Stadtplanung in Bad Honnef

Ein natürliches Bett für den Möschbach

Rommersdorf. Rommersdorf im Fokus der Stadtplanung: Der nächste Schritt der Bachrenaturierung steht an. Weniger Wohnungen an Villa Schaaffhausen.

Die Idee ist fast 20 Jahre alt: Seit 1997 drehen sich immer wieder Überlegungen um eine Renaturierung des Möschbachs. Mit einem Auftrag für weitere Planungen soll nun der nächste Schritt vollzogen werden. Rommersdorf im Fokus: Knapp 80 Seiten müssen die Bau- und Verkehrsexperten im Bad Honnefer Stadtrat durcharbeiten – und fast immer geht es um den historischen Stadtteil. Neben dem Möschbach sind die Parkplatzsituation und die Planungen für die Villa Schaaffhausen Themen.

Offenlegung Möschbach: Schon neun Jahre ist es her, dass der zuständige Wasserverband ein Ingenieurbüro mit einem Konzept für die naturnahe Gestaltung des Möschbachs beauftragt hat. 2008 wurde in der Wilhelmstraße der erste etwa 220 Meter lange Abschnitt offengelegt. Laut Verwaltung war die Resonanz positiv, zumal die Maßnahme dem Hochwasserschutz dient. Letzteres ist in der Tat noch ein Sonderthema: Die Stadt plant eine Risikokarte und gegebenenfalls Folgearbeiten, um Überflutungen wie jene nach dem Starkregen am 20. Juni 2013 zu verhindern.

Nach ersten Überlegungen vor zwei Jahrzehnten und ersten Schritten 2007 und 2008 wurde 2013 eine Vorplanung für den Möschbach in Auftrag gegeben, um weitere Abschnitte zu renaturieren. Auslöser war auch der Zustand der mehr als 70 Jahre alten Verrohrungen. Alles sei „baulich in sanierungswürdigem Zustand“, so die Stadt.

Grundsätzliches Ziel ist es, den Bachlauf naturnah zu gestalten, möglichst offen zu führen beziehungsweise Einbauten zu sanieren. Schätzungen von 2013 zufolge würde dies je nach Variante zwischen 1,64 und 2,04 Millionen Euro kosten, plus Planungs- und gegebenenfalls Gutachterkosten. Das Land fördert die Arbeiten zu bis zu 80 Prozent. Allerdings wird es laut Wasserverband noch ein bis zwei Jahre dauern, bis auch das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist. Nun muss die Stadt mit 15 000 Euro Eigenanteil für die Planung in Vorlage gehen.

Villa Schaaffhausen: Auch beim bei Anwohnern umstrittenen Projekt Villa Schaaffhausen soll der nächste Schritt gemacht werden. Konkret empfiehlt die Verwaltung, die erste formale Bürgerbeteiligung anzugehen. Basis dieser – rechtlich verankerten – Öffentlichkeitsbeteiligung sollen die erneut konkretisierten und abgespeckten Pläne sein, die den Ausschüssen vorliegen. Demnach wurde unter anderem die Zahl der Wohnungen in den geplanten Neubauten von 35 auf 30 reduziert.

Der Bauausschuss hatte zuletzt auch gefordert, das Nutzungskonzept für die denkmalgeschützte Villa zu konkretisieren. Der Investor teilt hierzu mit, geplant seien unter anderem ein Bistro sowie eine Physiotherapie-Praxis und Seminarräume. Eine weitere Konkretisierung erfolge „im Rahmen der Bauantragsplanung, in Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung und dem Amt für Denkmalpflege“. Wichtig war dem Ausschuss auch die Verkehrssituation. Hierzu wurde ein Gutachten erstellt. Fazit der Verwaltung: Unabhängig von der „subjektiven Wahrnehmung“ reiche das Straßennetz auch bei Neubauten aus.

Verkehrssituation: Unabhängig von den Plänen für die Villa Schaaffhausen hatte der Ausschuss gefordert, die Situation in Rommersdorf unter die Lupe zu nehmen. Unstrittig ist, so die Verwaltung: Der „Parkdruck“ ist hoch, die Straßen sind eng, und oft werde schon heute geparkt, wo es verboten ist. Probleme bereite diese Kombination vor allem, wenn ein Rettungswagen oder die Feuerwehr passieren muss. Probefahrten hätten dies gezeigt, so die Verwaltung. Obwohl also die grundsätzliche „Leistungsfähigkeit“ der Straßen gegeben sei, wolle man nun Vorsorge treffen – im Wesentlichen mit Halteverboten. Für Parktaschen sei kein Platz.

Prägendes Denkmal

Die Ursprünge der Villa Schaaffhausen gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Der Kölner Notar Peter Gottschalk Wasserfall vereinte 1770 zwei ehemalige Land- und Weingüter. Es folgten später mehrere Anbauten, so nach 1846 unter der Ägide des Fabrikanten Hubert Schaaffhausen und seines Sohnes Hermann, der den Turm und den Rundtempel im Park anfügte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte das Haus ein Kinderheim, von 1988 bis 2012 ein Familien- und Gesundheitszentrum. 2011 erwarb der jetzige Investor das Erbbaurecht (Laufzeit bis 2050) für das Gelände vom Erzbistum Köln.

Die Ausschüsse Planen und Bauen sowie Umwelt und Verkehr tagen am Montag, 2. Mai, 18 Uhr, im Rathaus.