Schutzzaun in Rhöndorf

Der Zaunbau liegt im Zeitplan

SIEBENGEBIRGE. "Wir liegen voll im Zeitplan. Und auch voll im Kostenplan." Projektsteuerer Ägidius Strack ist sichtlich zufrieden an diesem Freitagmorgen.

Tags zuvor war das letzte der rund 1000 Bohrlöcher für den Zaun, der Winzer und Wanderer am Siegfriedfelsen vor Steinschlag schützen soll, gesetzt worden. Mit einer endgültigen Fertigstellung rechnet Strack für Anfang November - wenn nicht doch noch etwas Unvorhergesehenes passiert.

Denn bislang mussten die Experten rund um die Dresdner Spezialfirma nur "kleinere Schwierigkeiten" meistern, wie Strack berichtet. Da vor Beginn der Arbeiten unklar war, auf welche Art von Untergrund man stoßen würde, war auch die genaue Bauzeit für den 612 Meter langen und zwischen vier und fünf Meter hohen Zaun schwierig zu berechnen. "Aber bis auf einige Hohlräume, die bei den Bohrungen direkt im Wingert aufgetreten sind, lief alles glatt", sagt Strack.

Als nicht ganz so reibungslos erwies sich die Akzeptanz des neuen Zauns. Denn wie berichtet war der Wegfall eines Teils des mittleren Weinbergwegs bei vielen Honnefern auf teils heftige Kritik gestoßen.

Dass die Bürger unzufrieden sind, kann auch Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz verstehen. Aber er sieht keine Alternative. "Als Anfang des Jahres der Geologe sich mit der detaillierten Planung beschäftigt hat und dafür auch Steinschlagsimulationen durchgeführt hat, stellte er fest, auch auch auf dem Weg selbst an dieser Stelle konkrete Steinschlaggefahr besteht", so Schwarz.

Damals hätten sich alle Beteiligten - die Stadt Bad Honnef, der Kreis, der Verschönerungsverein für das Siebengebirge, die Winzer und auch die Fachbüros - zusammengesetzt und nach einer Lösung gesucht. Doch eine andere, als die Teilsperrung des mittleren Weges, habe es nicht gegeben, "obwohl wir auch Abenteuerliches in unsere Überlegungen einbezogen haben", so Schwarz.

Den Zaun zu versetzen und den Weg eng daran vorbei zu führen ist nicht möglich, weil der Zaun im Falle eines Steinschlags nachgibt, und der Wanderer quasi durch den Zaun hindurch getroffen werden würde. Ein einfaches Gefahrenschild reicht nicht, da es sich um einen öffentlichen Wanderweg handelt und hier für die Verkehrssicherheit zu sorgen ist. Und eine Art Einhausung des Weges hätte jeden finanziellen Rahmen gesprengt und zudem den Hang verbaut.

"Aber weil wir wussten, dass das eine weitreichende Entscheidung ist, haben wir sie zunächst vertagt, bis der Honnefer Bauausschuss informiert war." Dort habe man zwar mit den Zähnen geknirscht, ob der Alternativlosigkeit aber zugestimmt. Zudem, erinnert Schwarz, wurde der mittlere Weinbergweg bei der Flurbereinigung "brachial in den Felsen gesprengt. Das war ein Bausünde".

Davon abgesehen: "Wenn man Schwarz auf Weiß hat, dass der Weg gefährlich ist, dann muss man handeln." Das sieht Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff genauso. Auch er verweist darauf, dass eine Beschilderung nicht reicht. So sehr er die Enttäuschung verstehe, eine Wahl habe die Stadt nicht. Und: "Bei allem Ärger: Es gibt Schlimmeres."