Runder Tisch des Sports

Entscheidung über Hallenbau in Bad Honnef soll im Herbst fallen

Zeigen Flagge für die große Sporthalle: Thomas Scheibe vom TC Blau-Weiß Aegidienberg (v.links), SFA-Chef Claus Elbert, svb-Vorsitzender Karl-Gert Hertel, TV-Eiche-Vize Hermann-Josef Hinsenkamp und Wilhelm Strohmeier, Sprecher des Förderkreises Bad Honnefer Sport.

BAD HONNEF. "Die Bedenkenträgerei geht mir langsam auf die Nerven." Karl-Gert Hertel, der Vorsitzende des Sportverbandes Bad Honnef (svb), brachte die Gefühle der Sportler am Runden Tisch des Sports auf den Punkt. Erneut stand der Bau einer Sporthalle samt dem Thema Bewirtschaftungskostenanteil im Mittelpunkt.

Zwei Monate vor den Wahlen war es ein extrem großer Tisch, an dem alle drei Bürgermeisterkandidaten und auch die noch amtierende Bürgermeisterin Wally Feiden sowie etliche Kommunalpolitiker Platz genommen hatten. Die Sportler hatten zuvor "Flagge gezeigt": An einer Wand brachten sie eine Banderole an: "Ich will eine große Sporthalle!"

Am Schluss meinte Sportausschussvorsitzende Petra Kansy: "Ich bin zuversichtlich, dass wir schnell in die Umsetzung kommen. Ich glaube, wir bleiben im Zeitfenster des Spenders und sind jetzt an einem guten Punkt. Ich gehe davon aus, dass es mit dem Eigenbetrieb klappt."

Zuvor hatte es einige sehr emotionale Wortmeldungen aus der Ecke des Sports gegeben. Hermann-Josef Hinsenkamp, der stellvertretende Eiche-Vorsitzende, rekapitulierte: "2002 gab es einen Beschluss für einen Hallenbau in Aegidienberg, 2008 kam die große Spende für diesen Zweck und seit 2011 wird geprüft. Was ist das für eine Politik? Man wird nach fünf Jahren aggressiv."

Wilhelm Strohmeier pflichtete ihm bei: "Wir drehen uns seit zwei Jahren im Kreis. Der Förderkreis hat alle nötigen Vorarbeiten schon lange abgeschlossen Die Politik muss endlich einen Grundsatzbeschluss fassen." Es existiere ein Angebot, die Halle schlüsselfertig für 3,5 Millionen Euro zu bauen. Hinsenkamp unterstrich: "Es gibt nur eine Lösung: die große Halle oder keine."

TV Eiche-Chefin Marie-José Püllen meinte aufgewühlt: "Die Spende von Joseph Bellinghausen war für eine wettkampftaugliche Halle bestimmt." Es wäre "gemein", diesen Willen zu negieren. "Da fehlen mir die Worte." Klaus Katzenberger (SFA): "Die Verwaltung wird vollgebuttert mit Prüfaufträgen. Will man eigentlich die Halle?" SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Munk sagte: "Wenn die Entscheidung für eine kleinere Halle fallen würde, verschleudern wir die Spende."

Vor den Neuwahlen kommt der Rat nicht mehr "in die Pötte". Am 10. April, so CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff, erwarte der Sportausschuss jedoch Vorlagen der Verwaltung in Sachen Überführung der Sportstätten in den städtischen Eigenbetrieb. Wally Feiden bestätigte: "Die Vorprüfung ist abgeschlossen. Das Finanzamt will nun einen belastbaren Beschluss."

Was den Bewirtschaftungskostenanteil angeht, beruhigte Wolff: "2014 kommen auf die Vereine keine Kosten zu." Und: Im Herbst werde die Entscheidung fallen, welche Halle gebaut werden soll. FDP-Fraktionschef Rainer Quinck indes war eindeutig: "Die FDP ist für die große Halle." Und: "Die Vereine müssen sich damit abfinden, einen Beitrag zu leisten, aber der muss leistbar sein."

Bürgermeisterkandidat Otto Neuhoff: "Manche meinen, der Sport sei schuld, dass der Stadt der Nothaushalt drohe. Das ist Quatsch." Sachkundiger Bürger Hansjörg Tamoj gab zu bedenken, Politik sei unglaubwürdig, wenn sie einerseits sich auf eine 3-Millionen-Investition für eine große Halle einlasse und andererseits bei sozialen Dingen und viel geringeren Summen sage, das könne sie sich nicht leisten.

"Wir müssen die große Halle prüfen, um eine verlässliche Aussage zu haben und auch die kleine, um vorbereitet zu sein." Dagegen hielt Quinck: "Wenn ich einen Lkw habe, baue ich keine Garage für einen Pkw. Wir müssen unter Finanzierungsvorbehalt einen Beschluss für die große Halle herbeiführen. Als Signal."