Kursaal Bad Honnef

Ein Jahr Wartezeit wegen Sanierung

Bad Honnef. Ein Jahr lang müssen die Bad Honnefer auf ihre gute Stube verzichten, denn so lange wird die Sanierung des Kurhauses in Bad Honnef dauern. Ein Baustellenbesuch zeigt, dass die Arbeiten aufwendig sind.

Wenn es nach den Projektverantwortlichen der Kursaal-Sanierung geht: Ein bisschen Super-Sommer wie 2018 wäre ihnen recht. „Jetzt darf es noch regnen, aber bitte nicht, wenn das Dach runterkommt“, sagt Frank Beckmann, Technischer Gebäudemanager der Stadt.

In einem der nächsten Arbeitsschritte bekommt der Kursaal daher eine überdimensionale Regenhaube. „Das Gebäude braucht einen Wetterschutz“, sagt Beckmann. Das dürfte nicht der einzige Aufsehen erregende Arbeitsschritt der Sanierung sein, die im Gebäudeinneren bereits ordentlich Fahrt aufgenommen hat.

Denn um etwa die neue Stahlkonstruktion fürs Dach aufzusetzen, muss auch ein großer Kran aufgebaut werden. Noch allerdings ist es nicht so weit. Anfang Juni folgt erst mal das Außengerüst. Wie mehrfach berichtet, wird der Kursaal für rund 6,3 Millionen Euro saniert – eine „wirklich große, komplexe Baumaßnahme“, wie Beckmanns Kollege Jörg Sudmann ergänzt.

Und eine, bei der sich die anderthalbjährige Vorbereitung samt dezidierter Schadenanalyse und Detailplanung, immer eng verzahnt mit Architekt, Statiker und weiteren Fachleuten, schon jetzt auszahle, so die Experten der Stadt. „Wir liegen im Zeit- und im Kostenplan. Und Überraschungen gab es bisher auch keine“, so Beckmann.

Arbeiten bis in den hintersten Winkel

Wiedereröffnet werden soll der Saal übrigens gleich nach Karneval 2020, „und das muss er auch“. Innen wurde inzwischen das Gerüst aufgebaut, das es den Arbeitern ermöglichen soll, jeden Winkel des Saals zu erreichen. Das ist unter anderem nötig, um die Mauerwerksbögen und Stuckdecken zu sanieren.

Nachdem das Netz weg ist, das die Decke seit Spätsommer 2017 als Vorsichtsmaßnahme sicherte, sind die Schäden dort nun offensichtlich. „Das ist symptomatisch“, sagt Beckmann und zeigt auf einen Längsriss im Stuck. Während im Saal die weiteren Vorbereitungen für die Arbeiten laufen – so am Mauerbogen, der quer zur Bühne steht, die Saaldecke trägt und arg an Festigkeit eingebüßt hat –, ist im Keller schon jede Menge passiert.

Nach der Sanierung der Außenwand zum Parkplatz Weyermannallee hin, über den jahrelang Wasser ins Mauerwerk gelaufen war, musste mit Blick auf die Statik auch die bislang unbewehrte Bodenplatte im Versorgungsgang erneuert werden. „Dadurch haben sich die Arbeiten am Parkplatz verzögert“, so Sudmann.

Das ganze Gebäude wird barrierefrei

„Das ist ein gutes Beispiel, womit wir es hier teilweise zu tun haben“, sagt er und deutet im Keller auf eine Stelle, an der bei früheren Sanierungen ein Stahlträger einfach gekappt wurde. Bereits auf der Zielgeraden sind die Arbeiter bei der Erneuerung des Brandschutzes, so in der komplett entkernten Küche. Fortschritte machen auch die Arbeiten im sogenannten Seniorentreff, der später wie das ganze Gebäude barrierefrei sein wird.

Nicht nur die baulichen Aspekte haben die Planer im Blick. Schließlich geht es auch darum, den Kursaal optimal nutzen zu können. „Wir werden künftig vier Nutzungseinheiten haben“, so Beckmann. Heißt unter anderem: Mittels Abtrennung im Versorgungsgang ist der Seniorentreff getrennt zugänglich. Bühnentechnik, Beschallung, die laut Beckmann „bis in die hinterste Reihe trägt“, eine Lüftung, die diesen Namen auch verdient – alles wird erneuert.

Das Glanzstück aber bleibt der Saal, dessen Restaurierung wie alles andere mit dem Denkmalschutz abgestimmt ist, von der Aufarbeitung der „absolut einmaligen“ (Beckmann) Fenster samt Hebeanlage bis zu den Farben.