Bilanz der Polizei

Die Zahl der Straftaten im Siebengebirge geht zurück

Die Zahl der Einbrüche im Siebengebirge ist zurückgegangen.

Die Zahl der Einbrüche im Siebengebirge ist zurückgegangen.

Siebengebirge. Die Polizei hat die Statistik 2017 für Bad Honnef und Königswinter vorgelegt. Während es weniger Wohnungseinbrüche als in den vergangenen Jahren gab, ist die Zahl der Sachbeschädigungen gestiegen.

Polizeidirektor Manfred Kaiser und sein Kollege Kriminaloberrat Ulrich Sievers sehen sichtlich entspannt aus. Schließlich haben sie für das Siebengebirge – und das Gebiet des Polizeipräsidiums Bonn insgesamt – (fast) nur Positives zu vermelden: Die Zahl der Straftaten ist 2017 nicht nur im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, sie liegt auch deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gerade die Zahl der Wohnungseinbrüche ist deutlich gesunken. „Wir sind mit allen Stadtteilen sehr zufrieden. Es wird schwer, diese Zahlen zu halten“, betonte denn auch Kaiser bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Siebengebirge am Freitagvormittag in Bonn.

Insgesamt wurden im Jahr 2017 im Bereich der Stadt Königswinter 1857 Fälle erfasst, das sind 89 weniger als im Vorjahr und somit ein Rückgang um 4,6 Prozent. „Und das, obwohl wir ja schon im vergangenen Jahr bei den Zahlen deutlich unter dem fünfjährigen Mittel mit 2222 Fällen lagen“, so Kaiser. Die Aufklärungsquote insgesamt lag bei 45,7 Prozent. Den deutlichsten Rückgang verzeichneten die Beamten dabei bei den Wohnungseinbrüchen – um 40,7 Prozent, von 167 Einbrüchen in 2016 auf 99 im vergangenen Jahr.

Weniger Einbrüche auch in Bad Honnef

Auch in Bad Honnef sank die Zahl der Einbrüche – von 94 auf 73, ein Minus von 22,3 Prozent. Dass zeitgleich die Aufklärungsquote zumindest in Königswinter deutlich zurückging (von 22,8 auf 13,3 Prozent) erklärt Sievers damit, dass es 2016 gelungen war, eine Einbrecherbande zu stellen und damit auch deutlich mehr Fälle aufzuklären. Gleichzeitig warnte er davor, darauf zu hoffen, dass sich diese positive Entwicklung immer weiter fortsetzt. „Wir können nicht prognostizieren, wo Einbrecherbanden einfallen und dann durch unser Gebiet wirbeln“, so Sievers. Denn gerade der Bergbereich im Siebengebirge sei ein klassisches Einfallstor für diese Banden, die über die Autobahnen kämen, zunächst das Gebiet erkundeten und dann mehrmals innerhalb kurzer Zeit zuschlagen.

„Darum kontrollieren wir auch zu den unterschiedlichsten Tages- und Nachtzeiten und notieren Kennzeichen und Personalien. Allerdings seien gerade in diesem Zusammenhang, so Kaiser, Hinweise aus der Bevölkerung besonders wichtig. „Wenn immer verdächtige Fahrzeuge oder Personen auffallen, die einfach dort nichts zu suchen haben, sollten die Leute die 110 wählen. Kein Anruf ist uns zu viel.“ So habe man zum Beispiel im Vorgebirge eine Einbruchsserie aufklären können, weil ein Zeuge ein verdächtiges Fahrzeug gemeldet hatte. Kaiser: „Es war der Anfang des Wollknäuels.“

Mehr Sachbeschädigungen

Ebenfalls rückläufige Zahlen meldet die Polizei in Königwinter beim schweren Diebstahl (minus 35,3 Prozent) und beim Taschendiebstahl (minus 37,5 Prozent). Ähnliches gilt auch für Bad Honnef. Hier sank die Zahl der erfassten Fälle um 84 von insgesamt 1406 in 2016 auf 1322 im vergangenen Jahr. Die Aufklärungsquote insgesamt lag bei 43,3 Prozent.

Während auch in Bad Honnef die Zahl von Diebstahlsdelikten zurückging, vermelden beide Städte einen Anstieg bei den Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen: In Honnef wurden 110 (2016: 99) Fälle, in Königswinter 129 (2016: 99) Fälle registriert. „Meistens handelte es sich um Graffiti“, so Kaiser. In Königswinter habe es an einigen Wochenenden eine echte Spur der Verwüstung vermutlich durch Jugendliche gegeben. „Unter der Beteiligung der Stadt haben wir dementsprechend kontrolliert und tatsächlich fünf Graffiti-Taten aufklären können.“ Obwohl man den Tätern keine weiteren Taten nachweisen konnte, hörte die Serie auf.