Sankt Matthias-Bruderschaft

Der Kardinal ist morgens um sechs in Honnef

Rainer Maria Kardinal Woelki begrüßte in Bad Honnef die Trier-Pilger mit Handschlag. Nach der Messe frühstückte er mit ihnen.

Rainer Maria Kardinal Woelki begrüßte in Bad Honnef die Trier-Pilger mit Handschlag. Nach der Messe frühstückte er mit ihnen.

BAD HONNEF. Rainer Maria Woelki spendet den Pilgersegen für die Trier-Wallfahrer der Sankt Matthias-Bruderschaft.

Für die Sankt Matthias-Bruderschaft Bad Honnef stieg Rainer Maria Kardinal Woelki an Christi Himmelfahrt sehr früh aus dem Bett. Schon vor sechs Uhr begrüßte er vor der Pfarrkirche Sankt Johann Baptist mit Handschlag die Wallfahrer, die gerade ihr Gepäck im Bagagewagen verstauten. Dann ging es schnell zum Umziehen in die Sakristei, denn der Kölner Erzbischof zelebrierte mit Pfarrer Bruno Wachten die Aussendungsmesse für die 44 Pilger, die an diesem Tag zu ihrer traditionellen Frühjahrswallfahrt an das Grab des heiligen Apostels Matthias in Trier aufbrachen.

„Wir freuen uns sehr, dass der Kardinal gekommen ist. Es ist toll“, sagte Brudermeister Jürgen Mauer. Die Bruderschaft feiert 2016 ihr 400-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hatten die Honnefer angefragt, ob der Kardinal sie begleiten würde. Das konnte Woelki aus terminlichen Gründen nicht einrichten. Aber er schlug vor, die Messe zu halten und versprach, sich auch Zeit für Gespräche zu nehmen.

So wurde vom Küchenteam am frühen Morgen für die Pilgerschar und ihren Besuch Kaffee gekocht und ein Berg Brötchen geschmiert. Es kann ja nicht immer eine Hochzeit geben, wenn ein Kardinal die Matthias-Bruderschaft besucht. So wie vor 25 Jahren, als Kardinal Meisner beim Pilger-Gottesdienst im Wald aufkreuzte, der auch noch durch eine Trauung gekrönt wurde.

Kardinal Woelki gratulierte den Honnefer Matthias-Brüdern zum Jubiläum. Und er ging auch auf die Rekordhalter ein: Gerda und Wolfgang Vanmarcke, die zum 51. Mal den Pilgerweg nach Trier antraten. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es Leidenschaft ist, den Weg mitzugehen.“ Goldjubiläum hatte diesmal Manfred Zeitz (74). Woelki erteilte auch den Pilgersegen. „Es ist ein Weg der Glaubenserfahrung. Nehmen Sie alle Anliegen mit auf den Weg, auch die aller Menschen hier in Bad Honnef.“

Im Pfarrheim angekommen, wo der Kaffee schon duftete, bedankte sich Brudermeister Mauer herzlich für den frühen Besuch und überreichte die Jubiläums-Festschrift. Der Kardinal machte es sich bequem im Kreise der Pilger, wechselte mehrfach den Platz und sprach auch mit den jüngeren Teilnehmern. So wie Martina (13), die zu den fünf Erstpilgern gehörte und das leichte Pilgerkreuz der Jugendlichen aus Weidengeflecht trug.

Ihre Eltern, Christian und Edith Treczoks, konnten nicht mitwandern, wollten aber mit dem Auto nach Trier nachkommen. Franz-Josef Füllenbach indes ist mit 80 Jahren der älteste Pilger. Er spielt bei den Messen während der Drei-Tages-Tour die Orgel und abends Akkordeon. Gisela Golzheim aus dem Küchenteam machte Woelki eine besondere Freude. Bekanntlich ist der Erzbischof Anhänger des 1. FC. Die Rheinbreitbacherin fragte, ob er Yannick Gerhardt kennt – natürlich, was ein echter Fan ist. „Er ist der Sohn meiner Cousine. Ich sorge dafür, dass Sie ein Autogramm bekommen.“

Pfarrer Wachten hatte nach der Messe festes Schuhwerk und sportliche Kleidung angelegt. Auch er schloss sich der Pilgergruppe an. „Es ist ein Stück Auszeit und eine Möglichkeit, mit den Leuten auf unkomplizierte Art in Kontakt zu treten. Die Wallfahrt ist Spiegelbild unseres Lebensweges.“ Stefan Schmitz, der den „Besenwagen“ für Fußkranke fährt, verteilte Bändchen mit der Losung: „Mit Freude umgürtet.“