Verein "Sternwarte Siebengebirge"

Dem kosmischen Licht auf der Spur

BAD HONNEF. Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel bietet weit mehr als nur einen romantischen Anblick - er offenbart zugleich auch die für die menschliche Vorstellungskraft schier unbegreifbaren Ausmaße des Universums.

Denn was da nachts am Himmelszelt funkelt, sind zahllose unvorstellbar weit entfernte Sonnen, und etliche von ihnen verfügen über ihre eigenen Planetensysteme. Alleine im von der Erde aus sichtbaren Bereich des Weltalls gibt es schätzungsweise mehr Sterne als Sandkörner an allen Stränden der Welt.

Der Faszination des Weltalls hat sich nun auch der frisch gegründete Verein "Sternwarte Siebengebirge" verschrieben. Vor astronomiebegeisterten Honnefern informierten am Sonntag die Vorstandsmitglieder Christian Preuß und Thomas Haas in Kooperation mit der Bad Honnef AG auf dem Gelände von Schloss Hagerhof über Konzept und Ziele des jungen, aber ambitionierten Honnefer Vereins.

Denn rund vier Jahrhunderte, nachdem Galileo Galilei im Jahr 1610 das geozentrische Weltbild der Kirche auf den Kopf stellte und den Startschuss für eine Revolution des Weltblicks gab, ist sich der Mensch seiner Stellung im großen Ganzen der Dinge zwar ein Stück weit nähergekommen - die Fülle und Faszination der galaktischen Mysterien hat jedoch kein bisschen abgenommen.

Woher kommen wir? Wohin wollen wir? Sind wir alleine im Universum? Diese und andere Fragen seien meist das Herzstück jedes astronomischen Interesses, erklärt Christian Preuß. Insbesondere beim Nachwuchs wolle man Leidenschaft für die älteste Natur- und Kulturwissenschaft der Menschheit wecken: Ob Kindergärten, Schulen, Jugendzentren oder Vereine - alle Institutionen, die sich mit Bildung befassen, seien potenzielle Anknüpfungspunkte. "Man muss die Neugier der Jungen und Mädchen füttern, dann macht die Astronomie Spaß", so der begeisterte Hobbyastronom Preuß,. "Während der Lehrplan in Schulen oft zu voll dafür ist, können wir das quasi nebenbei anbieten."

Vor Ort in den Schulen den Anstoß zu geben, ist eine Sache. Doch um dem Nachwuchs dann auch Handfestes bieten zu können, ist gutes Equipment erforderlich. Preuß und Haas haben Mut zum Optimismus: Sie träumen von einer Sternwarte auf der Wiese hinter der Honnefer Jugendherberge. Zunächst mit mobiler Ausrüstung, nach Möglichkeit irgendwann sogar stationär.

Ohne Zweifel groß gedacht, doch die Voraussetzungen dazu sind hervorragend: Die Lichtverschmutzung ("Skyglow"), welche das Beobachten der Sterne besonders in lichtdurchfluteten Großstädten beinahe unmöglich macht - auch in Bonn -, sei im Siebengebirge nicht so stark. Zunächst stehe die Anschaffung eines großen Sonnen- und eines Planetenteleskops auf der Prioritätenliste.

Mit dieser mobilen Ausrüstung könne man beispielsweise bei gutem Wetter in der Innenstadt oder auf der Insel Grafenwerth interessierte Passanten durchs Okular blicken lassen. Auch ein "Planetenpark" beziehungsweise ein "Planeten-Wanderweg" mit maßstabsgetreuen Modell-Nachbildungen des Sonnensystems seien eine Überlegung wert.

Preuß und Haas sind sich sicher: Eine "Sternwarte Siebengebirge" sei etwas Neues, das Honnef um einiges attraktiver machen könnte. Sie hoffen zur Realisierung ihrer ambitionierten Ziele auf zahlreiche Förderer. Denn dass die Astronomie und die Erforschung des Weltalls in Zukunft immer wichtiger werden, daran hegen sie keinen Zweifel. Mit den Worten des russischen Astronomen Konstantin Ziolkowski: "Die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten."