Veranstaltung im Rhein-Sieg-Kreis

Ein Ja(hr) für die Liebe

BAD HONNEF. Als Referentin für Ehepastoral im Kreisdekanat Rhein-Sieg hat Rita Cosler die Höhen und Tiefen etlicher Beziehungen in beratender Funktion miterleben können. Aus diesen Erfahrungen schöpfend, vergleicht sie die Partnerschaft zwischen zwei Menschen gerne mit einer Topfpflanze.

Denn es genüge nicht, sie schlicht auf der Fensterbank stehen zu lassen und als Selbstverständlichkeit zu erachten – nein, man müsse sich um sie kümmern, damit sie nicht vertrockne.

Genauso verhalte es sich auch mit dem „Ja“ zu einander, einem kleinen Wörtchen mit großer Tragweite: Eine Partnerschaft müsse regelmäßig befüttert werden, um am Leben gehalten zu werden. Gemeinsam mit Elisabeth Reiter, Leiterin der Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensberatung, hat Rita Cosler daher nun „Ein Ja(hr) für die Liebe in Partnerschaft und Ehe“ ausgerufen.

Im Rahmen dieser Initiative des Netzwerks Ehepastoral der Katholischen Kirche im Kreisdekanat Rhein-Sieg sollen Paare jeden Monat die Gelegenheit erhalten, bewusst etwas füreinander zu tun und sich gemeinsam – von Valentin 2016 bis Valentin 2017 – ein Jahr lang auf das „Ja“ zueinander zu besinnen.

Und das sei in der Tat wichtiger denn je, stellten die Besucher am Sonntag bei der Auftaktveranstaltung im Katholisch-Sozialen Institut fest. Denn die feste Partnerschaft, da waren sich die Gäste einig, sei inmitten einer pluriformen, immer beziehungsloser werdenden Gesellschaft zusehends gefährdet.

Zudem werde die Kirche in Beziehungsfragen oft bloß als lebensferne Institution ohne praktisches Mitspracherecht wahrgenommen, resümierte der kommissarische Kreisdechant Reinhold Malcherek. Das müsse sich dringend ändern: Die katholische Kirche solle sich selbst die Frage stellen, wie sie den Menschen unterstützen könne, damit „Liebe“ nach wie vor ein großes Wort bleibe.

Und Landrat Sebastian Schuster, der gemeinsam mit dem Siegburger Bürgermeister Franz Huhn die Schirmherrschaft übernommen hatte, fasste die Leitidee des Projekts treffend zusammen: „Man kann Liebe nur weitergeben, wenn man selbst geliebt worden ist.“ Jeden Monat werden daher zahlreiche Veranstaltungen im gesamten Rhein-Sieg-Kreis stattfinden, die sich je einem bestimmten Aspekt der partnerschaftlichen Gemeinsamkeit widmen.

Mal wird die Kommunikation in der Beziehung thematisiert, mal die Sexualität, mal die Krisen und Konflikte und die mit den Jahren unausweichliche Veränderung, mal das Verhältnis zu Gott. Manchmal ergibt sich auch ein besonders kreativer Zugang zum Thema, wie bei der Vernissage zur Ausstellung „Männer und Frauen“ des Künstlers Werner Reuber, der die Gäste im KSI mit farbenfrohen Aquarellen und Holzschnitten einstimmte. „Unser Anliegen ist es, das Thema auf interessante, unterhaltsame und leichte Weise nahezubringen und zu zeigen, was man verliert, wenn Partnerschaften austauschbar werden“, so Rita Cosler.

Verlässlichkeit, Nähe und Tiefe seien da bloß der Anfang. In den Worten der Projektleiterin: „Es lohnt sich, beieinander zu bleiben. Das wollen wir erfahrbar machen.“

Veranstaltungen rund um die Liebe

Die nächste Veranstaltung im KSI beschert romantisch-tragisches Filmvergnügen: Am Sonntag, 28. Februar, wird bei einer gemütlichen Film-Matinée das oscarprämierte Drama „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ gezeigt; die Kosten betragen 15 Euro pro Person für Frühstück und Begleitprogramm, Anmeldung per E-Mail an info@ksi.de.

Ein weiteres Highlight in Bad Honnef: Am 21. Mai sind alle Interessierten zu einem politischen Fachforum unter dem Motto „Zukunft der Ehe – Zur Bedeutung der Ehe in Gesellschaft und Kirche“ ins KSI eingeladen. Am 10. Juni spricht Professor Arnold Retzer im Stadtmuseum Siegburg zum Thema „Das Wunder der Ehe oder Lob der Vernunftehe – Wie funktioniert die Unwahrscheinlichkeit des Gelingens?“

Darüber hinaus gibt es jeden Monat eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen aller Art, darunter etwa Fotokurse, Geocaching für Paare und eine Feier für Ehejubilare. Der vollständige Programmkalender ist einsehbar unter www.ein-jahr-fuer-die-liebe.de.