontraproduktiv. Wenn Gegenverkehr in Sicht kommt, wird besonders Gas gegeben, um da schnell dran vorbei zu kommen.“ Mit Polizei und Ordnungsamt sei man von Anfang an gut im Gespräch, „die achten da schon drauf“. Aber rund um die Uhr gehe das eben auch nicht.

Bleibe nur der dringende Appell an die Autofahrer, sich so zu verhalten, dass niemand gefährdet wird. „Es geht vor allem um die Kinder“, sagt Bohnen. Genauso sieht das Anne Köppen, Leiterin der Sankt Martinus-Grundschule. Vor allem die Abbiegesituation von der Linzer Straße auf den Feilweg, Schulweg für viele der 193 Grundschüler, sei mehr als kritisch: Dort gibt es einen grünen Pfeil für rechts abbiegende Autofahrer und zugleich Grün an der Fußgängerampel. „Solange es morgens hell ist, geht das vielleicht noch. Aber spätestens nach den Herbstferien in der dunklen Jahreszeit ist das extrem gefährlich“, so Köppen.

Verwaltung: Behinderungen sind unvermeidlich

Froh um jeden Tag, den die Baustelle früher fertig sein wird, sind auch die Gewerbetreibenden. Wer täglich mehrfach sein Betriebsgelände anfahren müsse, sei schon besonders gebeutelt, sagt Jörg Pütz, Mitinhaber des Hit-Marktes, mit Blick auf benachbarte Handwerksbetriebe. Aber auch für sein Geschäft sei das Ganze eine „extreme Behinderung“: Kunden blieben weg und beschwerten sich.

Dass Baustelle und Umleitung eine Belastung sind, verhehlt die Verwaltung nicht. Besser laufe es, seit die Ampelschaltung an der Kreuzung Menzenberger Straße geändert wurde. Bedingt durch den Baustellenverkehr seien Behinderungen aber unvermeidbar. Was den Fortgang des Umbaus bis zum Saynschen Hof angeht, gibt es übrigens noch keinen Zeitplan: „Der Abschnitt wurde zeitlich verschoben, weil Erkenntnisse aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept zu berücksichtigen sind“, so die Verwaltung.