Auflagen zu hoch

Endgültiges Aus für den Cityring in Bad Honnef

Während des Kanalbaus auf der Hauptstraße wurde ein Einbahnring eingerichtet. Eine Dauerlösung scheint nicht möglich. (Archivfoto)

Während des Kanalbaus auf der Hauptstraße wurde ein Einbahnring eingerichtet. Eine Dauerlösung scheint nicht möglich. (Archivfoto)

Bad Honnef. Die Bad Honnefer Politik legt die Idee eines Einbahnrings in der Innenstadt ad acta. Ein Grund: Die Auflagen des Landesbetriebes, die unter anderem einen einjährigen Probebetrieb vorsehen, sind zu hoch.

Die Auflagen und das Risiko waren den Mitgliedern des Planungsausschusses am Ende zu hoch: Mit Mehrheit von CDU, SPD, FWG und Grünen verabschiedete sich das Gremium von der Idee, die Einrichtung eines Cityrings weiter zu verfolgen. Der Bürgerblock hätte an der Prüfung gerne festgehalten. FDP-Ratsfrau Martina Ihrig enthielt sich und kündigte zugleich für den Verkehrsausschuss einen Antrag an mit dem Ziel, ein „Mobilitätskonzept“ für ganz Bad Honnef zu erarbeiten.

Zwar wäre eine „Karreelösung II“ – ein Einbahnring über Hauptstraße, Weyermannallee, Luisenstraße und Bahnhofstraße Richtung Rhöndorf – theoretisch möglich, wie ein Gutachter bereits im April ausgeführt hatte. Allerdings brächte der Einbahnring nicht das, was man sich davon versprochen hat. Und die Auflagen des Landesbetriebs Straßen NRW taten noch ein Übriges zur Entscheidung.

Bei Umbauten würden Parkplätze wegfallen

Wie berichtet, hatte die Politik die Verwaltung beauftragt, einen Einbahnring zu prüfen. Im April hatte Michael Viethen von der Ingenieurgesellschaft Stolz dazu ein Gutachten vorgelegt, das eine Umsetzung der „Karreelösung II“ grundsätzlich für möglich erachtete. Zugleich bauten sich eine ganze Reihe Hürden auf. Zum einen: Der Wunsch der Geschäftswelt, Parkplätze an der Hauptstraße zu schaffen, werde sich nicht erfüllen lassen. Zu anfällig sei der Verkehrsfluss, wenn bei Einspurigkeit rein- und rausrangiert werde. Auch reiche der Platz nicht aus, um einen ausreichend breiten Gehweg, Parkbuchten, zumindest eine Fahrradspur sowie eine sinnvolle Busspur unterzubringen.

Mehr noch: Um den Verkehr inklusive ÖPNV durch das neu entstandene Karree zu führen, brauche es Umbauten, die wie an der Weyermannallee Parkplätze kosten würden. Der Teufel steckt auch sonst im Detail: Mit Umbauten – etwa für Schleppkurven – wäre es nicht getan. „Die jährliche Kilometerleistung der Buslinie 566 wird sich um mindestens 2600 Kilometer erhöhen“, so die Vorlage – und zahlen müsste die Stadt. Durch Verteilung des Verkehrs würde die Belastung der Hauptstraße gemindert, an anderer Stelle, wie an der Weyermannallee, aber steigen.

Landesbetrieb fordert einjährigen Probebetrieb

Auch eine erste Erörterung mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW ergab im Grundsatz, dass eine Karreelösung grundsätzlich möglich wäre. Auch hier folgte das Aber auf dem Fuße. Der Landesbetrieb macht unter anderem geltend, dass weitere Planungen und Gutachten nötig wären, um die Realisierbarkeit genauer abzuklopfen.

Und: Da es sich bei der Hauptstraße um eine Landesstraße handelt – der Landesbetrieb müsste jeder Änderungen zustimmen – müsse die „Leistungsfähigkeit auch im klassifizierten Verkehrsnetz dargestellt werden“. Bedeutet: Wenn die B 42 dicht ist, muss der Verkehr über die L 193/Hauptstraße abgewickelt werden können. Der Landesbetrieb forderte darum einen einjährigen Probebetrieb unter Realbedingungen.

Mehrheit stimmt dafür

Alles in allem ein Paket, so die vorsichtige Schätzung von Stadtplaner Dirk Wiehe auf Nachfrage, das „einen hohen fünfstelligen Betrag“ verschlingen würde. „Wer hätte gedacht, dass es für den Probebetrieb eine wissenschaftliche Arbeit braucht. Da war man im Ausschuss vielleicht etwas naiv“, so Hans-Heribert Krahe (Bürgerblock). Trotzdem: Während der Kanalbaustelle habe es auch geklappt; darum bleibe man dabei, dass ein Probebetrieb möglich sein müsse. Mit der Meinung stand der Bürgerblock allerdings alleine da. Die Mehrheit stimmte dafür, das Thema zu beenden.