Seniorenstift in Bad Honnef

Diacor investiert fünf Millionen Euro

Bad Honnef. Die Gemeinnützige Gesellschaft Diacor baut ein Seniorenstift am Honnefer Kreuz um und errichtet 14 barrierefreie Wohnungen. Im April soll der Startschuss fallen. Die genauen Planungen im Überblick.

Die Senioren von einst sind die Best Ager von heute. Mehr denn je besteht der Wunsch, sich zwar räumlich zu verkleinern, zugleich aber die eigenen vier Wände auch bei Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit nicht verlassen zu müssen. Wohnformen, die das ermöglichen, will die gemeinnützige Gesellschaft Diacor anbieten. Ein solches Projekt realisiert die gGmbH angrenzend an ihr Evangelisches Seniorenstift Am Honnefer Kreuz mit 14 barrierefreien Wohnungen. Zusammen mit Umbauten des Seniorenstiftes investiert die Diacor in Bad Honnef nach eigenen Angaben in den kommenden eineinhalb Jahren fünf Millionen Euro.

Die Bauanträge gleich für zwei Bauprojekte liegen demnach im Rathaus vor, für beide soll im April der Startschuss fallen, berichteten Diacor-Geschäftsführer Markus Jeß, Diacor-Aufsichtsratschef Ralf Schaaf, Detlef Greiner, Leiter des Evangelischen Seniorenstiftes, und Architekt Claus Hohendorf bei der Vorstellung der Pläne.

Es entstehen drei Pflegeetagen

Antrag Nummer eins betrifft eine Teilaufstockung des Seniorenstiftes, angelehnt an eine Aufstockung Ende der 90er Jahre. Errichtet wurde das dreigeschossige Stift Ende der 70er Jahre auf Grundlage eines eigens erarbeiteten Bebauungsplanes. 1998 erfolgte eine erste Teilaufstockung um ein viertes Geschoss, allerdings nur auf dem nordöstlichen Teil des Hauses. Geplant ist nun, dieses Geschoss auf einer Ebene zu vervollständigen. So entstehen drei komplette Pflegeetagen, nicht als Fremdkörper, sondern baulich wie gestalterisch „aus einem Guss“, so Hohendorf: „Es wird aussehen, als wäre es immer da gewesen.“

Es sei eine qualitative, aber keine quantitative Aufstockung. Denn: Die Zahl der Pflegeplätze bleibe mit 80 gleich, so Jeß. Die Anzahl der Einzelzimmer in der stationären Pflege erhöhe sich aber um 15 auf insgesamt 68 – auch das ein Zug der Zeit, nicht nur, da Modernisierungsanforderungen des Landes bis 2018 80 Prozent Einzelzimmer sowie Einzel- beziehungsweise Tandembäder vorsehen. Denn, so Greiner: Die Hauptnachfrage bestehe nach Einzelzimmern. Erhalten bleiben sechs Doppelzimmer, für die der Fachmann nach wie vor Bedarf sieht. Greiner: „Das Gros fragt Einzelzimmer nach, aber es gibt auch diejenigen, die gerade goutieren, wenn sie nicht alleine sind. Auch diesem Wunsch wollen wir weiterhin nachkommen.“

Mietwohnungen in Größen von 37 bis etwa 100 Quadratmeter

Apropos Nachfrage: Immer wichtiger würden Möglichkeiten, Serviceangebote und auch Einrichtungen der Pflege nutzen zu können, und zwar von der eigenen Wohnung aus. Die Möglichkeit, mit kurzen Wegen ans Seniorenstift „anzudocken“, biete Projekt Nummer zwei. Angrenzend an das Seniorenstift entsteht auf einem Grundstück, für das ein Gartenareal zugekauft wurde, ein Haus mit 14 barrierefreien Wohnungen auf drei Ebenen, also Erdgeschoss, erstes Geschoss und Staffelgeschoss. „Wir fördern es gerne, dass Hausangebote wie Veranstaltungen oder Essen genutzt werden, allerdings auf freiwilliger Basis“, betont Jeß.

Vorgesehen sind Mietwohnungen in Größen von 37 bis etwa 100 Quadratmeter mit Balkon oder Terrasse. Alle Wohnungen sind rollstuhlgeeignet. „Sollte doch einmal der Pflegefall eintreffen, ist also Vorsorge getroffen“, so Greiner. Eine Tiefgarage mit je einem Stellplatz pro Wohnung sowie Abstellräumen ist vorgesehen, ebenso eine Ladestation für Elektroautos sowie Fahrradstellplätze samt E-Bike-Ladestation. Die sei „ein Blick in die Zukunft“, meint Jeß.

Rodungsarbeiten haben begonnen

Die Vorbereitungen haben mit Rodungsarbeiten auf dem Grundstück begonnen, berichtet Hohendorf. Sobald die Genehmigung vorliege, würden die Gewerke einzeln ausgeschrieben. Bei der Umsetzung baue Diacor auf die Zusammenarbeit mit bewährten, auch örtlichen Partnern. Schaaf: „Pflege ist wichtig, sie wird gebraucht.“ Zugleich kämen nur etwa zehn Prozent der Menschen dauerhaft in eine Pflegeeinrichtung, so Greiner, während Kurzzeitpflege zunehme.

Schaaf: „Es geht darum, Wohnformen zu entwickeln, die diesem Wunsch Rechnung tragen.“ Eine lohnende Investition auch für einen sozial-gemeinnützigen Träger, der zudem auf ein großes Maß an ehrenamtlicher Begleitung zählen kann. Jeß: „Alles, was wir investieren, kommt den Menschen zugute, inhaltlich wie auch vom Konzept her.“