Hirotaka Aisawa und Leopoldo Lipstein

Duo "Tokyo-Tango" gibt begeisterndes Konzert im KSI

Asien trifft Südamerika: Hirotaka Aisawa (links) und Leopoldo Lipstein beim Auftritt im KSI.

BAD HONNEF. Hirotaka Aisawa erhielt seinen ersten Violin-Unterricht im Alter von drei Jahren. Pianist Leopoldo Lipstein bereiste als Wunderkind ganz Südamerika. Jetzt gaben die beiden während der Dreikönigsakademie im Katholisch-Sozialen Institut ein Konzert.

Als Duo treten sie unter der Bezeichnung "Tokyo-Tango" auf. Und ein Tango, der gehörte natürlich mit zum Programm - das Stück "Le Grand Tango" von Astor Piazzolla.

Der Meister des Tango und Erfinder des Nuevo Tango hatte dieses Werk 1982 geschaffen, und zwar in der Fassung für Violoncello und Klavier. Die aufgeführte Fassung für Violine und Klavier stammt von der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina. Und das Publikum honorierte diesen Vortrag mit begeistertem Applaus und fühlte sich ein bisschen wie in Lipsteins Heimatland Argentinien.

Zunächst trugen die Künstler aber zwei Sonaten aus unterschiedlichen Epochen vor, aus der Klassik und aus der Romantik: voller Temperament die Violinsonate op. 23 von Ludwig van Beethoven und sehr sinnlich und leidenschaftlich die Violinsonate von Camille Saint-Saëns. Bereits dabei zeigten Hirotaka Aisawa und Leopoldo Lipstein die ganze Bandbreite ihres versierten technischen Könnens und ihres enormen Einfühlungsvermögens.

Außerdem erklangen die Tannhäuser-Paraphrase, die geniale Transkription für Klavier von Franz Liszt zu Wagners dramatischer Oper "Tannhäuser", und die Carmen-Fantasie des legendären spanischen Violinvirtuosen Pablo de Sarasate, die auf Themen der Oper von Georges Bizet basiert. Sarasate komponierte die Fantasie 1883, eines der populärsten und schwierigsten Werke für Violine. Auch hierbei konnten sich die Zuhörer im KSI am meisterlichen Spiel erfreuen.

Hirotaka Aisawa und Leopoldo Lipstein sind in Bad Honnef nicht unbekannt. Sie gaben bereits ein Gastspiel beim Kulturring. Und so besuchten das Konzert nicht nur Teilnehmer der Akademie, denen im KSI über den Jahreswechsel bis zum Dreikönigstag ein interessantes Programm geboten wurde, sondern auch Bad Honnefer.

Aisawa studierte an den Musikhochschulen in Tokio und Hannover sowie an der Alanus Hochschule in Alfter. Leopoldo Lipstein gewann bereits mit 17 Jahren den ersten Preis des nationalen Argentinischen Klavierwettbewerbs. Seine wichtigsten Lehrer waren Marcello Tomassini in Argentinien und Pavel Gililov in Deutschland.

Lipstein unterrichtet an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Beide sind international tätig und bekannt durch Fernseh- und Rundfunkaufnahmen. Für den Herbst ist eine Japantournee geplant, auch ein Benefizkonzert. Aisawa stammt aus Fukushima, seine Mutter wurde nach dem Reaktorunfall evakuiert. Am 8. Februar tritt das Duo bei der Lebensgemeinschaft "Eichhof" in Much auf.