Zum Tod von Karl Günter Werber

Er hinterlässt einen immensen Wissensschatz

Stets ein Buch in der Hand: Der verstorbene Karl Günter Werber im Juni 2004.

BAD HONNEF. Er war das Lexikon der Stadt. Karl Günter Werber, profunder Kenner der Honnefer Historie, ist am vergangenen Freitag nach schwerer Krankheit kurz vor Vollendung seines 84. Lebensjahres gestorben. Das Herz des Fachmannes der Heimatgeschichte schlug für Bad Honnef

Das Herz des promovierten Germanisten schlug für Bad Honnef. Die Bürger schätzten ihn als genauen Beobachter der Entwicklung seiner Heimatstadt und suchten gern seinen Rat. Am besten gleich in seiner Buchhandlung, wo er immer ein offenes Ohr und meist eine Antwort hatte.

Was es mit einem bestimmten Wegekreuz auf sich hat, wie die Honnefer ihren Kursaal bauten und die schwedische Königin empfingen, was seinem jüdischen Schulkameraden Erich passierte, wie die Honnefer den Hungerwinter in der Nachkriegszeit überstanden oder wie Bundeskanzler Konrad Adenauer Mitglied des Kulturrings wurde - Werber wusste interessant, anschaulich und anekdotenreich zu erzählen, aber auch zu schreiben. Er hinterlässt mit seinen Schriften und etlichen Büchern einen immensen Schatz.

Seit der Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins Herrschaft Löwenburg war Karl Günter Werber mehr als 50 Jahre lang im Vorstand aktiv. Auf seinen Rat als Fachmann der Heimatgeschichte setzten seine Mitstreiter. Sein Bestreben war es stets, wichtige Fakten zu ermitteln, zu archivieren und die Erkenntnisse seiner lokalen Geschichtsforschung an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Und Karl Günter Werber setzte mit einer Entscheidung, die er mit seiner Frau Marianne im vergangenen Jahr traf, einen enormen Impuls für die Bewahrung der Bad Honnefer Geschichte. Werber trennte sich von seinem Elternhaus "Haus Gutenberg", in dem bereits seine Vorfahren als Buchhändler und als Verleger wirkten. Für die Buchhandlung im Erdgeschoss gewann er Nachfolger. In den Etagen darüber gründete der Verein "Haus Gutenberg" Archiv, Museum und Kulturtreff. Die Eröffnung mit der Ausstellung "Buch und Druck - das Gutenberg-Haus und die Familie Werber" erst kürzlich wird Karl Günter Werber gefreut haben.

Darüber hinaus zählte der Verstorbene zu den Gründungsmitgliedern des Kulturrings Bad Honnef in den 50er Jahren. Als Sachkundiger Bürger im Kultur- und Büchereiausschuss unterstützte er die kommunalpolitische Arbeit des Stadtrates zwischen 1952 und 1984. Werber setzte sich 18 Jahre lang im Vorstand der Kirchengemeinde Sankt Johann Baptist aktiv für die Belange seiner Gemeinde ein, war besonders während der umfassenden Kirchenrenovierung hinsichtlich der Denkmalpflege als Historiker sehr gefragt. Der Bundespräsident würdigte 2009 mit der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland Werbers langjähriges ehrenamtliches Engagement.

Für die Honnefer ist der Bewahrer der Geschichte ihrer Stadt unvergessen.

Die Exequien für den Verstorbenen werden am Mittwoch, 6. November, 10 Uhr in Sankt Johann Baptist gehalten. Die Beisetzung auf dem Alten Friedhof findet anschließend im kleinen Kreis statt.