Außergewöhnliches Konzert

Freiburger Ensemble gastiert auf der Insel Nonnenwerth

Licht und Schatten beim Inselkonzert.

Nonnenwerth. Eingeladen hatten die Franziskanerinnen. Ein gedeckter Kaffeetisch, eine Wohnzimmerlampe und weitere nostalgische Einrichtungsgegenstände versetzten das Publikum in einen historischen Salon.

Das hatte seinen Grund. Mit Beginn des Konzerts wurde in John Cages "Once upon a time" zunächst der gedeckte Kaffeetisch zum Instrumentarium. Das Ensemble wählte mit dem exzellent ausgeführten Rhythmusstück einen humorigen und überraschenden Auftakt.

Cellist Andreas Voss erläuterte dem Publikum die Idee des Programms: Die Musikstücke sollten als Anstöße für Geschichten dienen, die in den Köpfen der Zuhörer entstehen, wenn sie sich von den Stimmungen der verschiedenen Stücke leiten lassen. Auf Cage folgte Bach mit "Mein gläubiges Herz", bei dem das Ensemble in voller Besetzung einen Barockklang entfaltete.

Geflüstert-geräuschhafte Stücke wie die von Asperghis und Furrer wechselten mit barock-spielerischen Stücken von Rebel, Leclair und Marais. Eine besondere Überraschung bot die Darstellung mehrerer Stücke als Schattenspiel hinter einer Leinwand. Mit der Musette aus Marais' fünf altfranzösischen Tänzen, eindringlich interpretiert von Andreas Voss, Peter Pudil und Kersten Cottyn, nahm die "Geschichte" melancholische Züge an.

Den Glanzpunkt des Konzerts erreichte das Ensemble dann mit der tieftraurigen und anrührenden Interpretation von "Dido's Lament" aus Purcells "Dido und Aeneas", dem der klare und schnörkellose Sopran von Alice Foccroulle besondere Eindringlichkeit verlieh.

Ende gut, alles gut: Mit der Chaconne aus dem zwölften Pariser Quartett von Telemann fand die "Geschichte" doch noch ein virtuos-optimistisches Ende.

Auch hier bekräftigt das Ensemble zum Abschluss noch einmal das hohe Niveau, auf dem durchweg musiziert wurde. Dem Publikum blieb der Eindruck eines Konzerts, das die Zuhörer forderte. Wer sich darauf einließ, wurde dank der durchdachten Programmgestaltung von Delphine Roche mit vielen Denkanstößen zu einer eigenen Geschichte belohnt.