Siebengebirgsgymmnasium

Festakt für 100 Jahre "Sibi" in Bad Honnef

Volles Haus im Kursaal: Der Festakt bildete einen tollen Schlusspunkt des Jubiläumsjahres.

Volles Haus im Kursaal: Der Festakt bildete einen tollen Schlusspunkt des Jubiläumsjahres.

Bad Honnef. Der Festakt im Kursaal bildet den krönenden Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten 100 Jahre städtisches Siebengebirgsgymmnasium Bad Honnef. Den Namen erhielt die vormalige "Gymnasiale Vollanstalt" erst 1945.

Die Wasser-Sause „Das Sibi schlägt Wellen“ vor den Sommerferien starteten die 1000 Sibi-Schüler und ihre Lehrer im Freibad Grafenwerth mit einem Tanz zum Gute-Laune-Titel „Move your feet“. Beim Festakt zum 100-jährigen Schuljubiläum im Kursaal wurde zum Auftakt das Video gezeigt. Schulleiter Joachim Nowak: „Wir feiern heute das Sibi 2018, so jung, bunt und lebendig, wie sie es gerade beim Sibi-Tanz gesehen haben, eine Gemeinschaft, in der jede und jeder Einzelne zählt, und zu der man auch dann gehört, wenn man mal ein bisschen – auch das haben wir gerade gesehen – aus der Reihe tanzt.“

So schwungvoll wie die große Welle gestaltete sich die komplette Festveranstaltung, Höhepunkt einer Vielzahl von Geburtstagsaktivitäten. Mit Witz und Charme ging es am Mikrofon zur Sache. Das begann bereits bei den Sechstklässlern Adèle-Verena Diyani-Gajek und Jaydon Morouse, die kess und kreativ das mehr als zweistündige Programm moderierten. Und das endete beim Film „100 Jahre Sibi – Menschen, Eindrücke, Erinnerungen“ von Marvin und Jaco Beydemüller, dessen Protagonisten wie Kabarettist Sebastian Pufpaff oder die köstlich erzählende 91-jährige Elisabeth Kempen, in der Kriegszeit eines der ersten Mädchen am Sibi, den Gästen gut gefielen.

„Bildung ist uns eine Angelegenheit des ganzen Menschen“

Nowak zitierte Schulleiter August Haag aus der Festschrift zum 25. Geburtstag des Sibi 1951: „Wer mit dem Zeugnis der Reife unsere Anstalt verlässt, darf, wie jeder wahrhaft Gebildete, keinen Stolz und keinen Dünkel, keine Klassen und keine Stände kennen. Echte Bildung ist uns eine Angelegenheit des ganzen Menschen.“

Nowak: „Das kann das Sibi 2018 sicherlich auch unterschreiben, aber in der Zeitrechnung wären wir heute acht Jahre zu früh.“ Denn Haag zählte ab 1926, als das 1918 gegründete Progymnasium „Gymnasiale Vollanstalt“ wurde. Den Namen „Siebengebirgsgymnasium Honnef/Rhein“ erhielt die Schule eh erst 1945. „Vielleicht feiern wir heute das beste Sibi aller Zeiten“, so Nowak in seinem Rückblick auf frühere Zeiten, als der Lehrkörper noch rein „herr-lich“ war und fachlich breit aufgestellt – „Jeder unterrichtete alles ...“ – und schon mal Ohren langgezogen wurden.

„Besser als heute war’s damals nicht“, sagte Nowak, der ein schauerliches Gedankenspiel zum Schuljahresbeginn 2118/19 einfließen ließ, in dem die Leiterin des „Lernnetzwerkes Sibi“ in der Video-Lehrerkonferenz mitteilte, dass die letzte männliche Lehrkraft die Dienst-Altersgrenze von 75 Jahren erreicht hat und jede der 1000 Digital-Individual-Lernkabinen nun über eine Brandschutzaußentreppe verfügt.

Nowak: „Da ist mir das Sibi 2018 wirklich lieber.“ Dies untermauerte er mit emotionalen Aussagen von Lehrern und Schülern der Ist-Zeit. Und: „Menschen vergessen laut Maya Angelou, was du gesagt und vielleicht, was du getan hast. Sie vergessen aber nie, wie sie sich bei dir gefühlt haben. Gemessen an diesem Gütesiegel, können wir richtig stolz sein auf unser Sibi 2018.“

Erinnerungen an die alten Lehrer

Komplimente für das Sibi gab es auch von Bürgermeister Otto Neuhoff und Achim Beyer von der Bezirksregierung Köln. Neuhoff, selbst Sibi-Abiturient von 1968, hob beim Erinnern an die eigene Schulzeit auch ehemalige Lehrer heraus wie Ingeborg Schönball („Der Musik Leistungskursus bei dir war der Hit.“), Wilhelm Bierenfeld oder „Opa Johannes Jansen“, dessen Schwiegertochter Irmtraud Jansen erste Sibi-Schulleiterin war und dessen Enkel, also Pastor Christoph Jansen, die Predigt im ökumenischen Gottesdienst in der Erlöserkirche hielt.

Auch der Festredner kam aus den Sibi-Reihen: Professor Marcel Fratzscher. Der Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sprach kurzweilig über „Bildung und Chancengleichheit in Zeiten von Globalisierung und Populismus“. Er entsann sich seines ersten Sportlehrers, Norbert Walkembach, der nun, im ersten Jahr als Ruheständler, sich mit Herzblut der Aufgabe als Cheforganisator des Jubiläums gewidmet hat, wofür ihm Nowak ganz besonders dankte und ihm der Applaus aller Anwesenden sicher war.

Die Schule hat die Stadt mit geprägt

Fratzscher, der sich Walkembachs als besonders zugewandten und der Heimat Bad Honnef verbundenen Lehrers erinnerte, weiter: „Was macht eine Stadt stark? Dass sich Menschen mit ihr identifizieren. Die Schule spielt eine wichtige Rolle für die Gesellschaft und hat die Stadt mit geprägt.“

Und: „Das Sibi hat jedem Schüler einen Kompass gegeben.“ Komplettiert wurde das Programm durch Anna Heck, Bela Thiele und Jaydon Morouse mit Poetry-Slam-Texten sowie Musik von Schülern mit dem Gospelchor ‘N Joy, der Musikschule und dem Collegium Musicum – und der Sibi-Hymne „Glorious“.