Ausstellung in Bad Honnef

Eva Ademi setzt ein Zeichen für respektvollen Umgang

Künstlerin und Werk: Eva Ademi zeigt im Kunstraum unter anderem die Büste eines Gorillas. FOTO: HOMANN

Künstlerin und Werk: Eva Ademi zeigt im Kunstraum unter anderem die Büste eines Gorillas.

BAD HONNEF. Das Geheimnis des Lebens, sein kraftvolles Aufbäumen und unausweichliches Vergehen - um nichts Geringeres kreist das Werk der Bonner Künstlerin Eva Ademi.

Unter dem Titel "Bitte nicht füttern" präsentiert sie nun dem Honnefer Publikum einen repräsentativen Querschnitt ihres künstlerischen Œuvres - und verwandelt den Kunstraum am Rathausplatz dabei in eine faszinierende Wunderkammer voller Fundstücke aus der Tier- und Pflanzenwelt.

Die Vielfalt von Flora und Fauna ist seit Jahren Ausgangspunkt von Ademis Schaffen. Die Inspiration für ihre Werke findet die Naturfreundin meist ganz zufällig am Wegesrand - aus verbogenen Monierdrähten entstehen Flamingohälse, zerdellte Metallreste werden zu Käfern und Spinnen. Was für andere wertlos erscheinen mag, ist für Ademi ein wahrer Schatz: Oft reicht eine markante Form, eine kleine Assoziation, und der kreative Funke ist entfacht.

Als Ergebnis lässt sie dann in ihrer Bildhauerei raffinierten Formenreichtum mit anspruchsvoller Materialvielfalt verschmelzen; sie liebt das Spiel mit Spannungen und Zwischenräumen genauso wie den Kampf zwischen unbändiger Energie und zarter Melancholie, zwischen Aufbäumen und Untergang.

"Das ist der Funken Poesie, den Eva Ademis Werke verkörpern", so Kunsthistoriker Steffen Neuburger bei der Eröffnung. "Sie widmen sich dem Zauber und der Ambivalenz, die das Leben mit sich bringt. Aus unbelebtem Material schafft sie Skulpturen, welche die vehemente Kraft und die fragile Schönheit des Lebens in sich tragen."

Aus Alabaster gehauene Werke finden sich in der aktuellen Ausstellung ebenso wie Konstruktionen aus Draht, Holz und Papier. Ademis Lieblingsmaterial ist jedoch das Bienenwachs: "Das Arbeiten mit Wachs ist eine große Herausforderung", so die Künstlerin, "aber mit kaum einem anderen Material gelingt es, solche Feinheiten herauszuarbeiten. Wachs ist viel, viel lebendiger."

Und in der Tat: Imposant die Porträtbüsten von Orang-Utan und Gorilla mit ihren eindringlichen Gesichtszügen, beklemmend der in einer Öl-Havarie gefangene Pelikan, anmutig die Vogelschar. Doch so lebendig die teils realistischen, teils abstrakten Werke auch scheinen, der Titel der Ausstellung ist mehr als nur ein charmantes Wortspiel.

"'Bitte nicht füttern' ist ein Aufruf, die Geschöpfe, mit denen wir unsere Welt teilen, respektvoll zu behandeln, der Natur Raum zuzugestehen, sich selbst zu regeln", so Ademi. Kein Wunder also, dass ein Hauch dieses Mysteriums, das sie künstlerisch zu ergründen sucht, in ihren Skulpturen mitschwingt: ein Hauch vom Geheimnis des Lebens.

Info

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 19. Oktober, zu sehen. Der Kunstraum hat donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Weitere Infos unter www.evaademi.com.