Diskussion im Internet Eichhörnchen nicht von Hungertod gefährdet

Ein Eichhörnchen im Wald.

Bonn/Region. Zahlreiche Medien berichten davon, dass Eichhörnchen in diesem Jahr vom Hungertod bedroht sind. An diesen Berichten sei jedoch nichts dran, heißt es von der Wildstation Retscheider Hof in Bad Honnef.

"Viele Eichhörnchen drohen zu verhungern", "Dieser Sommer war so trocken und heiß, dass Eichhörnchen jetzt zu wenig Nüsse finden, um sich ihren Vorrat für den Winter anzulegen", "Eichhörnchen finden wenig Futter – So kann man helfen" - In den vergangenen Tagen berichten verschiedene Medien auf sozialen Netzwerken über eine akute Gefahr für Eichhörnchen, diesen Winter zu verhungern.

Der heiße Sommer habe Haselsträucher, Rotbuchen und Eicheln besonders schnell reifen lassen und die Früchte seien zu früh und teilweise ohne Kerne abgefallen, heißt es in den aktuellen Beiträgen. Weil es in diesem Jahr zu wenig Nahrung für die Tiere geben soll, wird geraten, schon jetzt mit dem Zufüttern zu beginnen.

"An den Berichten ist absolut nichts dran", sagt Nils Michael Becker von der Wildstation Retscheider Hof in Bad Honnef auf GA-Anfrage. "Es gibt mehrfach im Jahr keine oder wenige Nüsse, da gibt es jetzt keinen besonderen Trend." Hinzu käme, dass Eichhörnchen nicht nur Nüsse essen und bunkern würden. "Die Tiere essen alles Mögliche, beispielsweise Körner", so Becker. Die Panikmache könne er nicht verstehen. Die Konsequenz daraus, dass Menschen mehr Futter für Wildtiere rausstellen, sei jedoch nicht schlimm.

Unabhängig von den Wetterbedingungen im Jahr könne man Vögel oder Eichhörnchen immer zufüttern. Generell hätte die Wildtierstation keine Veränderungen in der Tierwelt wegen des heißen Sommers festgestellt, erklärt Becker weiter. "Eine viel größere Gefahr geht für Eichhörnchen und andere Wildtiere durch den Eingriff des Menschen in ihren Lebensraum aus."

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