Einweihung des Denkmals in Bad Honnef

Der Löwe träumt vom Frieden

"Ein würdigerer Platz": Bürgermeister Otto Neuhoff spricht bei der Einweihung des "Schlafenden Löwen".

"Ein würdigerer Platz": Bürgermeister Otto Neuhoff spricht bei der Einweihung des "Schlafenden Löwen".

BAD HONNEF. Nach Restaurierung und Versetzung ist das Denkmal an der Alexander-von-Humboldt-Straße eingeweiht.

Der Löwe schläft, und er träumt vom Frieden. So formulierte es gestern Diether Habicht-Benthin. Er zog damit das Fazit zu einem Projekt, das einen sehr reflektierten Blick auf das Kriegsgedenken als Ganzes geworfen hat. Wesentlichen Anteil daran hatten die Schüler der Klasse 9 a der Realschule Sankt Josef, die anhand des "Schlafenden Löwen" kritisch beleuchtet hatten, welchen Stellenwert das Erinnern auch für die nachfolgenden Generationen hat. Auch gestern, bei der Einweihung des Löwen-Denkmals am neuen Ort, kam den jungen Leuten eine bedeutende Rolle zu: Stellvertretend für ihre ganze Klasse gedachten Luise Arndt und Linda Klaric der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, Verfolgung und Terror einst und jetzt.

Wie berichtet, hatte sich die Initiative für Wirtschaft Bad Honnef des Denkmals, das an die Gefallenen des "Rheinischen Fußartillerieregiments Nr. 8" im Ersten Weltkrieg erinnert, angenommen. In ihrem Ziel, den nahe der B 42 arg in Mitleidenschaft gezogenen Löwen zu reinigen, seine Inschrift herzustellen und ihn an besserem Ort aufzustellen, wurde die Initiative um Konrad Löcherbach und Habicht-Benthin von den Sponsoren Renate und Uwe Westhoven sowie Juppi Pütz und Familie unterstützt.

Flankiert wurde die Aktion durch die Schüler: Für ihre Arbeit in der Kategorie "1914/2014 - Für Ehre und Vaterland" siegte die Klasse unter 2700 Einsendungen beim Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Preis: eine Woche Berlin. Zum Dank für ihre engagierte Arbeit ermöglichten die Sponsoren der Klasse zudem eine Tagesfahrt nach Verdun, ein Ausflug, der tiefe Eindrücke hinterlassen hat. Für die Klassenpflegschaft dankte Barbara Schluch Renate Westhoven mit einem Blumenstrauß.

Wie vielschichtig das Thema ist, darauf ging auch Bürgermeister Otto Neuhoff ein. Warum, so habe manch einer gefragt, werde so viel Energie in die Versetzung ausgerechnet eines Gefallenendenkmals gesetzt, dessen "Auslöser" 100 Jahre zurückliegt und so viel Leid produziert hat? "Der Prozess mit all seinen begleitenden Maßnahmen hat die Komplexität des Themas vor Augen geführt", so Neuhoff. Und sei ein Beleg auch dafür, dass "Deutschland sich nachhaltig verändert hat". Wie Habicht-Benthin, so dankte auch Neuhoff den Sponsoren. Der Löwe, schloss er, habe nun einen "würdigeren Platz" gefunden.

Oberstleutnant a. D. Harald Born, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Andenken an das "1. Fußartillerie-Regiment Nr. 8 aufrecht zu erhalten, erinnerte an die Entstehung des Denkmals, das zugleich als "Mahnmal für den Frieden und wider das Vergessen" zu erhalten sei. Begleitet wurde die Einweihung zudem von den Rheinbreitbacher Burgbläsern, unter anderem mit einem festlichen Choral und einem Trompetensolo. Haften bleiben vor allem die Worte der Schüler, die in ihrem Gedenken wie schon bei ihrer Verdun-Fahrt im Fort Douaumont den großen Zusammenhang im Blick hatten. Denn: "Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen, um die Toten. Doch unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt."