Siegfriedfelsen im Siebengebirge

Die Petition ist jetzt vom Tisch

Schweres Gerät unter dem Siegfriedfelsen: Mitarbeiter einer Spezialfirma bohren die Löcher für den Sicherheitszaun.

RHÖNDORF. Die Arbeiten unterhalb des Siegfriedfelsens haben Fahrt aufgenommen. Dort werden derzeit die Bohrlöcher für den Sicherheitszaun im Weinberg gesetzt, insgesamt tausend sollen es am Ende sein.

Zugleich endet ein anderes Kapitel, das durch den Steinschlag am Siegfriedfelsen ausgelöst worden war: Der Teil der Petition in Federführung des Bürger- und Ortsvereines Rhöndorf, der die Wiederöffnung der gesperrten Weinbergswege zum Ziel hatte, habe sich erledigt, so Vereinschef Jörg Erich Haselier. Mit Beginn der Bauarbeiten am Schutzzaun würden Fakten auch zur Wegeführung geschaffen.

Haselier teilte mit, er habe den Leiter des Petitionsreferates des nordrhein-westfälischen Landtags, Martin Laufen, informiert, dass aus Sicht des Vereins die noch offene Petition zum Thema Weinbergswegsperrung "als erledigt angesehen werden kann". Bereits im April 2014 habe sich der erweiterte Teil der Petition, der sich auf das Betretungsverbot der Weinberge bezog, durch die Finanzierung der sogenannten Big Bags erledigt.

Die federführend vom Bürger- und Ortsverein betriebene Aktion "Rettet den Wein" habe diese Arbeitsschutzmaßnahme ermöglicht. Zugleich gelte: "Den ersten Teil der Petition haben wir, auch nach dem Finanzierungskompromiss der sechs Partner, bewusst offen gelassen, bis eine Fertigstellung durch den Bau des von den Experten als notwendig angesehenen Steinschlagschutzzauns quasi irreversibel ist", so Haselier.

Seit dem Steinschlag vom 4. Januar 2011, der die ganze Sache ins Rollen gebracht hatte, hatte sich der Verein in dieser Frage engagiert. Ende Juli 2014 habe die Aktion "Rettet den Wein" die Eintragung einer Reallast beim zuständigen Gericht finanziert, damit der Bau begonnen werden konnte.

"Nachdem nun auch die vermeintlich letzten Hürden überwunden und auch keine Haselmäuse, die wohlmöglich noch den Bau verschleppt oder verhindert hätten, gefunden wurden, dürfte dem Bau des Zauns nichts mehr im Wege stehen", so Haselier, der in der Angelegenheit mehrfach im Düsseldorfer Landtag war.

Gleichwohl müsse eine "für Wanderer und Spaziergänger attraktive Wegeführung Ziel bleiben, ebenso das Pflanzen von Ausgleichsstöcken für den Verlust wertvoller Rebreihen unter dem Siegfriedfelsen".

Bei diesen Fragen bleibe der Verein weiterhin "wachsam und aktiv". Haselier dankte der Vorsitzenden des Petitionsausschusses Rita Klöpper und dem Leiter des Petitionsreferates: "Das Petitionsverfahren war ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Gesamtlösung." Der Petitionsausschuss beschäftigte sich in mehreren Sitzungen mit der in der Region heiß diskutierten Thematik. Im November 2013 fand ein Ortstermin statt.

Dank gelte auch der Bevölkerung für ihre Solidarität: "Wir möchten uns nicht vorstellen, wie es gekommen wäre, wenn nicht viele Menschen im Siebengebirge hinter uns gestanden hätten. Der über 1100-jährige Weinbau im Siebengebirge, auch der in der Steillage, kann nach allen wirksamen Protesten als gesichert angesehen werden."