Petitionsausschuss des Landtages

Es ging um die Rettung des Weinanbaus

Machte sich ein Bild vor Ort: Der Petitionsausschuss des Landtages um die Vorsitzende Rita Klöpper (M., mit braunem Schal).

RHÖNDORF. Eine neuerliche Kundgebung für die Rettung der Weinberge? Nein, eine Kundgebung - wie am Freitag eine Passantin spontan vermutet hatte - war es nicht. Um die Rettung des Steillagenweinbaus am Drachenfels ging es aber allemal beim Ortstermin des Petitionsausschusses des Landtages.

Der Rundgang fand statt unter Leitung der Ausschuss-Vorsitzenden Rita Klöpper und mit ungewohnter "Mannschaftsstärke" der beteiligten Behörden wie Umwelt- und Innenministerium sowie Petitionsreferat des Landtages. Das Fazit von Jörg Erich Haselier, Vorsitzender des Bürger- und Ortsvereines Rhöndorf, nach der anschließenden Erörterung hinter verschlossenen Türen war: "Es war eine sachliche Runde, die gezeigt hat, dass mit dem guten Willen aller Beteiligten eine Lösung in greifbare Nähe rückt."

Haselier, dessen Verein mit dem Weinbauverband Siebengebirge den Petitionsausschuss wegen der Rettung des Weinbaus angerufen hatte, hebt damit ab auf die neue Finanzierungsvereinbarung für eine Steinschlagsicherung in den Weinbergen. Dafür haben Land, NRW-Stiftung, Kreis und Kommunen wie berichtet finanziell nachgelegt.

Die Mitglieder des Verschönerungsvereines für das Siebengebirge (VVS) haben zudem beschlossen, dass der VVS 165.000 Euro nicht für einen Schutzzaun, wohl aber für Arbeiten auf eigenem VVS-Gebiet am Siegfriedfelsen zur Verfügung stellt. Kommende Woche sollen die Beteiligten dazu im Umlaufverfahren ihr Plazet geben.

Zwei Stellungnahmen stehen laut Haselier noch aus, ganz in trockenen Tüchern ist die Sache also noch nicht. Gleichwohl herrsche Zuversicht, so Haselier: "Das Land hat die Zukunft des Steillagenweinbaus als schützenswert auf der Agenda. Und es war erneut der deutliche Wille der direkten Geldgeber erkennbar, die Sache zu einem guten Ende zu bringen." Käme es dazu nicht, sprich: stünde ein Weg über juristische Instanzen an, so "wäre das für alle sehr verdrießlich", so Haselier.

Klöpper hatte zuvor betont, man wisse um die Bedeutung des Themas für die Region. Beleg hierfür sei auch die große Beteiligung von Bürgern an dem Termin, der den Tross bis an den Sperrzaun im Weinbergsweg führte. Wann der Petitionsausschuss beraten und eine Empfehlung geben werde, sei noch offen. Haselier geht aber davon aus, dass dies erst geschehen werde, wenn alle Beteiligten ihr Plazet zur Finanzierungsvereinbarung gegeben haben und damit klar ist, ob das Finanzierungsmodell trägt.

Klar ist derweil: Die Bauanträge für den Schutzzaun sind gestellt. Nach mehreren Nachtschichten des Honnefer Technischen Beigeordneten Jopa Vedders bei der Ausarbeitung wurden die Anträge, die die Bauämter Königswinter und Bad Honnef betreffen, gestern von den Antragstellern, den Winzern, unterschrieben - ganz symbolträchtig auf dem Spendenfass des Bürger- und Ortsvereines.