Bilanz der Stadtsparkasse Bad Honnef

Ein durchwachsenes Jahr


Die Nachfrage nach Wohnraum in Bad Honnef ist ungebrochen, das Angebot aber begrenzt. Das merkt auch die Stadtsparkasse.

Die Nachfrage nach Wohnraum in Bad Honnef ist ungebrochen, das Angebot aber begrenzt. Das merkt auch die Stadtsparkasse.

Bad Honnef. Die Analysen ähneln sich, wie sich auch die Bedingungen kaum geändert haben: Wie 2015 war 2016 ein zufriedenstellendes, aber auch durchwachsenes Jahr für die Stadtsparkasse Bad Honnef.

„Wir würden uns natürlich bessere Ergebnisse wünschen“, so Vorstandsvorsitzende Dorit Schlüter. Dennoch verströmen sie und Vorstandskollege Mathias Alfs Zuversicht auch für die Folgejahre. Zwar liege der Jahresüberschuss mit rund 468 000 Euro unter dem aus 2015 mit 584 000 Euro sowie aus 2014 mit 970 000 Euro. Gleichwohl stemme sich das Kreditinstitut erfolgreich gegen zurückgehende Margen bei steigenden Aufwendungen wie durch die europäische Bankenaufsicht.

Zinsverlust: „Der Zinsverlust wird immer schwerer zu kompensieren sein“, so Schlüter. Und wie lange die Phase noch anhalte, da wagen selbst Fachleute wie Alfs keine Prognose. Umso bedeutender sei das Vertrauen der Kunden bei allen Belangen vom Girokonto bis zum Versicherungsgeschäft als „stabilisierender Faktor“ (Alfs). Schlüter: „Die Provisionseinnahmen sind eine wesentliche Säule unserer Erträge. Der Anstieg zeigt uns auch an, wie zufrieden die Kunden mit unseren Leistungen sind.“ Wichtig auch: Bestandskunden müssten sich im Gegensatz zu anderen Instituten nicht auf Negativzinsen einstellen. Bei der Stellschraube Sach- und Personalkosten sei das Ende der Fahnenstange nahe. „Normalerweise werden Tarifsteigerungen durch Wachstum kompensiert, aber das können wir nicht generieren“, so Schlüter. Personalabbau ohne Ende sei keine Lösung. Da setze sogar die Regulatorik Grenzen: Auch für sie brauche es qualifizierte Mitarbeiter. Zugleich müsse man mit der Zeit gehen, das Kundenverhalten ändere sich. Paydirekt, ein Online-Bezahlverfahren mit höchsten Ansprüchen an den Datenschutz, und ein Handy-an-Handy-Zahlverfahren samt Fotoüberweisung seien genannt. Ein Mitarbeiter wurde zum Girofachberater fortgebildet, der Firmenkunden beim umfangreichen digitalen Angebot neu zur Seite steht.

Schwaches Kreditgeschäft: Das Kreditgeschäft fiel erstmals nach 2001 mit 289 Millionen Euro unter die „wichtige Marke von 300 Millionen Euro“. Unter anderem werde die Niedrigzinsphase für Sondertilgungsvereinbarungen genutzt. Verhalten sei auch die gewerbliche Kreditnachfrage. Der Gesamtbestand reduzierte sich um 16,5 Prozent beziehungsweise 22,3 Millionen Euro. Ein bisschen mehr für die Sparkasse dürfte es auch bei der Immobilienfinanzierung sein. Der Niedergang – trotz zufriedenstellenden 28,8 Millionen Euro Gesamtvolumen – spiegele den knappen Raum für Bauten wider. Alfs: „Die Nachfrage vor allem im Tal ist ungebrochen. Das Flächenpotenzial aber ist begrenzt.“ Hohe Nachfrage spüre man auch bei Vermittlungen; es gebe Wartelisten von Zuzugswilligen, vor allem Familien. Das Bausparvolumen betrage aktuell 5,8 Millionen Euro. Alfs: „Ein guter Einstieg, um Eigenkapital zu bilden und sich niedrige Zinsen zu sichern.“

Aktien und Wertpapiere: Auf dem Wertpapiersektor verzeichnete das Institut hingegen einen deutlichen Zuwachs; die Ankäufe stiegen um 14,3 Prozent auf 36,6 Millionen Euro. Insgesamt gebe es eine Verschiebung zugunsten von Fonds- und Aktieneinlagen – für Schlüter ein Zeichen, dass die Kunden auf positive Börsenentwicklung setzten, um höhere Renditen zu erzielen. Dass Rücklagen immer wichtiger werden, zeige auch der Anstieg der Kundeneinlagen: Sie legten mit 10,2 Millionen Euro (plus 2,6 Prozent; 2015: plus 1,4 Prozent) deutlich zu. Insgesamt 397,1 Millionen Euro seien auf Konten der Sparkasse angelegt.

Eigenständigkeit soll bleiben: „Es wäre nicht verantwortbar, sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen“, so Schlüter zu Fusionen auf dem Bankensektor. Aber: „Konkrete Gespräche gibt es nicht.“ Zumal man davon ausgehe, dass die Betriebsergebnisse im Planungszeitraum von fünf Jahren stabil blieben.